Arzt entpuppt sich als Modell-Liebhaber

Für die aktuelle Ausstellung stellt der Werdauer Gynäkologe Uwe Schröter dem Stadtmuseum etliche Miniatur-Harley-Davidson-Modelle zur Verfügung. Wie kam er zu der Sammel-Leidenschaft?

Werdau.

Es hat eine Zeit gegeben, da mussten junge Mediziner fürchten, keine Stelle zu bekommen. So erzählt es Uwe Schröter, der heutige Leiter der Geburtenstation der Pleißental-Klinik. "Ende der 1990er-Jahre gab es eine Arztschwemme", sagt er. Auch er selbst habe bang in die Zukunft geblickt, als er 1999 seine Facharzt-Ausbildung abgeschlossen hatte. "Eines Abends saß ich mit einigen anderen frisch gebackenen Fachärzten bei einem Bier zusammen", sagt er. "Da habe ich einen Entschluss gefasst."

Ohne diese Entscheidung wäre die aktuelle Ausstellung im Werdauer Stadtmuseum "200 Jahre Zweiradmobilität" um rund 50 Exponate ärmer - nämlich um die Harley-Davidson-Modelle von Uwe Schröter. "Unser Museumsdirektor Hans-Jürgen Beier wusste von Uwe Schröters Sammlung", sagt Mitarbeiterin Kathrin Wendler. So habe es sich ergeben, dass der stadtbekannte Arzt die Ausstellung historischer Fahrräder und Mopeds um rund 50 Miniatur-Motorradmodelle ergänzte. Viele davon sind kaum größer als eine Kinderhand.

Über einen Zeitraum von rund 13 Jahren hat Schröter insgesamt etwa 100 solcher Modelle gesammelt. "Motorräder haben mich schon immer fasziniert", sagt der 54-Jährige. "Der Film Easy Rider hat seinen Teil dazu beigetragen." Zwei Harley-Davidson-Maschinen aus dem Film - sie heißen Captain America und Billy Bike - besitzt er im Miniaturformat. Es sind ihm die liebsten seiner ganzen Sammlung. Auch alle anderen seiner Bike-Modelle stellen Harley-Davidson-Motorräder dar. "Wenn ich eines von ihnen in den Händen halte und es betrachte, kann ich richtig abschalten."

Eine echte Harley Davidson zum Selbstfahren besitzt Schröter übrigens auch: eine Springer Softail, Baujahr 1999. Die hat mit dem Entschluss zu tun, den Schröter nach der Facharzt-Ausbildung gefasst hatte: "An jenem Abend habe ich zu meinen Mitstreitern gesagt: Wenn ich eine Stelle bekomme, kaufe ich mir eine Harley Davidson." Und so kam es. Noch im selben Jahr wurde Schröter Arzt in der Werdauer Klinik. In Berlin kaufte er sich das Motorrad. Er fährt es noch heute. Etwa im Jahr 2002 seien die ersten kleinen Sammlermodelle dazugekommen. Aber: "Vor rund zwei Jahren habe ich aufgehört, Modelle zu kaufen. In den Vitrinen bei mir zu Hause stehen inzwischen andere Dinge."

Mit Schröters kompletter Miniatur-Motorräder-Sammlung hat Museumsmitarbeiterin Ilona Timm sich zwei Tage lang intensiv beschäftigt. "Wir wollten vermeiden, Modelle zu zeigen, die sich zu ähnlich sind", begründet sie die finale Auswahl. Wenn die Schau beendet ist, will Schröter seine Mini-Bikes wieder mit nach Hause nehmen. Denn so richtig trennen könne er sich von ihnen nicht. "Sie kommen dann in Kisten in den Keller", sagt er.

Die Ausstellung "200 Jahre Zweiradmobilität" ist im Stadt- und Dampfmaschinenmuseum an der Holzstraße 2 in Werdau noch bis zum 25. Juni zu sehen, Geöffnet ist von Sonntag bis Donnerstag in der Zeit von 10 bis 16 Uhr. Kinder ab sechs Jahren zahlen einen Euro Eintritt, Erwachsene 2,50 Euro. Die Familienkarte kostet sechs Euro.

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