Senkt Glauchau die Kita-Beiträge für Eltern?

Den Freien Wählern sind die Betreuungskosten zu hoch. Sie wollen im Stadtrat einen Antrag einbringen, um konkrete Zahlen zu bekommen. Auch für ein kostenloses letztes Jahr.

Glauchau.

Mit ihren Kita-Gebühren liegt die Stadt Glauchau auf Landkreisebene im oberen Drittel. Für die täglich neunstündige Betreuung eines Krippenkindes bezahlen die Eltern 217,55 Euro im Monat. Besucht der Sprössling den Kindergarten, sind für neun Stunden Betreuung 137,94 Euro fällig. Die Gebühren gelten ab dem 1. Januar. Der durchschnittliche Elternbeitrag für Krippenkinder im gesamten Landkreis liegt bei 207,41 Euro. Ausreißer nach oben ist zum Beispiel Gersdorf mit 247,27 Euro. In Meerane liegt die Krippen-Gebühr bei 152,72 Euro.

Den Freien Wählern im Glauchauer Stadtrat sind die Sätze zu hoch. Sie plädieren für eine Senkung der Kita-Gebühren. "Dafür brauchen wir aber zunächst belastbare Zahlen", sagt Stephan Wusowski von den Freien Wählern. Wichtig sei zu wissen, welche Auswirkungen eine Senkung der Kita-Beiträge auf den Haushalt der Stadt hat. Einen entsprechenden Antrag wollen die Freien Wähler in der Sitzung des Stadtrates am Donnerstag einbringen. Demnach soll die Stadt konkrete Zahlen vorlegen.

Torsten Kleditzsch

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Doch wie realistisch ist die Chance, die Kita-Gebühren in Glauchau tatsächlich zu senken? Zumindest hat sich der Spielraum dafür vergrößert. Der Betrieb einer Kindereinrichtung verursacht Personal- und Sachkosten. Für diese Kosten kommen laut sächsischem Kitagesetz der Freistaat Sachsen, die Kommune und die Eltern auf. Der Anteil, den die Eltern aufbringen müssen, liegt im Krippenbereich derzeit zwischen 20 und 23 Prozent, im Bereich der Kindergärten zwischen 20 und 30 Prozent. Das soll sich laut Haushaltsbegleitgesetz des Freistaates nun ändern. Der Elternanteil für Krippenkinder liegt künftig zwischen 15 und 23 Prozent, der für Kindergartenkinder zwischen 15 und 30 Prozent. Für das letzte Kindergartenjahr gilt demnächst die Spanne von 0 bis 30 Prozent. Das heißt, das letzte Kita-Jahr könnte für die Eltern sogar gänzlich kostenlos sein. "Wir gehen davon aus, dass uns seitens der Stadt auch Zahlen zum kostenlosen letzten Kita-Jahr vorgelegt werden", sagt Wusowski.

Das kostenlose Vorschuljahr ist auch bei den Linken ein klassisches Thema. "Das verfolgen wir schon lange auf kommunaler -, Landes- und Bundesebene", sagt der Stadtrat der Linken, Roland Schröder. Die Fraktion habe sich mit dem Antrag der Freien Wähler auseinandergesetzt. "Wir wollen den Antrag inhaltlich nicht bewerten" sagt Schröder weiter, signalisiert aber politische Unterstützung. Wenn der Prüfantrag durchkomme, müsse abgewartet werden, wie die Zahlen konkret aussehen und wie sich das auf den Haushalt auswirke.

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