Piraten und Drachen erobern Kinderdorf

Mehr als 2000 Gäste ließen sich die zweite Auflage des Lichterzaubers nicht entgehen. Märchenwesen und viele Lichter sorgten für Stimmung.

Zwickau.

Kinder warten normalweise selten darauf, dass es dunkel wird. Am Samstag war das anders - zumindest bei denen, die den zweiten Zwickauer Lichterzauber im SOS-Kinderdorf besuchten. Wo hat man sonst die Gelegenheit, bei Nacht durch einen gespenstischen Märchenwald zu streifen - Schrecksekunden inklusive?

Im Schein farbiger Lampen erschienen die Figuren aus den Geschichten der Gebrüder Grimm, Hans-Christian Andersens oder Wilhelm Hauffs im wahrsten Sinne des Wortes in einem anderen Licht. "Das war gruselig, aber schön", sagte die sechsjährige Annabell aus Zwickau, die mit ihren Großeltern gekommen war. Jede der Figuren ist ein Unikat. "Wir haben alles inklusive der Kleider selbst hergestellt", sagte Steffi Zyla, Chefin der gleichnamigen Zwickauer Eventagentur. Vor zwei Jahren erlebte der Lichterzauber im Kinderdorf seine Premiere. Inzwischen ist die Agentur mit dem Programm "Land of Fantasy" deutschlandweit unterwegs.

Am Samstag mussten die Autos aus den Carports der Kinderdorf-Häuser weichen und den Lichtinstallationen Platz machen. Neben diversen bunt leuchtenden Fantasie-figuren fand darin auch ein Aquarium Platz. Freilich ohne Wasser, erinnerte es dennoch an die Südsee mit bunten Fischen zwischen Korallen und farbenfrohen Pflanzen. Die Beleuchtung sorgte für das richtige Unterwasser-Gefühl. Erst auf den zweiten Blick fiel auf, dass das Innenleben des Aquariums aus Plaste-flaschen, Bauschaum und anderen Restmaterialien gestaltet war.

Seine Premiere erlebte an diesem Abend "türlich". Der 1,80 Meter hohe Drache hatte es dem vierjährigen Torben so sehr angetan, dass der Junge sich die Figur mit den rot leuchtenden Augen und der dampfenden Nase für sein Kinderzimmer wünschte. Innerhalb von vier Monaten formte Marco Kunz den Drachen aus Pappmaschee. Die Idee für den eigenwilligen Namen hatte er beim Anblick einer Einkaufstüte, bei der ein Teil des Wortes "natürlich" verdeckt war.

Neben der Schwarzlicht-Show der Schönburger Fahnenschwinger und dem viel bejubelten musikalischen Feuerwerk mit zahlreichen Effekten am Ende des Lichterzaubers waren die beiden Vorstellungen der Piratenshow ein weiterer Anziehungspunkt für die Zuschauer. Auf einem sechs Meter langen Schiff kämpften die Freibeuter gegen die Widrigkeiten des Meeres sowie mit Stunts und jeder Menge Nebel und Explosionen gegen diverse Feinde.

Das Fest erschien rundherum als gelungen. Nur eines klappte nicht so wie zunächst geplant. "Eigentlich wollten wir 900 Luftballons zum Stadtjubiläum steigen lassen", sagte Kinderdorf-Chef Heiko Engelhardt. Doch Proteste von Tierschützern, die befürchteten, Vögel könnten sich in den Bändern an den Ballons verheddern, hatten das verhindert. "Die Besucher konnten die Ballons kaufen und mit nach Hause nehmen", sagte Engelhardt.

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