Wie eine junge Frau die Kanzel erobert

In der St. Georgenkirche in Glauchau steht künftig Dominique Meichsner regelmäßig auf der Kanzel. Als angehende Pfarrerin sammelt sie erste Erfahrungen in der Gemeinde.

Glauchau.

Dominique Meichsner ist die neue Pfarrvikarin der Evangelisch-Lutherischen Kirchgemeinde Glauchau mit Wernsdorf. Innerhalb einer zweieinhalbjährigen Ausbildung sammelt die angehende Pastorin praktische Erfahrungen im Pfarrdienst.

In der Region ist die 28-Jährige tief verwurzelt. Aufgewachsen in Limbach-Oberfrohna, wohnt sie jetzt mit ihrem Ehemann und ihren drei Kindern in Glauchau. Was sie bewogen hat, Pfarrerin zu werden? "Ich möchte Menschen helfen. Und der christliche Glaube zählt zu dem wichtigsten Teil in meinem Leben. Meine persönliche Begeisterung möchte ich weitergeben", sagt sie. Für Menschen da sein, sie in ihren verschiedenen Lebensphasen begleiten, sei schon immer ein zentrales Thema für die 28-Jährige gewesen. Der Beruf der Pfarrerin war daher die logische Wahl.

Während ihres Theologiestudiums an der Universität Leipzig hat sie sich besonders für die Fächer Kirchengeschichte und Praktische Theologie interessiert. "Das ist wichtig, um sich einen Überblick zu verschaffen. Dann versteht man auch die Kirche von heute besser", sagt Dominque Meichsner.

Gottesdienste, Trauungen und Beerdigungen wird sie in der kommenden Zeit nach und nach selbstständig leiten. "Das Theologiestudium ist sehr theoretisch. Die Praxis kommt erst in der Gemeinde", sagt sie. In der Weihnachtszeit habe sie bereits zwei Gottesdienste eigenverantwortlich vorbereitet und durchgeführt. Aber auch Geburtstagsbesuche und Jugendarbeit standen schon auf dem Programm. Nicht zu vernachlässigen sind die anfallenden Verwaltungsaufgaben. Unterstützung erhält sie dabei von ihrem Mentor, Pfarrer Matthias Große. "Ihm schaue ich über die Schulter und begleite ihn im Alltag", sagt sie. Die Kirchgemeinde empfindet sie als sehr lebendig und offen. "Für mich und meine Familie war es ein leichter Start in Glauchau. Was mich besonders beeindruckt, sind die zahlreichen Angebote der Kirchgemeinde und das Engagement der Ehrenamtler", sagt die Westsächsin. In Glauchau fühlt sich die junge Frau wohl. "Hier gibt es eine Vielzahl von kulturellen Veranstaltungen und Aktivitäten, beispielsweise die Vorlesestunden für Kinder in der Bibliothek, die Eisbahn vor dem Schloss oder die Konzerte im Stadttheater", sagt die Vikarin.

Viel Zeit für Hobbys bleibt der angehenden Pfarrerin jedoch momentan nicht. Ihr Mann - er ist Erzieher in Waldenburg - kümmert sich nachmittags um die Kinder. "Der Pfarrberuf ist vielseitig und abwechslungsreich. Wir haben natürlich fixe Termine wie Religionsunterricht. Von einem Acht-Stunden-Arbeitstag kann man aber nicht sprechen. Ob Beerdigungen oder Seelsorge, als Pfarrer muss man flexibel sein." Das Telefon könne immer klingeln.

Bis Februar 2021 wird Pfarrer Matthias Große sie noch auf ihrem Ausbildungsweg begleiten. "Ziel eines Vikariats ist es, dass angehende Pfarrer lernen, ihr theoretisches Wissen aus dem Studium in der Praxis anzuwenden", sagt Große, der bereits zwei Vikare ausgebildet hat. Von der bisher geleisteten Arbeit seines Schützlings ist er begeistert. "In unserer Gemeinde ist sie schon hoch anerkannt. Wie sie Beruf und Familie zusammen managt - davor ziehe ich meinen Hut", sagt er.

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