Siedler Rudolph schenkt kleinem Dorf seinen Namen

Kreisgeschichten: Woher Westsachsens Städte und Orte ihre Namen haben. Teil 62: Rudelswalde

Rudelswalde.

Ein erster Siedler namens Rudolph war vermutlich der Namensgeber für den kleinen Ort im Westen von Crimmitschau. Die Geschichte des Dorfes Rudelswalde reicht bis in das 13. Jahr- hundert zurück. In einer Schenkungsurkunde, die auf den 20. Februar 1282 datiert ist, taucht erstmals die Bezeichnung "Rudolphswaldau" auf. Mit dieser Urkunde wird die Übergabe der Flächen von Voigt Heinrich zu Weida an das St.-Martins-Augustinermönchskloster bei Crimmitschau festgelegt. In der Folgezeit wurden verschiedene Schreibweisen favorisiert. Als Beispiele sind in der Neuen sächsischen Kirchengalerie unter anderem Rudelswalda und Rudelswaldau genannt.

Rudelswalde blieb in seiner Geschichte auch von Unglücken nicht verschont. 1633 wütete die Pest. 1783 und 1803 folgten Großbrände. Sie vernichteten 13 Bauernhöfe und die Kirche. Das neue Gotteshaus mit dem Namen St. Katharinen wurde 1811 erbaut und 1812 geweiht. In den Jahren von 1825 bis 1923 konnten die Kinder aus Rudelswalde eine Schule im eigenen Dorf besuchen. Die Mehrzahl der Bewohner war in der Landwirtschaft beschäftigt.


Die Entwicklung des Ortes, der aktuell rund 350 Einwohner zählt, ist in verschiedenen Unterlagen festgehalten. Arno Fischer hat 1926 eine Chronik zur Entwicklung von Rudelswalde erstellt. Ruth Lange ließ 2010 historische Aufzeichnungen mit wichtigen Informationen zu ihrem Heimatort folgen. Buch und Broschüre befinden sich im Fundus von Dieter Prüstel. Der gebürtige Rudelswalder hat in den letzten Jahren viele Unterlagen zur Orts- geschichte zusammengetragen. Dazu gehören auch einige Raritäten wie ein Protokollbuch, in dem zwischen 1871 und 1882 die Aktivitäten des Gesangsvereins niedergeschrieben sind. Die Entwicklung des Landwirtschaftsvereins, der zwischenzeitlich mehr als 70 Mitglieder zählte, kann ebenfalls anhand der Protokolle von Sitzungen zwischen 1896 und 1943 verfolgt werden. In der Sammlung des Hobby-Chronisten befinden sich zudem eine im Frühjahr 1909 verschickte Postkarte zur Elektrifizierung der Ortschaft und die Sage "Das Irrlicht von Rudelswalde". Dieter Prüstel ist weiterhin ständig auf der Suche nach alten Postkarten, Fotos und Dokumenten zu seinem Heimatdorf: "Die Dinge dürfen nicht einfach weggeschmissen werden. Denn dann sind sie für die Nachwelt verloren."

Das Reihendorf, das sich oberhalb des Döblitzbachs befindet und seit 1950 ein Ortsteil von Crimmitschau ist, hat sich in den vergangenen Jahren zu einem Schmuckstück verwandelt. Zu den zentralen Anlaufpunkten gehört neben Kirche und Feuerwehrgerätehaus auch der "Regenbogenhof" als Urlaubs- und Begegnungsstätte. In besten Zeiten waren sogar fünf Gastwirtschaften auf der Flur des Ortes zu finden. Dabei handelte es sich 1925 um den Gasthof Rudelswalde, das Gasthaus "Zum grünen Tal", die "Bärenschenke", das Gasthaus "Feldschlösschen" und das "Waldschlösschen".

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