Merina, ein Schaf für alle Fälle

Das Maskottchen der Tuchfabrik hat seit Sonntag einen Namen. Das Tier soll künftig für das Haus und die Landesausstellung werben und erhält dabei Unterstützung.

Crimmitschau.

Die Entscheidung ist gefallen. Das Maskottchen der Tuchfabrik Gebr. Pfau an der Leipziger Straße in Crimmitschau heißt Merina. Die Verleihung des Namens erfolgte am Sonntag während des Weihnachtsmarktes der Wohltätigkeit auf dem Firmengelände. 34 Bürger hatten im Vorfeld mehr als 100Namensvorschläge in der Tuchfabrik eingereicht. Einige Namen wie Lana oder Dolores wurden mehrfach genannt. Letztendlich fiel die Wahl auf Merina. "Da es sich bei dem Tier um eine Merinoschafdame aus Spanien handelt, passt der Name gut. Außerdem lässt sich der Name auch wunderbar als Määährina aussprechen", begründet die Leiterin des Hauses, Jana Kämpfe, die Wahl.

Merina soll künftig für die Tuchfabrik und zugleich die Landesausstellung zur sächsischen Industriekultur - das Haus ist 2020 eines der Austragungsorte - werben. Das macht das Schaf nicht allein. Derzeit gibt es drei große Exemplare davon, jeweils 90 Zentimeter hoch und 1,20Meter lang. Ein Exemplar steht in der Tuchfabrik und weist die Besucher bereits jetzt auf das im April beginnende Ereignis hin. Ein weiteres Schaf erhält im Foyer des Rathauses neben dem großen Weihnachtsbaum seinen Standort und geht dann auf "Wanderschaft" durch die Stadt. Das dritte Exemplar wird in den kommenden Wochen auf Reisen gehen und soll unter anderem bei diversen Veranstaltungen außerhalb von Crimmitschau, beispielsweise bei der Tourismusmesse im Januar in Zwickau, auf die Tuchfabrik neugierig machen.

Inzwischen gibt es das große Schaf, das im März erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt wurde, auch in Miniaturform. Der Grund: Das XXL-Modell aus Kunststoff kostet rund 600 Euro. Der "Nachwuchs" ist mit 27 Euro je Exemplar bedeutend preisgünstiger und erfüllt den gleichen Zweck. Nachdem das Schaf nun einen Namen hat, soll daraus quasi eine ganze Herde werden und es überall in der Stadt nur so von gelben Schafen wimmeln. Dazu sucht die Tuchfabrik in Zusammenarbeit mit dem Förderverein und der Stadt noch Paten für die Tiere. Wer Interesse hat und ein Schaf kaufen möchte, kann sich in der Tuchfabrik melden. "Ich denke zum Beispiel an Firmen, die das Tier auf ihrem Gelände aufstellen können, oder auch Händler, die das Schaf beispielsweise im Schaufenster platzieren", sagt Jana Kämpfe.


Fabrik besaß ganze Herde

Der Hintergrund für die Wahl eines Schafes als Maskottchen: Textilfabrikant David Friedrich Oehler (1725 bis 1797), der in seinem Unternehmen circa 500 Weber und Färber beschäftigte, befasste sich auch mit der Schafzucht. Er besaß seit 1764 in Frankenhausen eines der größten Rittergüter in der Region. Dort begann Oehler eine Merinoschafzucht - als Rohstoffquelle für die Streichgarnspinnerei. Oehler hat sich damals intensiv mit der Schafzucht beschäftigt, um auf Wolle in einer perfekten Qualität zurückgreifen zu können.

Die Landesausstellung findet vom 25. April bis 1. November 2020 statt. Zentraler Veranstaltungsort ist der Audi-Bau in Zwickau. Crimmitschau ist einer von sechs Nebenschauplätzen. (umü)

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