Schützen küren den neuen König

Das Lauenhainer Schützenfest erlebte am Wochenende seine 25. Auflage. Das traditionelle Königsschießen der Vereinsmitglieder stand zum 20. Mal auf dem Programm und war einer der Höhepunkte.

Lauenhain.

Ein Jahr lang darf sich Thomas Maly jetzt Schützenkönig nennen. Er bewies beim 20. Ausschießen der Lauenhainer Königswürde mit der Armbrust ein sicheres Auge und ein ruhiges Händchen. Trotz eines klaren Bekenntnisses seines Amtsvorgängers Fred Donath, den Titel um jeden Preis zu verteidigen, musste der sich letztendlich geschlagen geben. Für den Vereinsvorsitzenden Eberhard Schröter war dieser Wechsel der Titelträger nicht ungewöhnlich. "Bislang hat es in unserer Vereinsgeschichte nur ein Schütze geschafft, den Titel zweimal in Folge zu erkämpfen. Denn bei allem Können gehört immer auch ein Quäntchen Glück zum Königsschießen", sagte der 80-Jährige. Was Schröter nur am Rande erwähnt: Er war derjenige, der sich den Titel zweimal hintereinander holte. Zwar würde die Armbrust vor Beginn des Wettbewerbes eingeschossen und das Trefferbild für alle sichtbar ausgelegt. Schon eine minimale Unwucht des Bolzens, verursacht beim Aufprall auf die Zielscheibe, könne die Flugbahn beeinflussen. Das ist keineswegs die einzige Unsicherheit. Schröter: "Manchmal trifft man ein Teil nur knapp, und es bleibt hängen. Das ist dann eben Schützen-Pech."

Dass Königsschießen erfolgt nach historischem Vorbild, ist demzufolge auch an einige alte Regeln gebunden. Geschossen wird aus zehn Metern Entfernung auf einen Holzvogel. Die Aufgabe der Schützen besteht darin, mit dem Bolzen der Armbrust die 31 rund um den Vogelkörper angeordnete Holzteile - darunter symbolisierte Federn und Fähnchen - abzuschießen. Jedem Teil ist ein bestimmter Wert zugeordnet. Wer am Ende die meisten Punkte auf seinem Konto verbuchen kann, ist Schützenkönig. Und wer die meisten Fehlschüsse hinlegt, muss im kommenden Jahr die Armbrust für die Wettkampfteilnehmer spannen. Am Samstag war es Thomas Tröltzsch, der Mal um Mal ran musste, um seinen Schützenbrüdern das beschwerliche Spannen abzunehmen. Ebenfalls nach historischem Vorbild wurde das Königsschießen vom Pritschenmeister geleitet - eine Paraderolle für Wolfram Endrigkeit. Er rief nicht nur die jeweiligen Schützen auf und vermerkte akribisch deren Treffer. Er kommentierte auch mit freundlich bissigen Worten sämtliche Fehlschüsse. Einschließlich der Übergabe eines "Brillen-Fähnchens" an den Betreffenden. Und es gibt noch eine alte Tradition, an der die Lauenhainer mit Begeisterung hängen. Der neu gekürte Schützenkönig darf nämlich nicht nur repräsentieren, sondern muss für seine Mitstreiter auch ein Königsessen ausrichten.

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