Werbung ist nicht nötig

90 Jahre Kober - Eine Sommerwoche lang wohnen Kinder an der Talsperre. Eine Nachtwanderung darf nie fehlen.

Langenhessen.

Ein Zeltlager an der Kober ohne Nachtwanderung? Undenkbar. "Darauf lauern die Kinder regelrecht", sagt Thomas Schreiber, der beim DRK-Kreisverband Zwickauer Land seit 1995 für die Organisation des traditionellen Sommerlagers zuständig ist. "Für diese Ferienwoche brauchen wir keine Werbung zu machen, weil die Mundpropaganda unter den Kindern gut funktioniert. Manche Eltern müssen ihren Urlaub mit unserem Termin abstimmen, sonst kommt der Nachwuchs nicht mit in den Familienurlaub", meint der 61-Jährige schmunzelnd.

Fünf große Zelte werden in jedem Jahr, meist im Juli, für die Ferienkinder auf dem Gelände des Zeltlagers des Crimmitschauer Vereins FAB genutzt. In fünf Gruppen schlafen die Sechs- bis 16-Jährigen in den Mannschaftszelten. Seit vielen Jahren kümmern sich Christine Naumann und Kathrin Kühn um den kompletten Alltag im Zeltlager. "Diese Woche an der Kober macht immer wieder Spaß. Bisher ist auch alles glatt gelaufen", sagt Christine Naumann, die auch tröstet, wenn einige Kinder doch mal das Heimweh plagt. Ihr Mann Mike Naumann ist Gerätewart bei der Freiwilligen Feuerwehr Crimmitschau. "Die Kameraden unterstützen uns von Anfang an. Unter anderem veranstalten sie mit den Kindern Feuerwehrwettkämpfe", erzählt Thomas Schreiber. An drei Vormittagen der Ferienwoche stehen immer andere Projekte im Mittelpunkt. Da geht es um Erste Hilfe oder eben um die Arbeit bei der freiwilligen Feuerwehr. Tagesausflüge wie in den Leipziger Zoo, ins Hygienemuseum nach Dresden oder in den Saurierpark Kleinwelka machen die Woche abwechslungsreich. "Außerdem bekommen die Kinder immer einen Grillabend gesponsert", sagt Thomas Schreiber.


Seine Anfänge nahm das Zeltlager 1976 mit einem Spezialistencamp für junge Sanitäter. Die kamen aus Werdau, Reichenbach, Hohenstein-Ernstthal, Zwickau und Auerbach. Rund 100 Kinder waren es. Auch Wochenendlager von Rotkreuzmitgliedern zwischen 14 und 20 Jahren fanden an der Talsperre statt. Zwischen 1976 und 1995 leitete DRK-Mitarbeiterin Elke Lippold das Zeltlager. In den 1990er-Jahren erlebte die Ferienveranstaltung eine kurze Besucherflaute. "Wir sind dann unter anderem in Pirna oder im Waldpark Grünheide mit den Kindern gewesen." 2011 kehrte der Sommerspaß an die Kober zurück.

Aber das hat bald ein Ende. Der DRK-Kreisverband hat die Wagenburg im Freibad Mannichswalde übernommen. Vielleicht wohnen die Kinder nächstes Jahr bereits dort und verbringen ihre Ferientage.

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