Depotbau steht kurz bevor

Direkt neben dem Karl-May-Haus sollen zwei alte Gebäude einem geplanten Anbau weichen. Für den Beginn der Bauarbeiten fehlt allerdings noch ein Bescheid.

Hohenstein-Ernstthal.

Geht es nach André Neubert, könnten schon im kommenden Monat die Abrissbagger den zwei leerstehenden Nachbargebäuden am Karl-May-Haus zu Leibe rücken. Auf einer Veranstaltung in der gleichnamigen Begegnungsstätte informierte der Leiter des Karl-May-Hauses am Dienstag über den geplanten Neubau eines Depots in unmittelbarer Nähe des Museums.

Das Vorhaben ist auf Grund seiner Gestaltung und der Höhe der Kosten nicht unumstritten. Das zeigte auch eine Zuschrift aus Münster an die Karl-May-Gesellschaft, die Neubert zu Beginn der Veranstaltung verlas. Die Botschaft der Zuschrift: "Die Veränderungen im Stadtbild durch den Neubau sind in keiner Weise gutzuheißen." Allerdings waren dies auch die einzigen kritischen Worte auf der Veranstaltung in der Begegnungsstätte. Ein privater Sammler und Karl-May-Forscher wollte gar von Neubert wissen, ob es denn im geplanten Depot für die Exponate seiner Sammlung noch Platz gebe.

Neben dem geplanten Abriss der Nachbargebäude informierte Neubert auch über die Zukunft des dritten Hauses (Hausnummer 46), welches sich im Besitz der Karl-May-Gesellschaft befindet. Geplant seien der Verkauf und eine Sanierung des Wohnhauses. Gespräche mit einem Investor habe es schon gegeben, geeinigt habe man sich aber bisher nicht, so Neubert.

Im Hohenstein-Ernstthaler Bauamt sieht man einem baldigen Baustart optimistisch entgegen. "Die Unterlagen zur Ausschreibung für den Abriss liegen fertig auf dem Tisch", sagt Bauamts-Chef Ulrich Weber. Auch die vorab notwendigen statischen Untersuchungen seien mittlerweile erfolgt. "Wir waren vor Ort und haben Probeschachtungen zur Untersuchung der Statik der Gebäude gemacht", so Weber. Allerdings weist der Bauamtsleiter auch darauf hin, dass auf Grund des Alters der Gebäude auch im Verlauf der Bauarbeiten weitere Untersuchungen notwendig werden könnten.

Ob der Startschuss für den Depot-Neubau tatsächlich schon im kommenden Monat fällt, hängt indes vom noch ausstehenden Förderbescheid des Landes ab. Die Stadt Hohenstein-Ernstthal veranschlagt für den Bau gut 1,8 Millionen Euro und rechnet mit einer Förderung von 90 Prozent durch den Bund und das Land Sachsen. Ein Förderbescheid des Bundes über 900.000 Euro liegt bereits vor, der Bescheid des Landes stehe aber noch aus, sagt Weber. "Sobald der vorliegt, kann es losgehen." Bereits 2020 soll dann das neue Depot übergeben werden.

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