GGZ kauft Namen des eigenen Stadions

Der Zwickauer Fußballtempel heißt künftig GGZ-Arena. Doch dann wird es kompliziert: Was hat eigentlich Hauptmieter FSV davon?

Zwickau.

Knapp drei Jahre nach seiner Eröffnung hat das nicht mehr ganz so neue Wohnzimmer des Zwickauer Fußballs einen Namen bekommen. GGZ-Arena wird in den nächsten fünf Jahren über dem Eckersbacher Stadion stehen. Das Geld dafür überweist die städtische Gebäude- und Grundstücksgesellschaft Zwickau (GGZ), Bauherrin und Eigentümerin des Stadions, an die überwiegend städtische Stadion Zwickau Betriebs GmbH (SZB), ihren Pächter.

Millionen wechseln in Zwickau bei der Vergabe des Namensrechtes nicht den Besitzer, und ob auch der chronisch klamme FSV Zwickau davon profitiert, darüber herrschte am Donnerstag Verwirrung. Der Dritt- ligist ist Hauptmieter mit einem Betrag von jährlich 390.000 Euro. Um den Stadionbetrieb finanzieren zu können, erhält die SZB zudem einen jährlichen Zuschuss von der Stadt - fast 900.000 Euro.


GGZ-Geschäftsführer Thomas Frohne bejahte am Donnerstagvormittag, dass die Vergabe der Namensrechte dem Verein zugute kommt. Am Nachmittag schickte der Drittligist ein Dementi: Das Recht zur Vermarktung liege beim Betreiber, man selbst sei nicht in den Prozess der Namensfindung involviert gewesen. "Der FSV Zwickau hat, entgegen anderslautender Mitteilungen in den letzten zwei Tagen, keinen finanziellen Vorteil aus der Umbenennung des Stadions."

Verkompliziert wird die Angelegenheit dadurch, dass die Beteiligten Stillschweigen über weitere Vertragsinhalte vereinbart haben. Udo Bretschneider, Leiter der Kommunalaufsicht im Landratsamt, hält diese Intransparenz nicht für bedenklich. "Es handelt sich um zwei GmbH, die keine Verpflichtung dazu haben, Details einer untereinander getroffenen Vereinbarung öffentlich zu machen", sagte er auf Anfrage. Dass es städtische Unternehmen seien, spiele dabei keine Rolle. Lediglich der Stadtrat könne ein berechtigtes Informationsinteresse haben, da die Stadt Gesellschafterin sei.

Nach "Freie Presse"-Informationen zahlt die GGZ für die Namensrechte an ihrem eigenen Stadion einen Betrag von 100.000 Euro pro Jahr. Sie ist damit nun gleichzeitig Vermieterin und Kundin der Betriebsgesellschaft; zudem ist sie im Sponsoring aktiv. Rainer Kallweit, Ordnungsamtsleiter in der Stadtverwaltung und gleichzeitig Geschäftsführer der SZB, sieht kein Problem in dieser Konstellation: "Wir freuen uns, dass sich die GGZ als Namensgeberin stellt. Das ist insofern nur konsequent, da die GGZ als Eigentümerin ohnehin die Majorität hat. Nun hat sie quasi ihrem Kind einen Namen gegeben." Wie Kallweit weiter ausführte, werde die SZB nun auch mit dem FSV Gespräche führen, um zu sehen, wie er zumindest ein wenig entlastet werden kann - was wiederum den Aussagen des Vereins widerspricht.

FSV-Sportdirektor Toni Wachsmuth sprach von einer guten Sache, die die Planungssicherheit für den Verein weiter verbessere. Wachsmuth sieht den FSV mit der GGZ und der Betriebsgesellschaft als Team und erklärte auch gleich, wie man die Bedingungen für den Fußballverein weiter professionalisieren kann: "Der Fußball entwickelt sich dynamisch, wird immer detailversessener. Deshalb wollen auch wir die Bedingungen weiter verbessern. Ich denke dabei daran, den Kabinentrakt zu erweitern, einen zweiten Trainingsplatz und einen Kunstrasenplatz sowie einen Kraftraum zu errichten. Das geht natürlich nicht alles sofort."

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