"Wir sind Schaufensteranträge und Populismus gewöhnt"

Die CDU-Landtagsabgeordnete Ines Springer über die Bildung der Regierungskoalition, die Arbeit im Parlament und bevorstehende Aufgaben im Wahlkreis

Glauchau.

Ines Springer (62) sitzt seit 2009 für die CDU im Landtag. Nach ihrem Erfolg bei der Wahl vor einer Woche ist sie auch in der neuen Legislaturperiode dabei. Markus Pfeifer sprach mit der Politikerin über die anstehenden Herausforderungen.

Freie Presse: Nach der Wahl wird eine nicht ganz einfach Bildung der Regierungskoalition erwartet. Gibt es bis dahin eine Hängepartie in der politischen Arbeit?


Ines Springer: Die Konstituierung des neuen Landtages findet ja schon am 1. Oktober statt, dann kann er regulär arbeiten. Die Regierungsbildung wird natürlich nicht ganz einfach, aber das heißt ja nicht, dass bis dahin nichts passiert. Alle Projekte, die derzeit laufen, werden kontinuierlich fortgesetzt, da gibt es keinen Abbruch. Das betrifft den Straßenbau, aber zum Beispiel Arbeiten rund um Projekte wie den Marstall in Waldenburg oder das Lichtensteiner Schloss. Für den Radwegbau zwischen Glauchau und Waldenburg wird es noch im Herbst deutliche Schritte in Richtung Umsetzung geben.

Erwarten Sie, dass die Arbeit im Parlament durch die nun stärkere AfD-Fraktion schwieriger wird?

Ich glaube nicht, dass die Veränderungen so groß sein werden. Wir sind ja aus den letzten Jahren schon Schaufensteranträge und Populismus gewöhnt. Natürlich wird es da auch mal laut, dass kann im Landtag schon mal passieren. Wir haben uns die Argumente der AfD aber immer angehört und uns sachlich damit auseinander gesetzt. Ich denke, dass wird auch so fortgesetzt.

Im Wahlkampf hat die CDU die Pflanzung von 50 Millionen Bäumen bis 2030 angekündigt. Wo könnte in Ihrem Wahlkreis gepflanzt werden?

Zunächst einmal muss es jetzt darum gehen, dass die durch Stürme und Borkenkäfer entstandenen Schäden in den Wäldern durch Aufforstungen behoben werden. Was komplett neue Aufforstungen betrifft, bin ich da im Zwiespalt. Der Landwirtschaft darf ja auch kein wertvolles Ackerland verloren gehen. Meine eigenen Pflanzaktionen werde ich fortsetzen, da gibt es viele Anfragen, zum Beispiel auch von Vereinen. Auch Privatpersonen und Kommunen können ja für mehr Grün sorgen, zum Beispiel wenn sie so tolle Ideen wie den Meeraner Hochzeitswald aufgreifen. Die Pflanzungen sind etwas wirklich Wichtiges für die kommenden Generationen, das muss allen klar werden.

Sie sitzen auch im Glauchauer Stadtrat. Was würden Sie sich da von der Landtagsabgeordneten Ines Springer wünschen?

Da wurde ja in den vergangenen Monaten schon einiges beschlossen, was jetzt umgesetzt wird. Zum Beispiel sind nicht mehr für alle Vorhaben Umweltverträglichkeitsprüfungen nötig. Bei Förderanträgen fällt der Antrag auf förderunschädlichen Baubeginn weg, weil es künftig nur noch einen Antrag gibt. Dadurch wird Bürokratie übersichtlicher. Bei den Geldern für Straßenbau hat das Ministerium noch einmal nachjustiert, auch dort wird es bald eine leichte Entspannung geben.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...