Schipp, schipp, hurra

Sch(m)erzhaft: Was die Region die Woche bewegte

Einer hält den Spaten, und zwei schauen ihm dabei zu. Diese Tiefbau-Metapher gibt es, wenn überhaupt, nur im Frühling, Sommer und Herbst, wenn irgendwo auf der Straße oder dem Fußweg ein Graben ausgeschachtet wird. Jetzt aber im Winter, der diese Woche über uns hereingebrochen ist wie ein kurzfristig angekündigter Besuch von Schwiegermutter, muss man schon eine Schippe drauflegen, um mit dem Problem umzugehen und der Schneemassen Herr zu werden.

Schipp, schipp, hurra - so lange bis das, was einmal Fußweg war, wieder zu sehen ist. Manch einer ist dabei so fleißig, dass er schon Schwielen an den Händen hat. Andere sind da zögerlicher, hoffen, dass es vielleicht doch taut, und denken lieber noch mal nach, bevor sie Hand anlegen. Aber die philosophische Erkenntnis dieser Woche überfällt sie dann doch: Zum Begräbnis des Winters gehören viele Schaufeln. Was aber wäre Philosophie ohne Dialektik, ohne die Betrachtung von der anderen Seite, etwa so: Irgendwie muss man ja dem Winter von der Schippe springen.

Und wenn das gelungen ist, setzt irgendwann doch Tauwetter ein. Aus Schnee wird Wasser, und das lässt zum Beispiel in Niederlungwitz die Alarmglocken schrillen. Denn was den dort geplanten Hochwasserschutz am Lungwitzbach angeht, der einfach nicht fortgesetzt wird, weil es jahrelang unterschiedliche Auffassungen zur Technologie gibt, fühlen sich die Bewohner von den Behörden auf die Schippe genommen.

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