Trotz Regens: Künstler zufrieden

Obwohl das Wetter nicht mitspielte, waren Kunstliebhaber ins Glauchauer Schloss gekommen. Die Macher können sich eine Neuauflage gut vorstellen.

Glauchau.

Die 21-jährige Fleischfachverkäuferin Lisa Winkler und die 28-jährige Informatikstudentin Mariam Hähnel ließen sich von dem regnerischen Wetter nicht abhalten und besuchten am Samstag den ersten Kunstmarkt in Glauchau.

"Wir waren neugierig und wollten schauen, was alles so angeboten wird", erklärt Winkler. Neben den Mitgliedern des Glauchauer Kunstvereins war auch die aus Zwickau stammende Künstlerin Ramona Markstein unter den Ausstellern. "Ich habe in der Galerie schon vor zwei Jahren ausgestellt. Ich dachte mir, dass der Kunstmarkt eine tolle Idee ist."


Die Leiterin der Glauchauer Galerie "Art Gluchowe", Katarzyna Zierold, war trotz der wetterbedingten Verlegung in die Innenräume des Schlosses mit der Veranstaltung zufrieden. "Mehrere Künstler haben bereits ihr Interesse an einer Teilnahme im kommenden Jahr bekundet. Wir hatten eine bunte Mischung, sodass jeder Besucher auf seine Kosten kommen konnte", resümiert Zierold. Abgerundet wurde die Veranstaltung mit einer Kunst-Auktion, in der zum Schluss die frisch bemalten Hocker der Künstler unter den Hammer kamen. Der Erlös aus der Versteigerung der Hocker geht an den Kunstverein und kommt unter anderem der Sommerkunstwerkstatt zugute. Zierold und Wiebke Glöckner, Leiterin des Museums Schloss Hinterglauchau, hoffen kommendes Jahr auf Sonnenschein, der dann noch einige Besucher mehr in das Schloss locken soll.


"Kunstmarkt als feste Größe"

Siegfried Otto-Hüttengrund (68), Mitglied im Glauchauer Kunstverein: "Der Kunstmarkt ist eine Möglichkeit, dass wir der Öffentlichkeit zeigen, was wir machen. Das Geldverdienen ist für mich heute nicht vorrangig. Ich würde mich freuen, wenn sich der Kunstmarkt, wie auch die Sommerkunstwerkstatt, als feste Größe im Terminkalender etabliert. Jedoch habe ich an den ersten Kunstmarkt keine großen Erwartungen. Man darf sich nicht zuviel erhoffen. Ich finde es aber schön, dass man einen Versuch startet." Der Maler aus Hohenstein-Ernstthal bemalte die Sitzfläche eines Hockers mit einem Magierkopf. Dieser Hocker brachte bei der Versteigerung sage und schreibe 225 Euro ein. (sust)


"Neue Impulse für die Stadt"

Jan Thau (43), Vorstandsmitglied im Kunstverein "Art Gluchowe": "Den ersten Kunstmarkt in Glauchau sehe ich als ein Experiment. Mit der Veranstaltung möchte der Kunstverein neue Impulse für die Stadt Glauchau setzen. Gleichzeitig ist er auch eine Präsentationsfläche für die aktiven Künstler in unserem Verein", sagt er. Es gebe viele Kunstmärkte in der Region. Daher stellt er sich die Frage, wie sich die Veranstaltung in der Region etablieren lässt. Mit seinen Kollegen Marcus Esche - bekannt als Zone 56 - und Claus Reier von der "Freizeitgruppe Gestaltung" bemalte der Glauchauer Künstler einen Hocker. Letzterer wechselte während Kunst-Auktion für 100 Euro den Besitzer. (sust)


"Möglichkeit für Gespräche"

Karin Gentsch-Geist (67), Keramik-Künstlerin aus Göpfersdorf: "Das Schloss ist ein toller Ort für den ersten Kunstmarkt. Leider ist das Wetter nicht optimal. Es bleibt daher abzuwarten, wie die Resonanz der Besucher ausfällt. Für mich bietet sich die Gelegenheit, mit Künstlerkollegen zu fachsimpeln und in entspannter Atmosphäre ins Gespräch zu kommen", sagte sie. Sie würde sich freuen, wenn auch im nächsten Jahr der Kunstmarkt veranstaltet wird. "Im Kunstverein bin ich schon 20 Jahre. Obwohl ich im thüringischen Göpfersdorf lebe, bin ich mit Glauchau eng verbunden." Die Keramik-Künstlerin, die mit Brenntechniken experimentiert, bot Büsten und Kleinplastik an. (sust)

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