Privat statt kommunal: Camper sind skeptisch

Die Suche nach einem Betreiber für den Platz in Mannichswalde hat begonnen. Das sorgt für Verunsicherung bei den Stammgästen.

Mannichswalde.

Marco van Elkan lädt auf dem Campingplatz in Mannichswalde seinen eigenen Akku wieder auf. Der 46-Jährige fährt mit einem Langos-Stand zu vielen Stadtfesten, wo stets Trubel herrscht. "Umso mehr genieße ich an den freien Tagen die Ruhe und Idylle auf dem Campingplatz als Gegenteil zum Beruf", sagt van Elkan. Er gehört mittlerweile zu den Stammgästen in Mannichswalde. Seit fünf Jahren kommt er regelmäßig auf den Campingplatz. Als Vorteile nennt der Gößnitzer unter anderem die Nähe zum Freizeit- und Erlebnis- bad und die Unterstützung der Mitarbeiter.

Für Unruhe sorgen derzeit bei Marco van Elkan und einigen seiner Nachbarn die Pläne der Verantwortlichen im Crimmitschauer Rathaus. Der Stadtrat hat vor wenigen Tagen entschieden, dass die Dienstleistungskonzession zur Pacht und Betreibung des Campingplatzes aus- geschrieben werden soll. Die Unterlagen werden wahrscheinlich noch im September im Internet veröffentlicht. Damit begibt sich die Stadt auf die Suche nach einem privaten Betreiber, der die Aufgabe im nächsten Jahr übernehmen soll. "Das ist alles andere als ein genialer Schachzug. Eine Privatisierung ist oft mit einer Preiserhöhung und Serviceredu- zierung verbunden", sagt Marco van Elkan.

Der Campingplatz in Mannichswalde ist für die Stadt ein Zuschussgeschäft. Zuletzt musste Crimmitschau rund 8000 Euro pro Jahr für dieses Freizeitangebot drauflegen. "Mit der Ausschreibung soll ein privater Betreiber, der den Campingplatz effektiver betreiben kann, gefunden werden", sagt Wolf-Dietrich Hegenbarth, stellvertretender Leiter des Fachbereichs für Kultur-, Sport- und Freizeitstätten. Sein Plan: Wenn sich das Badpersonal nicht mehr um den Campingplatz kümmert, können Lohnkosten für geringfügig Beschäftigte im Freizeit- und Erlebnisbad eingespart werden. Die Dienstleistungskonzession soll für einen Zeitraum von drei Jahren vergeben werden. Zudem ist die Option auf eine Verlängerung vorgesehen. Der kurz nach der Wende entstandene Platz reicht für 38 Wohnwagen und 100 Zelte. Zudem kann in einer Wagenburg mit sieben Planwagen übernachtet werden, die sich allerdings in einem schlechten Zustand befinde. Vor zwei Jahren gab es 1583 Übernachtungen, 2015 waren es 1699. In diesem Jahr stehen bis Ende Juli knapp 850 Übernachtungen in der Statistik.

Ein Risiko für einen privaten Betreiber könnte das fehlende Bekenntnis der Stadt zum benachbarten Freizeit- und Erlebnisbad darstellen. In den Ausschreibungsunterlagen steht, dass das Bad gegebenenfalls nicht beziehungsweise nur eingeschränkt betrieben werden kann. Damit schützt sich die Stadt vor einer späteren Auseinandersetzung. Rathaussprecherin Uta Pleißner erklärt: "Ein Nutzer des Campingplatzes hat sozusagen keinen Anspruch auf die Art und Weise des Badbetriebes."

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...