Altes Gaswerk: 10.000 Tonnen Boden werden ausgehoben

Rund 1,5 Millionen Euro kostet es, das kontaminierte Erdreich auf dem Gelände fach- und umweltgerecht zu entsorgen.

Werdau.

Das Gelände des ehemaligen Gaswerkes an der Mühlenstraße in Werdau wird saniert. Diesen Beschluss hat der Stadtrat in der vergangenen Woche gefasst. Karsten Piehler, Fachbereichsleiter Bau, hat über das Vorhaben informiert.

Ablauf/Sanierungsziele: Auf dem Gaswerksgelände soll die Grundwasserbelastung reduziert werden. Dazu müssen mindestens 80 Prozent des gesamten Schadstoffvorrates in der Bodenzone beseitigt werden. Dazu wird ein Bodenaustausch erfolgen. Die Baugrube wird fast die Hälfte der Gesamtfläche aller drei Flurstücke einnehmen. Das erwartete Aushubvolumen beträgt rund 5400 Kubikmeter, die Aushubmasse fast 10.000 Tonnen. Vor den Aushubarbeiten müssen Medienleitungen gesichert, umverlegt oder rückgebaut werden. Der Aushub muss größtenteils direkt auf Lkw verladen und in einem genehmigten Abfallzwischenlager chargenweise getrennt bereitgestellt werden. Dort wird der Aushub beprobt, vollständig deklariert und einer ordnungsgemäßen Verwertung oder Beseitigung zugeführt. Das hochkontaminierte Erdreich wird nur im unmittelbaren Arbeitsbereich freigelegt. Es kann zu Methanbildung kommen. Das muss überwacht werden.


Zeitplan: Der für das Gelände überarbeitete Sanierungsplan einschließlich des Antrages auf wasserrechtliche Genehmigung wurde Ende Januar beim Umweltamt des Landkreises Zwickau eingereicht. Im April stellte die Stadt einen Antrag auf die Erstattung der Mehrkosten für die Arbeiten. Jetzt beginnen die Ausführungsplanung und die Vorbereitung der Vergaben. Auf 21Wochen schätzt die Stadt diese Planungs- und Vorbereitungsphase. Für die Transport- und Entsorgungsleistungen muss ein europaweites Ausschreibungsverfahren durchgeführt werden. Für die Umsetzung der Maßnahme rechnet die Stadt mit einer Bauzeit von 15 Wochen.

Kosten: Für die geplante Sanierung werden rund 1,54 Millionen Euro veranschlagt. Die Stadt hat Fördergelder in Höhe von insgesamt 1,23Millionen Euro erhalten. Die finanziellen Mittel der Stadt stammen aus den Jahren 2018/2019. Die Kostensteigerung des Vorhabens resultiert unter anderem aus den gestiegenen Bau- und Entsorgungspreisen und aus Forderungen des Umweltamtes hinsichtlich des Arbeits- und Immissionsschutzes. So muss zum Beispiel eine Benebelungs- und Baugrubenbewetterungsanlage installiert werden.

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