"Parcours regt zum Nachdenken an"

Koordinator Stefan Tomesch über Ergebnisse der Arbeit

Crimmitschau.

Das "Haus der Suchtprävention" in Crimmitschau besteht seit zwei Jahren. Mehr als 1200 Schüler und Auszubildende aus dem Landkreis Zwickau haben bisher den Parcours an der Zwickauer Straße absolviert. Holger Frenzel sprach mit Koordinator Stefan Tomesch (50) über die Schwerpunkte und die Entwicklung.

Freie Presse: Welche drei Drogenarten bereiten im Landkreis Zwickau die größten Probleme?

Stefan Tomesch: Illegale Drogen wie Chrystal Meth, Alkohol und Nikotin. Darauf gehen wir auch im "Haus der Suchtprävention" ein.

Haben sich die Schwerpunkte innerhalb der letzten zwei Jahre verschoben?

Die Anzahl der Leute, die zu Chrystal Meth greifen, wächst. Das liegt offenbar an den Beschaffungsmöglichkeiten durch die Nähe zu Tschechien. Zum Teil greifen Gymnasiasten vor Prüfungen zu der gefährlichen Droge. Zudem ist festzustellen, dass die Kinder und Jugendlichen immer früher Nikotin ausprobieren. Zuletzt gab es schon Anfragen von Grundschulen, die unseren Präventionsparcours nutzen wollen.

Aus welchen Grundschulen kam der Hilferuf?

Die Namen der Einrichtungen sollen nicht genannt werden. Es handelt sich um Grundschulen in Zwickau. Dort greifen schon Dritt- und Viertklässler zur Zigarette.

Welchen Effekt haben Sie bisher bei den jungen Leuten durch das "Haus der Suchtprävention" erreicht?

Wir regen zum Nachdenken an. Wenn die Schüler und Auszubildenden unsere Einrichtung verlassen und sich Gedanken über ihre Situation machen, haben wir schon viel erreicht. Zum Teil haben sie nach dem Besuch im "Haus der Suchtprävention" die Unterstützung bei Beratungsstellen gesucht. Von dort gab es die entsprechenden Rückmeldungen. Die Netzwerk-Partner sehen uns mittlerweile nicht mehr als Konkurrenz.

Wo gibt es Unterstützung für Eltern, wenn Kinder zu Drogen, Alkohol oder Zigaretten greifen?

Eine erste Anlaufstelle ist der Beratungslehrer an den Schulen. Ein Faktor ist, wie Eltern den Umgang mit Drogen vorleben. Mittelfristig sollen im "Haus der Suchtprävention" auch Elternabende stattfinden.

Wie wird das Angebot finanziert?

Wir brauchen ein Jahresbudget von rund 50.000 Euro. Bisher unterstützen uns Freistaat, Landkreis und Stadtverwaltung. Wir hoffen, dass es auch in den nächsten Jahren weiter die Zuschüsse gibt. Die entsprechenden Anträge sind gestellt. Ein Vorteil ist, dass die Räume im Verein zur Förderung und Betreuung Jugendlicher und Erwachsener in Crimmitschau bisher kostenlos zur Verfügung gestellt werden.

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