Stadtteilpark: Es deutet sich Streit an

Die Jugendlichen in der Nachbarschaft stellen sich das künftige Areal anders vor als die Stadt. Doch es gibt auch von dritter Seite Widerstand.

Glauchau.

Wenn es nach der SPD ginge, sollte am liebsten gar nichts auf dem Gelände passieren. Auf den geplanten Stadtteilpark an der Heinrich-Heine-Straße/Ecke Schlachthofstraße kann nach Ansicht der Fraktionsvorsitzenden im Stadtrat, Helga Scheurer, gut und gern verzichtet werden. Das damit frei werdende Geld sollte ihrer Meinung nach woanders investiert werden. Die SPD hat dabei die schon vor ein paar Jahren geplante jugendgerechte Anlage entlang der Lindenstraße im Auge. Doch ob das so kommt, ist fraglich. Das würde voraussetzen, dass der Stadtrat sich während der momentan laufenden Debatte zum Doppelhaushalt 2019/20 mehrheitlich der SPD-Position in dieser Frage anschließt.

Das könnte spannend werden, denn die CDU-Fraktion im Stadtrat unterstützt zumindest die Pläne einer Multifunktionsfläche an der Lindenstraße. Doch die Stadt drückt bei dem Vorhaben Schlachthofstraße aufs Tempo. Hintergrund ist, dass sich das Gelände im Fördergebiet "Scherberg" befindet und die Umgestaltung zu einem Stadtteilpark finanziell unterstützt wird. Eine zügige Realisierung ist nach Ansicht der Stadtverwaltung von erheblicher Bedeutung, denn die Fördermittel gebe es nicht ewig. Hinzu komme, dass es vor anderthalb Jahren eine Bürgerbeteiligung über das Vorhaben gab. In einem Workshop wurden damals zahlreiche Gestaltungsideen gesammelt.


Übrig geblieben ist eine Variante, die auf Erholungsqualität setzt, ohne größere Aktivitätsbereiche, wie sie im Zuge des Bürgerworkshops durchaus vorgeschlagen wurden. In einem ersten Entwurf ist Platz für eine Boule-Fläche, zwei Schachtische und Sitzgelegenheiten sowie drei Rundflächen, auf denen verschiedene Spielgeräte für Kinder platziert werden können, vorgesehen. Hinzu kommt eine Liegewiese. Am Donnerstag nun soll sich der Stadtrat auf eine konkrete Aufgabenstellung für den Planer verständigen.

Und da droht Streit von einer anderen Seite, nämlich von den Jugendlichen des benachbarten Cafés Taktlos, die damals beim Workshop zahlreich vertreten waren. Sie halten nun ihre Vorstellungen von einem Mehrgenerationenpark an dieser Stelle in einem Grundsatzpapier fest. Darin äußern sie unter anderem Kritik daran, dass nach dem Workshop die Öffentlichkeitsbeteiligung abrupt geendet habe. Herausgekommen sei nun eine "kostenarme Umsetzung und damit einhergehende Angebotsarmut", heißt es in dem Papier. Die Jugendlichen hatten im Internet eine Befragung durchgeführt. Im Ergebnis hätten sich unter den 982 Teilnehmern die meisten eine Wassermatschfläche für Kinder, eine Kletterwand, Sport- und Fitnessmöglichkeiten und ein Bodentrampolin gewünscht. Dies alles sei aber in den aktuellen Plänen nicht mehr enthalten.

Nach jetzigen Vorstellungen der Stadt kostet die Umgestaltung der Fläche um die 350.000 Euro. Im Zuge der weiteren Planungen könnten durchaus einige Vorschläge der Jugendlichen in die Aufgabenstellung für den Planer aufgenommen werden, jedoch nicht alles, heißt es aus dem Rathaus.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...