Ärger am Einkaufscenter: Parken auf zwei Stunden begrenzt

Weil die Mitarbeiter von Saxas die Stellplätze für die Kunden von Edeka, Penny und Co. in Fraureuth stundenlang besetzen, reagiert jetzt die Eigentümergemeinschaft des Areals. Die Freude hält sich in Grenzen.

Fraureuth.

Seit der Eröffnung des Einkaufscenters in Fraureuth im Spätherbst 2013 gehört Hans Schönfeld aus Reudnitz zu den Stammkunden des Komplexes an der Werdauer Straße. Doch dieser Tage staunte der Rentner nicht schlecht, als er nach Erledigung seines Einkaufes hinter dem Scheibenwischer seines Autos einen Strafzettel fand. Der Mann aus Thüringen hatte vergessen, auf dem Armaturenbrett seines Fahrzeuges eine Parkscheibe zu platzieren. "Bisher konnte man hier immer unbegrenzt parken. Jetzt ist die Dauer auf zwei Stunden begrenzt. Das war mir neu", sagt der Thüringer. Die Hinweisschilder an den Zufahrten hatte der Mann offenbar übersehen. "Das ist nichts weiter wie Abzockerei durch die Gemeinde", schimpft Hans Schönfeld.

Das ist keineswegs der Fall, versichert der Bürgermeister von Fraureuth, Matthias Topitsch (CDU). Nicht die Kommune verteile die Strafzettel, sondern ein privater Sicherheitsdienst. Der erfülle seine Aufgaben im Auftrag der Eigentümergemeinschaft des Einkaufscenters. "Wir als Gemeinde dürfen auf dem Parkplatz gar nicht aktiv werden, da uns das Areal nicht gehört", sagt der Bürgermeister.

Seit geraumer Zeit blockieren Mitarbeiter von Saxas, dessen Firmengelände unmittelbar an das des Einkaufscenters angrenzt, stundenlang die Parkplätze für die Kunden von Edeka, Penny, Takko und der anderen Geschäfte. Der Grund: Der Firmenparkplatz ist derzeit vollgestellt mit Nutzfahrzeugen, die bei Saxas komplettiert wurden und auf die Auslieferung warten. Für die Mitarbeiter des Unternehmens heißt es, sich im Umfeld auf Parkplatzsuche zu begeben. Dabei liegt der des Einkaufscenters am nächsten. Hinzu kommt, dass das in den vergangenen Wochen ebenfalls von den Saxas-Mitarbeitern als Parkplatz genutzte Brachland neben der ehemaligen Zweiga-Brache im Bereich des Kreisverkehrs seit einigen Tagen nicht mehr zur Verfügung steht. Das Grundstück wurde eingezäunt, weil die Fläche mit für den Neubau der Westtrasse benötigt wird. Die bis zu 100 Autobesitzer, die das Grundstück in den zurückliegenden Wochen als Parkplatz nutzten, müssen sich nun ebenfalls anderswo einen Parkplatz suchen, was noch einmal zur Verschärfung der Situation auf dem Gelände des Einkaufscenters geführt hat. Saxas selbst sieht sich nicht in der Pflicht. Das Unternehmen hat von der Stadt Werdau, auf deren Gemarkung die Firma liegt, ein Grundstück angemietet. Die etwas abseits gelegene Fläche wird jedoch von den Mitarbeitern nicht angenommen.

Ein Zustand, der weder das Werdauer Rathaus noch das Gemeindeamt in Fraureuth befriedigt. Die Chefs beider Verwaltungen haben unlängst mit der Firmenleitung von Saxas ein Gespräch geführt, wie das Problem geklärt werden kann. "Dabei wurde uns versichert, dass es sich nur um ein vorübergehendes Problem handelt. Die bestellten Fahrzeuge sollen bis Jahresende ausgeliefert beziehungsweise abgeholt worden sein", sagt Topitsch. Ob danach auch die Parkdauerbegrenzung für Kunden des Einkaufscenters aufgehoben wird, entscheide die Eigentümergemeinschaft.

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