Viertklässler lernen künftig im Container

Eine halbe Million Euro wird in die Grundschule in Frankenhausen investiert. In der Bauphase muss improvisiert werden - auch mit einem ungewöhnlichen Klassenzimmer.

Frankenhausen.

18 Mädchen und Jungen ziehen in der Grundschule im Crimmitschauer Ortsteil Frankenhausen vorübergehend um: vom Klassenzimmer in einen Container. Ab Montag lernen die Viertklässler im Ausweichquartier. "Die Wahl ist auf die ältesten Schüler gefallen, da sie am selbstständigsten sind", sagte Schulleiterin Anett Knauer. Ihre Bildungseinrichtung verwandelt sich zur Baustelle, rund eine halbe Million Euro wird in die Grundschule investiert.

Neben dem Aufbau des Gerüstes stellt die Anlieferung des Containers den Startschuss für das Bauprojekt dar. Die Elemente wurden am Montag im Bereich von Schulhof und Sportplatz aufgestellt. Zudem mussten Strom und Heizung angeschlossen werden. Am Mittwoch konnten Stühle, Bänke und Schränke eingeräumt werden. Das provisorische Klassenzimmer hat eine Größe von knapp 60 Quadratmetern. Die Kosten für Montage, Rückbau und Miete belaufen sich auf rund 9000 Euro. Das Container-Klassenzimmer soll zwei Monate stehen bleiben.

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Für die Verantwortlichen der Stadtverwaltung und der Grundschule gibt es keine Alternative zum Ausweichquartier. "Das Schulhaus ist komplett belegt. Wir brauchen aber stets mindestens ein freies Zimmer, um schrittweise die Fenster auszutauschen", sagte Heiko Böttcher, Mitarbeiter des Bau-Fachbereichs der Stadtverwaltung. Ab Montag ist ein Klassenzimmer stets für die Handwerker reserviert. Ein Umzug in andere Räume im Ortsteil, wo es unter anderem das Kloster und die Kindertagesstätte "Kinderoase" gibt, war kein Thema. "Das funktioniert logistisch nicht", sagte Böttcher.

Mitarbeiter aus acht Unternehmen werkeln in den nächsten Wochen im Schulhaus. In den Ausschreibungen wurde festgelegt, dass zwischen 8 und 13 Uhr keine lärmintensiven Arbeiten durchgeführt werden dürfen. Sie sollen auf die Nachmittagsstunden verschoben werden. Im Gebäude, das 1890 als Dorfschule errichtet wurde, wartet viel Arbeit: Die Schule wird momentan noch durch einen Öl-Heizkessel mit Wärme versorgt. Die Technik stammt aus dem Jahr 1991. Nun wird ein Gasbrennwertgerät installiert. Zudem sollen die Fenster ausgetauscht und die Fassade erneuert werden. Bei der Auswahl des Farbtones hatten Lehrer und Eltern ein Mitspracherecht. Eine Designerin stellte verschiedene Varianten vor. Die Schulkonferenz entschied sich für einen aprikosenfarbenen Anstrich. Der Ton ist dabei über und unter den Fenstern etwas heller als an der restlichen Fassade. "Wir haben uns für einen freundlichen Farbton entschieden", sagte Anett Knauer. Sie macht deutlich: "Alle sind froh, dass es endlich losgeht. Wir nehmen in der Bauphase auch Einschränkungen in Kauf."

In die Kosten von 491.000 Euro teilen sich Stadt (295.000 Euro) und Freistaat (196.000 Euro). Im Anschluss können 2020 und 2021 die Klassenzimmer renoviert werden. Dafür stehen noch einmal zusätzlich 93.750 Euro zur Verfügung. 160Mädchen und Jungen lernen an der Grundschule.

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