Wo es im Landkreis am häufigsten schüttet

Heftige Niederschläge richten auch in Westsachsen Schäden an. Im Durchschnitt ist jedes elfte Haus betroffen.

Zwickau.

Von den ganz großen Naturgewalten ist der Landkreis Zwickau zuletzt verschont geblieben. Dabei war 2018 deutschlandweit ein Jahr der Extreme, wie der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) konstatiert. "Schwere Stürme, große Hitze, starke lokale Überschwemmungen", fasst GDV-Präsident Wolfgang Weiler die im Naturgefahrenreport aufgeführten Ereignisse zusammen.

Stürme samt der damit verbundnen Schäden haben auch die Landkreisbewohner zu spüren bekommen. Betrachtet man jedoch die letzten 20 Jahre, so hatten die Westsachsen deutlich mehr mit Wasser zu kämpfen - sowohl mit Überschwemmungen als auch mit starken Regenfällen. Nach der Statistik des GDV wurden zwischen 2002 bis 2017 im Landkreis insgesamt 47 heftige Regenschauer mit bis zu 120 Litern Wasser pro Quadratmeter gezählt. Außerdem schickte der Wettergott elfmal Dauerregen, der mehr als zwölf Stunden anhielt. Von 1000Gebäuden wurden dabei laut Statistik im Durchschnitt 89 beschädigt. Die Niederschläge sorgten vor allem für vollgelaufene Keller, unterspülte Fundamente und durchnässte Wände. Der durchschnittliche Schaden belief sich auf 5737Euro pro Gebäude. Am meisten hatte laut der Statistik die Gemeinde Remse mit Starkregen zu kämpfen. Seit der Einführung der flächendeckenden Wetterradarmessung im Jahr 2001 gingen dort sturzbachartige Schauer mit einer Gesamtdauer von 28,9 Stunden nieder. Auf den Plätzen folgten Crinitzberg (26,9) und Waldenburg (25,2). Über die Schäden, die die Regenmassen dort an Häusern anrichteten, gibt es jedoch aus Datenschutzgründen keine öffentliche Übersicht.

Am besten kommt in der Statistik die Gemeinde Langenbernsdorf weg, wo es "nur" 8,6 Stunden sehr heftig regnete. Reinsdorf (10,7) und Wilkau-Haßlau (11,7) folgen. "Unsere Untersuchung zeigt jedoch, dass jeder Ort quasi gleich stark von solch gefährlichen Regenmengen bedroht ist", sagte Andreas Becker vom Deutschen Wetterdienst. "Gegenden, die bisher nur wenige Schäden erlebten, haben schlicht Glück gehabt."

Lediglich 43Prozent der Hausbesitzer im Landkreis haben eine Elementarschadenversicherung und sind somit finanziell gegen die Folgen geschützt. "Diesen Schutz haben viele Hausbesitzer vernachlässigt", sagte Oliver Hauner, GDV-Naturgefahrenexperte. Dabei könnten heftige Regenfälle Häuser bis zur Unbewohnbarkeit beschädigen. Laut dem Baukonstruktionsforscher Thomas Naumann kommt Starkregen zudem fast ohne Vorwarnzeit. Er sieht sowohl Kommunen als auch Hausbesitzer in der Pflicht. "Die müssen die Ereignisse vordenken und vorplanen", sagte der Professor an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden.

In den vergangenen 16 Jahren bis 2017 waren die Bewohner des Freistaates Sachsen 1369-mal von Starkregen betroffen. Dabei wurden den Versicherungen 101.400 Schadensfälle gemeldet. Der teuerste Schaden an einem einzelnen Einfamilienhaus: 379.000 Euro.

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