Flucht vor Baustelle: Backwaren gibt es nun an einer Holzhütte

Die Glauchauer Landstraße in Crimmitschau bleibt bis Herbst gesperrt. Das stellt Gewerbetreibende vor Herausforderungen.

Crimmitschau.

Der Back- und Kaffeeshop von Agnes Fritsch ist vorübergehend in eine Holzhütte umgezogen. Sie steht unterhalb des Reifenhauses an der Glauchauer Landstraße in Crimmitschau. Dort verkauft Agnes Fritsch täglich zwischen 40 und 60 Semmeln, rund 50 Körnerbrötchen und etwas Kuchen. "Unterm Strich bleibt nicht viel übrig. Aber: Die älteren Leute, die hier wohnen, sind mir ans Herz gewachsen", sagt Fritsch, deren etatmäßiges Geschäft an der Glauchauer Landstraße momentan aufgrund einer Baustelle nur schwer erreichbar ist. Der Ausbau des 240 Meter langen Abschnitts zwischen Gerhart-Hauptmann-Straße und Schillerstraße dauert bis zum Herbst.

Auf die schwierige Situation machte Agnes Fritsch zur Sitzung des Stadtrates im April aufmerksam. Sie sprach - in Zusammenhang mit Baustelle und Vollsperrung - von ihrer Existenzangst. Danach gab es bei der Suche nach einem Ausweichquartier die erhoffte Unterstützung aus dem Rathaus. "Vor allem die Mitarbeiter der Wirtschaftsförderung haben sich dahinter geklemmt und einige Türen geöffnet", sagt Fritsch mit Blick auf Stromanschluss und Hinweisschilder. Allerdings ist auch die Unterstützung aus der eigenen Familie unerlässlich. Agnes Fritsch: "Mein Mann bringt jeden Tag einen Kanister mit frischem Wasser vorbei." Zudem musste ein neuer Kühlschrank angeschafft werden. Der Back- und Kaffeeshop hat nun an Wochentagen zwischen 5.30 und 13 Uhr sowie an Samstagen von 5.30 bis 10 Uhr geöffnet.


An den vergangenen Tagen waren Oberbürgermeister André Raphael (CDU) und Wirtschaftsförderin Andrea Beres an der Glauchauer Landstraße unterwegs. Sie sprachen - neben Agnes Fritsch - mit sechs weiteren Gewerbetreibenden, die oft in den letzten Jahren schon die Auswirkungen von Baumaßnahmen zu spüren bekommen hatten. "Die betroffenen Unternehmen wiesen darauf hin, dass es Verbesserungsbedarf hinsichtlich rechtzeitiger Informationen durch die Stadtverwaltung bei Baumaßnahmen gibt. Dies ermöglicht, dass die Firmen ihren Geschäftsbetrieb besser auf die geänderten Bedingungen einstellen können", sagt Beres und verspricht, dass die Stadt künftig auch Gewerbetreibende außerhalb des unmittelbaren Baustellenbereichs mit mehr Informationen versorgen wird. Die Gespräche verliefen nach Angaben der Stadt-Vertreter konstruktiv. Beres: "Lob gab es für das Bauunternehmen, das stets bemüht sei, auf Wünsche der Anlieger einzugehen. Es wurde sich über eine zusätzliche Ausschilderung für einige Firmen verständigt."

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