Wie schädlich sind die Weichmacher?

Mike Schuhknecht untersuchte Spielsachen. Dafür bekam er beim Regionalwettbewerb "Jugend forscht" einen ersten Preis.

Hohenstein-Ernstthal.

Wenn Mike Schuhknecht die zwei Fläschchen mit gelben Plastikteilchen schüttelt, ist bei einem fast nichts zu hören, bei dem anderen klimpert es dagegen munter. Es sind Teile einer Quietscheente. In der einen Flasche sind sie unbehandelt, in der anderen wurden die Weichmacher herausgelöst. Diese Stoffe, die umstritten sind, sorgen bei Spielsachen, Haushaltswaren und vielem mehr dafür, dass das Plastikmaterial nicht spröde, sondern mehr oder weniger weich und elastisch ist. Die Weichmacher hat Mike Schuhknecht, der in der 12. Klasse am Lessinggymnasium in Hohenstein-Ernstthal lernt und hier die Leistungskurse Chemie und Mathematik belegt, innerhalb einer Facharbeit untersucht. Mit dieser Arbeit beteiligte er sich auch am Wettbewerb "Jugend forscht" und holte in Chemnitz beim Regionalwettbewerb den ersten Platz.

"Bei Spielsachen gibt es strenge Din-Normen für die Verwendung von Weichmachern", erklärt Mike Schuhknecht. Seine Forschungen ergaben, dass diese offenbar eingehalten werden. Denn er untersuchte vorrangig Billigspielsachen, darunter neben der Quietscheente auch eine Schlange, eine Figur aus einem Überraschungsei und eine Trinkflasche für Kinder. Zunächst hat er diese in kleine Stücke zerlegt, aus denen dann mithilfe einer speziellen Apparatur die Weichmacher herausgelöst wurden. "Anschließend habe ich sie spektroskopisch untersucht", sagt der Schüler, der dafür zur TU Chemnitz fuhr und dortige Spezialtechnik nutzte.

Bei der Figur aus dem Überraschungsei gab es leichte Zweifel an den Inhaltsstoffen, was aber offenbar an einer Verunreinigung bei der Untersuchung lag. Denn Schuhknecht hatte die Herstellerfirma der beliebten Süßwaren angeschrieben und nachgefragt, worauf es eine Antwort gab, die plausibel machte, dass alle Normen eingehalten werden. Chemielehrer Ralf Küttner animierte ihn dazu, am Wettbewerb "Jugend forscht" teilzunehmen. "Erst wollte er nicht so richtig, aber ich konnte ihn überzeugen", sagt Küttner. Er ist froh, dass es so viele Chemieinteressierte im Leistungskurs am Gymnasium gibt. Die Wettbewerbsteilnahme sei nicht nur mit Blick auf Studium und Beruf eine gute Sache, sondern auch für das Abitur.

Denn die Schüler müssen beim Wettbewerb während der Präsentation Rede und Antwort stehen, wobei sie lernen, Wissen gut darzustellen. Das könne für die mündliche Prüfung nicht schaden. Am 8. und 9. April nimmt Mike Schuhknecht mit seinem Projekt, das den Titel "Schlange, Ente & Co - Was macht sie weich" aber erst einmal am Landeswettbewerb teil.

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