Bahnhof: FDP kritisiert schlechten Zustand

Bei Bahnreisenden hinterlässt Crimmitschau keinen guten Eindruck. Kann eine Malerfirma daran etwas ändern?

Crimmitschau.

Schmierereien und schlechte Graffiti verunstalten die gesamte Rückseite des Bahnhofs in Crimmitschau. Diesen Anblick nehmen täglich rund 1200 ankommende und abfahrende Zugreisende als ersten beziehungsweise letzten Eindruck von der Stadt an der Pleiße wahr. Auf den miserablen Zustand hat der FDP-Fraktionsvorsitzende Martin Seidel am Donnerstagabend zur Sitzung des Stadtrates hingewiesen und die ersten Vorschläge zur Aufwertung der im städtischen Eigentum befindlichen Immobilie unterbreitet. Er fordert, dass kurzfristig der Auftrag an eine Firma zur Durchführung von Malerarbeiten an der Rückseite ausgelöst werden soll. Zudem regen die Liberalen an, dass hier auf die Angebote von Freizeit- und Bildungseinrichtungen in Crimmitschau aufmerksam gemacht werden soll. "Auch auf Kino, Märkte, Gastronomie und Hotels", sagt Seidel, der sich eine Vermarktung durch eine Werbefirma vorstellen kann.

Auf den FDP-Vorschlag gab es zur Sitzung des Stadtrates keine Reaktion - weder Oberbürgermeister André Raphael (CDU) noch die Vertreter aus den anderen Fraktionen haben sich zu Wort gemeldet. Martin Seidel machte deutlich, dass die Liberalen eine Prüfung der Idee und eine zeitnahe Umsetzung fordern. "Ansonsten muss die Stadtverwaltung die Frage, warum es nicht geht, beantworten", sagt der FDP-Mann.

Im Dezember 2012 hat die Stadtverwaltung - für rund 10.000 Euro - den Bahnhof ersteigert. Trotz monatelanger Verhandlungen scheiterte die Zusammenarbeit mit zwei verschiedenen Investoren, die den Umbau zu einem Gesundheitsbahnhof in Angriff nehmen wollten. Nun sollen neue Interessenten mit Unterstützung des Immobilien-Centers der Sparkasse Zwickau gefunden werden. Die Stadt hat in den vergangenen Jahren am Gebäude das Dach und die Fassade erneuern lassen. Zudem wurde der Bahnhofsvorplatz umgestaltet. "Die durchfahrenden Zugreisenden sehen allerdings nur die verschandelte und ungepflegte Rückseite des Bahnhofs", sagt Seidel.


Kommentar: Selbstanpacken

Für die Malerarbeiten am Bahnhof in Crimmitschau wird nicht unbedingt ein Fachbetrieb benötigt, um die Arbeit zu erledigen. Pinsel, Farbe und engagierte Einwohner, die mit anpacken, reichen aus. Die Nachbarn aus Werdau zeigen, wie es funktionieren kann. Dort erfährt das Empfangsgebäude durch Kreativaktionen und Putzeinsätze eine Aufwertung. Das sollte auch in Crimmitschau möglich sein.

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