Westtrasse: Extra Anschlussstelle gefordert

Die Gemeinde hat sich zu den möglichen Varianten der neuen S 289 in Ruppertsgrün positioniert und zugleich einen neuen Vorschlag ins Gespräch gebracht.

Fraureuth.

Der künftige Verlauf der Staatsstraße 289 (Westtrasse) in Römersgrün sorgt in der Gemeinde Fraureuth weiter für Gesprächsstoff. Vorerst hat der Rat unter das Thema jedoch einen Schlussstrich gezogen und auf seiner jüngsten Sitzung seine Stellungnahme zur Vorplanung für den noch fehlenden Abschnitt in Römersgrün verabschiedet. Der Beschluss wurde mit zwei Stimmenthaltungen gefasst.

Bei der favorisierten Variante - sieben standen im Vorfeld zur Diskussion - handelt es sich um Vorschlag eins. Deren Verlauf: Vom Ende der Ausbaustrecke in Ruppertsgrün verläuft die Straße parallel zur Bahnstrecke und kreuzt nach der Brücke in Römersgrün die Reichenbacher Straße. Kurz danach ist eine Brücke über die Bahnstrecke geplant. Anschließend verläuft die neue S 289 einige Meter von der Poststraße entfernt über unbebautes Land und wird im Bereich der Ampel an der Kreuzung Poststraße/B 173 angebunden.

In ihrer Stellungnahme als Trägerin der öffentlichen Belange - das sind neben der Kommune beispielsweise auch die Bahn und Energieversorger - hat die Gemeinde mehrere Forderungen aufgemacht. Dazu gehören unter anderem zum Schutz der angrenzenden Wohnbebauungen das beidseitige Errichten von Lärmschutzwänden sowie der Einbau sogenannten Flüsterasphalts. Priorität hat für die Gemeinde der Wegfall der geplanten Brücke über die alte S 289 und Reichenbacher Straße. An ihrer Stelle soll eine Kreuzung beziehungsweise ein Kreisverkehr errichtet werden. "Ansonsten ist zu befürchten, dass insbesondere der Verkehr aus dem Gewerbegebiet Neumark, der sich aus und in Richtung A 4 bewegt, auch künftig den kürzesten Weg zur geplanten Abfahrt in Höhe des Zusammenschlusses der alten und neuen Ausbau- strecke nutzen wird und damit weiter durch die Ortslage Römersgrün rollt", begründete Bürgermeister Matthias Topitsch (CDU) die Forderung der Gemeinde.

Eine Bitte der Kommune ist als Ausgleichsmaßnahme die Wiederaufnahme des Abrisses der ehemaligen Tuchfabrik Beiersdorf inklusive der Renaturierung des Gesamtgeländes. "Die Maßnahme war bereits Bestandteil der Vorplanungen für die Verlegung der S 280 in Ruppertsgrün. Aufgrund des nun vorliegenden Eigentumsverzichtes der damaligen Eigentümerin kann das Vorhaben jetzt umgesetzt werden", so Topitsch weiter. Und noch eine Forderung machte die Kommune auf: Zur Kompensation des Verbotes für Radfahrer und Fußgänger im Bereich der Neubaustraße ist der Bau eines Rad- und Wanderweges als Verbindung zwischen dem Höllenweg und der Mühlenstraße vorzusehen. "Wir müssen nun abwarten, was von unseren Wünschen bei den weiteren Planungen berücksichtigt wird."

Den Unterlagen an die Gesellschaft für Verkehrswesen und ingenieurtechnische Bauwerke (kurz List genannt) in Hainichen, unter deren Regie das Bauvorhaben umgesetzt wird, hat die Gemeinde einen weiteren Vorschlag zum Verlauf der künftigen neuen S 289 beigefügt. Dabei handelt es sich um einen Vorschlag des Ortschaftsrates von Beiersdorf. Das Papier, eine Kombination aus den Varianten null und eins, hatte Ortsvorsteher Uwe Neubauer zur Ratssitzung im September schon einmal ins Gespräch gebracht und dem Rat und den Gästen präsentiert. Er stellte den Vorschlag, der aus einem teilweisen Ausbau der alten S 289 und einem Neubau- abschnitt besteht, nun noch einmal kurz vor. "Für die Umsetzung unseres Vorschlages würden weniger Flächen versiegelt. Außerdem könnten das Gewerbegebiet Beiersdorf und der Agrarhof besser angebunden werden", machte Neubauer noch einmal deutlich. Der Nachteil wäre der zusätzliche Bau einer Brücke. "Wir werden den Vorschlag zur Prüfung auf Machbarkeit an die List weiterreichen", sagte Topitsch.

Die Leiterin des Bauamtes in der Gemeinde, Stephie Claus, erklärte dem Rat das weitere Vorgehen. "Die Vorschläge der Träger der öffentlichen Belange werden von der List geprüft, daraus eine Vorzugsvariante erarbeitet und die dem Ministerium für Wirtschaft und Verkehr in Dresden vorgelegt. Stimmt das den Unterlagen zu, erfolgt das Planfestungsverfahren. In dem ist auch die Meinung der Bürger gefragt."

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