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Dickdarmkrebs ist die zweithäufigste Krebserkrankung in Deutschland.

Foto: Foto: psdesign1/Fotolia.com

Darmkrebs: 57 Neuerkrankungen allein im vergangenen Jahr

Die Gesundheitsakademie des Erzgebirgsklinikums in Annaberg-Buchholz widmete sich jetzt der zweithäufigsten Krebsart in Deutschland. Chefarzt Ronny Frey plädierte dafür, dass die Darmspiegelung als Vorsorge kein Tabuthema sein darf.

Von Denise Märkisch
erschienen am 10.10.2017

Annaberg-Buchholz. Die Diagnose ist für alle Betroffenen ein Schock: Dickdarmkrebs. Allein im vergangenen Jahr wurden am Erzgebirgsklinikum (EKA) in der Kreisstadt 57 Neuerkrankungen registriert. Laut Dr. Ronny Frey, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin II im EKA, handelt es sich bei Darmkrebs (Kolonkarzinom) um die zweithäufigste Krebserkrankung in Deutschland. Auch aus diesem Grund war diese Krebsart Thema der jüngsten Gesundheitsakademie - ein Angebot, das sich an medizinisches Personal und interessierte Bürger wendet.

"Dickdarmkrebs entwickelt sich über einen sehr langen Zeitraum", erklärte Ronny Frey. Zunächst entstehen Polypen, woraus sich im Verlauf der Krebs entwickelt. Im Schnitt dauert diese Entwicklung fünf bis zehn Jahre, so der Mediziner. Aus diesem Grund seien Darmspiegelungen eine hervorragende Krebsvorsorge. Denn werden dabei Polypen entdeckt, können diese auch gleich entfernt werden. So kann verhindert werden, das daraus Krebs wird. Und da die Wahrscheinlichkeit, an Darmkrebs zu erkranken, ab dem 40. Lebensjahr zunimmt - Männer sind übrigens etwas häufiger betroffen -, sollte ab dem 55. Lebensjahr mit der Vorsorge begonnen werden. Dabei seien Darmspiegelungen heute nicht mehr so schlimm wie früher vielleicht einmal, so Ronny Frey.

Welche Symptome deuten auf eine Darmkrebserkrankung hin? Chefarzt Frey nennt vor allem Blutarmut, ungewollten Gewichtsverlust, Blut im Stuhl und deutlich veränderte Stuhlganggewohnheiten. Eine endgültige Diagnose bringe aber erst eine Gewebeentnahme im Rahmen einer Darmspiegelung. In den meisten Fällen schließe sich danach die operative Entfernung des Tumors an, erklärte Dr. Ronny Frey. Mit diesem speziellen Thema wird sich eine gesonderte Gesundheitsakademie im kommenden Jahr befassen. Zudem folge in vielen Fällen eine Chemotherapie als Nachbehandlung, um das Risiko einer Neuerkrankung zu minimieren. Chemotherapie werde aber auch notwendig, um die Entfernung von Metastasen zu ermöglichen, die sich in der Regel zuerst in der Leber beziehungsweise Lunge bilden. Beim Thema Metastasen habe sich in den vergangenen zehn Jahren aber eine Menge getan. Ging man früher von einer unheilbaren Stufe des Krebses aus, gebe es heute sehr gute und effektive Behandlungsmethoden. Natürlich seien sie abhängig von der Anzahl, Größe und Lage der Metastasen. "Bei etwa 35 Prozent der betroffenen Patienten sind Metastasen bereits bei der Diagnose der Erkrankung vorhanden", so Ronny Frey. Blieben sie unbehandelt - also weder Chemotherapie noch operative Entfernung - liegt die Überlebenszeit der Patienten im Mittel bei sieben Monaten. Mit einer Behandlung steige die Überlebensrate auf mehr als 50 Prozent nach fünf Jahren.

Doch was kann man vorbeugend tun? Auf diese Frage nennt Ronny Frey Altbekanntes: Übergewicht sollte reduziert werden, genauso wie übermäßiger Fleischgenuss. Gesunde Ernährung, Sport, viel Obst und Gemüse wirken sich hingegen positiv aus. Und: Darmspiegelungen helfen bei der Früherkennung. Ist der Befund nach dem ersten Mal unauffällig, kann die nächste Kontrolle erst in fünf bis zehn Jahren erfolgen.

Die nächste Gesundheitsakademie findet am 2. November statt. Thema: Hilfe - mein Rücken schmerzt. Beginn: 18 Uhr.

 
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