Warum es in der künftigen Obstbaum-Allee eine Lücke gibt

Ein neuer Weg sorgt für Streit: Radfahrer freuen sich über eine tolle Verbindung. Anlieger klagen über fehlende Informationen.

Dennheritz.

Die geplante Allee mit Obstbäumen, die am neuen Radweg zwischen Dennheritz und Mosel gepflanzt werden sollen, wird an einer Stelle unterbrochen. Der Grund: Die Familie von Ines Conrad stellt von ihrem Grundstück keine Flächen zur Verfügung. Damit werden an einem rund 70 Meter langen Abschnitt die Apfel- und Kirschbäume fehlen. "Aus einem Grund: Wir müssen einfach ein Zeichen setzen. Obwohl alle über den Klimawandel und die Entsiegelung von Flächen sprechen, wird hier ein Weg asphaltiert", begründet Ines Conrad die Entscheidung. Sie sieht sich nicht als Radweg-Gegnerin. Stattdessen ärgert sich die Dennheritzerin über die Versiegelung der Oberfläche und - fast noch mehr - über die schlechte Informationspolitik der Anlieger in der Vorbereitungsphase.

Die Weichen für die Schaffung einer Allee mit Obstbäumen am Schlunziger Weg hat noch der ehemalige Bürgermeister Bernd Voigt (SPD), der verstorben ist, gestellt. Dabei handelt es sich um den Vater von Ines Conrad. Er hat den Bereich am Schlunziger Weg als Standort für Ausgleichsmaßnahmen, die das Landesamt für Straßenbau und Verkehr beim vierspurigen Ausbau der B 175 zwischen Zwickau und Glauchau erbringen muss, vorgeschlagen. "Auf historischen Fotos sind noch alte Bäume an einem unbefestigten Weg zu sehen. Das war unsere Vorstellung", sagt Ines Conrad.

Erst kurz bevor die Baumaschinen im Sommer anrollten, erfuhren die Anwohner von den Plänen, dass auf dem rund 1650 Meter langen Weg eine Asphaltdecke aufgebracht werden soll. "Warum hat die Gemeinde nicht im Vorfeld das Gespräch gesucht und über Alternativen gesprochen?", fragt Ines Conrad. Bürgermeister Frank Taubert (Freie Wähler) verweist auf die Sitzungen des Gemeinderates, räumt aber selbstkritisch ein: "Wir haben den Fehler gemacht, bei der Vorbereitung nicht alle Anlieger an einen Tisch zu holen. Dazu laden wir bei künftigen Projekten rechtzeitig ein."

Die Kosten für den Ausbau des Radweges belaufen sich auf rund 390.000 Euro. 90 Prozent davon stellt der Freistaat zur Verfügung. In den "Empfehlungen für Radverkehrsanlagen" wird auch festgelegt, welche Materialien für die Oberflächen verwendet werden sollen: Asphaltdecken, Betondecken und Pflasterdecken. Die Auswahl wird mit ebenen Oberflächen mit geringem Rollwiderstand und Allwettertauglichkeit begründet. Franz Grossmann vom Landesamt für Straßenbau und Verkehr informiert, dass auch Radwege mit unbefestigten Deckschichten gefördert werden können. Dabei würde es sich aber um Ausnahmefälle handeln. Zum Projekt gebe es einen Erläuterungsbericht. "Darin ist vermerkt, dass keine negativen Umweltauswirkungen zu erwarten sind", sagt Grossmann. Die Stadtverwaltung in Crimmitschau ergänzt, dass durch die Mitnutzung des Weges von landwirtschaftlichen Fahrzeuge und das starke Längsgefälle eine unbefestigte Deckschicht ausgeschlossen sei. Darüber ist aber nicht mit den Anliegern gesprochen worden. An das Versäumnis erinnert ab 2020 eine Lücke in der Obstbaum-Allee.

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