Schlosspark soll kein Geheimnis bleiben

Glauchauer Stadträte plädieren beim Umgang mit dem Vorhaben für mehr Öffentlichkeit. Doch ganz so einfach wird das wohl nicht.

Glauchau.

Die Erinnerungen an den Streit um den Glauchauer Schlossvorplatz sind bei den Stadträten noch ganz frisch. Und aus den Fehlern von damals sollten sie gelernt haben und nun rechtzeitig in die Öffentlichkeit gehen, wenn es um das Vorhaben Schlossgarten geht. Die ehemalige Kleingartenanlage, die längst leer gezogen ist, soll zu einer attraktiven Grünfläche nach historischem Vorbild umgestaltet werden. Erste Pläne sind den Räten ausgereicht worden. "Warum behandeln wir das denn nicht öffentlich?", fragte der CDU-Fraktionsvorsitzende im Stadtrat, Karsten Ulbricht. Die Lehren aus dem Schlossvorplatz würden doch zeigen, dass man die Glauchauer in die Planungen einbeziehen sollte. Damals, vor etwa einem Jahr, haben sich Stadtverwaltung und Stadtrat größtenteils hinter verschlossenen Türen mit den Gestaltungsideen zum Schlossvorplatz befasst - sehr zum Ärger vieler Einwohner, die, nachdem sie die Pläne sahen, ihren Unmut äußerten. Gleiches sollte sich jetzt, wenn es um den Schlossgarten geht, nicht wiederholen. "Ich plädiere auch dafür, die Pläne öffentlich bekanntzumachen und mit den Einwohnern zu diskutieren", sagt CDU-Stadtrat Ulrich Schleife.

Doch die Stadt sieht das derzeit noch anders. Nach den Worten von Oberbürgermeister Peter Dresler (parteilos) will die Stadt erst dann die Öffentlichkeit einbeziehen, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind. Zunächst müsse man sich klar darüber werden, welche Kapazitäten der Bauhof hat, die neu gestaltete Grünfläche auf dem Areal der ehemaligen Kleingartenanlage auch zu pflegen, oder ob man dafür Fremdfirmen beauftragen muss. Hinzu käme, welche Pflegekosten dann entstehen würden. "Erst wenn das alles klar ist, so hatten wir uns verständigt, sollen Einwohner einbezogen werden", sagte Dresler.

Und das kann unter Umständen noch ein wenig dauern. Andreas Salzwedel, Fraktionschef der Linken im Stadtrat, sagte, der Ältestenrat habe sich darauf verständig, dass im nächsten Technischen Ausschuss über den künftigen Schlossgarten gesprochen werde. Der Ältestenrat besteht aus den Fraktionsvorsitzenden im Stadtrat und dem Oberbürgermeister. Er tritt zusammen, um die Stadtratssitzungen vorzubereiten. Nur: Auf der Tagesordnung des öffentlichen Teils der nächsten Sitzung des Technischen Ausschusses - er trifft sich am Montag um 18.30Uhr im Ratssaal - ist der Schlossgarten nicht aufgeführt. Offenbar soll im nicht öffentlichen Teil der Sitzung über das Vorhaben gesprochen werden.

Aus den Unterlagen, die den Stadträten zum Thema Schlossgarten ausgereicht worden sind, geht hervor, dass Einwohner Glauchaus sich bis zum 30. November mit ihren Ideen und Vorschlägen in die Planungen einbringen können. Die Stadtratssitzung, auf der der Schlossgarten ein erstes Mal öffentlich behandelt werden könnte, findet einen Tag vorher, am Abend des 29. November statt.


Beide Varianten ähneln sich

Momentan gibt es für die Gestaltung der ehemaligen Kleingartenanlage im Glauchauer Schlosspark zwei sich ähnelnde Varianten. Ob eine von beiden am Ende zum Zuge kommt, ist jedoch noch unklar.

Variante eins sieht eine Vierteilung des rechteckigen, etwa 8800 Quadratmeter großen Areals vor. Die dadurch entstehenden vier Einzelflächen sind gleich groß und können unterschiedlich gestaltet beziehungsweise bepflanzt werden. In der Mitte ist ein Rondell angeordnet.

Ähnlich sieht auch die andere Variante aus. Allerdings unterteilen sich die vier Einzelflächen nochmals jede für sich in mehrere Teile, die durch weitere Wege abgegrenzt werden. Beide Varianten werden schon jetzt als sehr pflegeintensiv eingeschätzt.

Darüber hinaus ist geplant, einen neuen Weg zu schaffen, der den Parkplatz am Heinrichshof mit der neuen Hirschgrundbrücke verbindet. Für diesen Weg sind laut Stadt die rechtlichen Voraussetzungen geschaffen worden. (sto)

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