Biergarten-Zoff in Crimmitschau: Stadträte sehen Klärungsbedarf

Die Verantwortlichen im Rathaus haben eine Ausnahmegenehmigung während des Motorrad-Grand-Prix' auf dem Sachsenring abgelehnt. Nun hagelt es Kritik.

Crimmitschau.

Der Streit über die Biergarten-Öffnungszeiten zwischen Stadtverwaltung und Hotel "Mauritius im Sachsenland" erreicht den Stadtrat in Crimmitschau. Das Thema soll am Donnerstag zur konstituierenden Sitzung angesprochen werden. Das kündigen der FDP-Ortsverband Crimmitschau/Neukirchen und die Bürgervereinigung "Für Crimmitschau" unabhängig voneinander an.

Auslöser der Auseinandersetzung: Nicolle Langhans-Naumann hatte eine Ausnahmegenehmigung beantragt, um den Biergarten am Freitag (5. Juli) und Samstag (6. Juli) bis 24 Uhr öffnen zu können. Besucher dürfen normalerweise nur bis 22 Uhr bewirtet werden. Sie begründete den Antrag mit Gästen, die den Grand-Prix auf dem Sachsenring bei Hohenstein-Ernstthal verfolgen und in Crimmitschau übernachten. Die Stadtverwaltung lehnte den Antrag auf eine Ausnahmegenehmigung zu den Festlegungen in der Polizeiverordnung ab - unter anderem mit Blick auf den Schutz der Nachtruhe der Anwohner aus der Innenstadt. Der (negative) Bescheid war für Langhans-Naumann mit einer Verwaltungsgebühr von 50 Euro verbunden. Sie veröffentlichte die Mitteilung der Stadt auf ihrer Facebook-Seite und im Schaukasten.


Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten. Der FDP-Ortsverband brachte sein Unverständnis über die Entscheidung der Stadtverwaltung zum Ausdruck. "Damit präsentiert sich Crimmitschau den internationalen Gästen, die während des Sachsenring-Rennens unsere Stadt besuchen, als wenig gastfreundlich. Wir sollten froh sein, dass die Hotel-Betreiber dazu beitragen, in unserer Stadt ein attraktives Angebot an Bewirtungs- und Beherbergungsmöglichkeiten vorzuhalten", schreibt Andreas Heuschneider, Vorstandsmitglied des FDP-Ortsverbandes. Er macht deutlich: "Statt dieses Bemühen zu behindern, sollte die Stadtverwaltung bestrebt sein, alle diese Aktivitäten zu unterstützen. Zumal am gleichen Wochenende auf dem Markt im Rahmen des Beachvolleyball-Turniers längere Öffnungszeiten gestattet wurden." Sarah Wagner, Fraktionsvorsitzende der Bürgergemeinschaft, erwartet bei solchen Themen eine "lösungsorientierte Zusammenarbeit der Stadt mit den Gewerbetreibenden."

Durch die Aussagen sieht sich Nicolle Langhans-Naumann mit ihrem Schritt an die Öffentlichkeit bestätigt. Sie ließ den Biergarten - trotz der Sachsenring-Besucher - am vergangenen Wochenende geschlossen. "Wir mussten einfach ein Zeichen setzen", sagt die Unternehmerin, die seit 2013 das Hotel und das Restaurant in der Fußgängerzone betreibt. Sie hofft, dass es "im Sinne von allen Gastronomen in der Innenstadt" eine Lösung für die Bewirtschaftung der Biergärten in den späten Abendstunden gibt: "Es geht nur um wenige Wochenenden zwischen Mai und August. Da gehört das Rennen auf dem Sachsenring für uns dazu."

Rückendeckung gibt es von Vertretern aus verschiedenen Interessenverbänden in Crimmitschau. "Wir sollten froh sein, wenn in Crimmitschau etwas los ist", sagt Tom Würker, Vorsitzender der Werbegemeinschaft, und macht deutlich, dass auch Einzelhandel und Tankstellen von Sachsenring-Besuchern profitieren. Frank Stahn, Chef des Interessenverbandes der Selbstständigen, erinnert an den jahrelangen Lärm von Nachtschwärmern auf dem Taubenmarkt: "Da war die Stadtverwaltung nicht so hartnäckig wie nun beim aktuellen Biergarten-Fall."

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