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Die meisten Schadstellen im Mildenauer Gebiet befanden sich im Wald beziehungsweise auf landwirtschaftlich genutzten Flächen. Frank Rottluff (l.) vom Oberbergamt und Projektleiter Dirk Nötzold von der Wismut überprüfen letzte Details am Schurf 25. Im Bild ebenfalls zu erkennen sind die Fundamente des einstigen Förderturms, der hier Ende 1940/Anfang 1950 stand. Die Überreste sollen als Zeitzeugen erhalten bleiben.

Foto: Sebastian PaulBild 1 / 2

Bergbauschäden: Mildenauer Untergrund ist wieder sicherer

Drei Jahre lang haben die Wismut und das Oberbergamt für 2,7 Millionen Euro Schadstellen in der Gemeinde saniert. Doch ganz verschwunden sind die Erinnerungen an die Vergangenheit nicht -und das sogar ganz bewusst.

Von Denise Märkisch
erschienen am 13.06.2018

Mildenau. Dass in Mildenau Bergmänner nach Bodenschätzen gesucht haben, ist nicht neu, wenngleich das Ausmaß vielen bisher unbekannt war. Reich wurde zwar niemand, da die Funde eher mager ausfielen. Doch die bergmännischen Tätigkeiten der Vergangenheit - egal ob Altbergbau oder Wismut - werfen ihre Schatten bis in die Gegenwart. Dutzende Schadstellen sind geblieben, die nun von der Wismut GmbH beziehungsweise dem Oberbergamt beseitigt wurden. Vor drei Jahren startete das Sanierungsprojekt, erklärt Manfred Speer. Er ist für Wismut-Altstandorte zuständig. Und um eben solche Altstandorte handelt es sich in Mildenau. Damit sind konkret jene Objekte gemeint, die in den 1940er- bis 1960er Jahren auf der Suche nach Uran entstanden sind, später allerdings an die jeweilige Kommune beziehungsweise Privateigentümer zurückgingen. Somit konnten sie nach der Wende nicht mehr der SDAG (Sowjetisch-Deutsche-Aktionengesellschaft) Wismut zugeordnet werden, was bei der Finanzierung der Sanierung zunächst Probleme aufwarf.

Gelöst werden konnte das erst 2003 mit dem Abschluss eines Verwaltungsabkommens mit einem Gesamtvolumen von 78 Millionen Euro zwischen dem Bund und dem Freistaat Sachsen. 2013 wurde dieses Abkommen ergänzt. Bis 2022 stehen zusätzliche 138 Millionen Euro zur Verfügung. Ein Teil davon, etwa 2 Millionen Euro wurde nun in Mildenau investiert. Weitere 700.000 Euro kamen für die Beseitigung der Schäden aus dem klassischen Altbergbau hinzu, für die das Sächsische Oberbergamt zuständig ist.

Rückblick: Im Sommer 2013 wurde der Projektantrag gestellt, berichtet Manfred Speer. Danach begann ein spezialisiertes Ingenieurbüro mit der Planung, die schließlich das Bauunternehmen Bergbau Tiefbau Oelsnitz für beide Auftraggeber ausführte. Dutzende Schadstellen, darunter mehrere Oberhauen, ein Schacht und Schürfe verschiedener Art wurden gesichert. Im Verlauf des Projektes ergänzte zudem das Oberbergamt seine Liste an Schadstellen, die in Mildenau verwahrt werden sollten. Ursprünglich waren nur drei Stellen vorgesehen. Später kamen weitere hinzu, so Frank Rottluff, zuständiger Projektleiter vom Oberbergamt. Ziel sei es gewesen, die Gefahren, die von unterirdischen Hohlräumen ausgehen, zu beseitigen. Dabei würde bei Schäden außerhalb der Bebauung einer Kommune rein rechtlich eine Umzäunung der Gefahrenstelle reichen. Doch da die Wismut einmal in dem Gebiet aktiv wurde, wollte man den Altbergbau nicht unbehandelt lassen, so Rottluff.

Für alle Beteiligten sei das Projekt in Mildenau ein sehr spannendes gewesen, berichtet der Projektverantwortliche Dirk Nötzold. Am Beginn habe alles nach einer trivialen Angelegenheit ausgesehen. Daher rechnete man anfänglich auch nur mit einer Bauzeit von eineinhalb Jahren. Doch der Untergrund von Mildenau, oder das Mildenauer Gebirge, wie sich Nötzold ausdrückt, sei nicht so standfest wie angenommen. Daher mussten die Plomben zum Teil deutlich tiefer gesetzt werden, als vorgesehen. Auch die heftigen Stürme der jüngsten Vergangenheit trugen zur Bauverzögerung bei, weil die Wege zu den Baustellen teilweise unpassierbar waren.

Zuletzt waren die Bauarbeiter am sogenannten Schurf 25 im Einsatz. An der Stelle mitten im Wald befand sich zuvor laut Dirk Nötzold ein relativ markanter Bruchtrichter. Von den bergbaulichen Aktivitäten Ende von 1949 bis 1952 zeugen zudem die Fundamente des einstigen Förderturms, die bis heute zu sehen sind. Und auch bei den jetzigen Verwahrarbeiten blieben sie ganz bewusst erhalten. Immerhin gehöre der Bergbau zur Geschichte der Region, begründet Nötzold. Diese Sichtweise und dass die Fundamente des Förderturms erhalten geblieben sind, freut auch Heiko Melzer. Er ist Mitarbeiter der Gemeinde Mildenau und in seiner Freizeit Heimatforscher mit Schwerpunkt Bergbau. Erst vor Kurzem wurde ein Bergbaupfad eröffnet, den er maßgeblich mitgestaltet hat.

 
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