Schub um Schub

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Sch(m)erzhaft: Was die Region die Woche bewegte

Wissen Sie, wie viel Schnee Sie in dieser Woche geschoben haben? Das dürfte angesichts der Schneemengen, mit denen wir es bislang zu tun hatten, rekordverdächtig sein. Aber die Grübelnden unter uns werden es längst erkannt haben, wir verschieben den Schnee nur von einer Stelle zu anderen. Der Schneepflug des Bauhofes auf den Fußweg, der Hauseigentümer oder sein Beauftragter vom Fußweg auf die Straße. Bevor jeder dem anderen die Schuld in die Schuhe schiebt, entstanden als Kompromiss Schneehaufen am Straßenrand, die keiner mehr so einfach wegschieben kann.

Verschieben war das Schlagwort der Woche. Das Ende des harten Lockdowns ist bis Mitte März verschoben worden. Wenn dann noch immer Schnee liegt, sprich die Inzidenzzahl nicht passt, wird der Schieber angesetzt und weiter verschoben - frisch frisiert zwar, aber mit kalten Ohren, die angesichts des nahenden Osterfestes immer länger zu werden drohen.

Verschoben werden mussten, wenn auch nicht so weit, einige Touren der Müllabfuhr. Verengte Straßen durch Schnee und Eis, zugeschneite Autos und hinter der weißen Pracht versteckte Mülltonnen mit eingefrorenen Inhalten machten es den orangefarbenen Helden des Abfalltages nicht einfach, ihren Job zu erledigen. Gleiches gilt für die Winterdienstler, die zuweilen ihren Feierabend verschoben, um spät abends noch mal zu streuen oder zu schieben.

Alles scheint zu schieben. Das Glauchauer Krankenhaus, das zahlreiche Augenoperationen verschieben musste, hat diese Woche versprochen, die noch ausstehenden OP-Termine auf eine möglichst kurze Bank zu schieben. Im Homeoffice schieben die Schachfreunde unter den Tätigen ihre Figuren in die richtige Position. Wer mit Schach nichts am Hut hat, sucht nach der ruhigen Kugel, die er schieben kann. Ich selbst schiebe jetzt Kohldampf und besorge mir etwas Leckeres zu essen, freilich mit dem gebührenden Anstand und dem notwendigen Abstand.

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