Ehrenbergmann will noch viel Licht ins Dunkel bringen

Der nimmermüde Forscher Bernd Lahl ist am Barbaratag ausgezeichnet worden. Er vereinte Beruf und Hobby.

Annaberg-Buchholz/Chemnitz.

Er ist langjähriger Bergbauforscher und Historiker, Heimatfreund und Buchautor. Aber eigentlich ist Bernd Lahl immer noch Bergmann mit Leib und Seele. Kürzlich bekam der Chemnitzer anlässlich des Barbara- Tages den Titel "Ehrenbergmann des Besucherbergwerkes Im Gößner" verliehen. Diese Ehrung ist seit 1995 in Annaberg-Buchholz zu einem schönen Brauch geworden. Der Montanhistoriker freute sich über diese Auszeichnung und war angenehm überrascht. Und der nimmermüde Forscher ist zudem ein Annaberg-Buchholzer. Er verbrachte seine Kindheit und Jugend hier, was freilich auch seine Interessen prägen sollte.

"Ich habe die Blütezeit des Wismutbergbaus in der Stadt voll erlebt und jahrelang in einem Haus in der Friedrich-Engels-Straße gewohnt, neben dem sich gleich der Eingang zum Schacht Uranus 1 befand", erinnert sich der Heimatforscher. Und dann hat er noch im 8. Schuljahr, nach längerer Krankheit, von einem Schulkameraden eine kleine Mineralien- und Gesteinssammlung geschenkt bekommen. Ebenfalls eine Art Schlüsselerlebnis, wie er heute weiß. Nach seiner Schulzeit meldete er sich mit zwei weiteren Schulkameraden für die Bergingenieurschule. Mit von der Partie war auch sein Freund Wolfgang Nestler, der die Laudatio bei seiner Ernennung zum Ehrenbergmann hielt. "Bei der Ausbildung zum Hauer wurden wir allerdings in den Kalibergbau gesteckt", so Lahl. Dabei erinnert er sich noch gerne an diese Zeit in Merkers. Nach seinem Studium in Zwickau wirkte er von 1966 bis 1990 bei der staatlichen Verwaltung als Lagerstättengeologe. Ab 1991 bis zu seinem Ruhestand war er selbständiger Unternehmer. Sein Beruf war für den gebürtigen Annaberger schon immer gleichzeitig Neigung und Hobby.

Seit den 1970er-Jahren beschäftigt er sich intensiv mit dem Altbergbau im Erzgebirge. Lahl befasste sich unter anderem auch mit dem Bergbau in der Annaberger Region. Er forscht zu Sitten und Gebräuchen der Bergleute, zu ihren Traditionen, zur Geschichte von Gruben und somit auf vielen Gebieten, die irgendwie zur Historie des Bergbaus gehören und damit zusammenhängen. Er kam zu neuen Erkenntnissen und brachte Licht ins Dunkel, bei so manchen schlecht recherchierten oder unerforschten Sachverhalt.

Als überaus fleißiger Autor lassen sich seine gesamten Veröffentlichungen lange nicht mehr an zwei Händen abzählen. Zu seinen Werken gehören unter anderem das große Buch vom Bergbau im Erzgebirge, "Alles kommt vom Bergwerk her", "Die königlichen Topase vom Schneckenstein", "Die Geschichte des Weihachtsstollen" oder "Mettenschichten im Erzgebirge". In diesem sehr bedeutenden Werk, geht es um den Brauch und die wahre Herkunft, dieser Schicht der Bergleute am letzten Arbeitstag vor Weihnachten.

In Sachen Veröffentlichungen hat sich der rüstige Rentner im Unruhestand sogar noch einiges vorgenommen. Der Heimatforscher verrät, dass das große Bergwerksbuch überarbeitet werden soll. Ebenso sind unter anderem eine Veröffentlichung zur Fundgrube "Weißer Hirsch" in Schneeberg und über die Bergmannsweihnacht im Erzgebirge geplant. Bernd Lahl reizt die Beschäftigung mit dem Altbergbau mit seinen vielen Facetten immer wieder. "Es ist durchaus eine Herausforderung und keine einfache Sache, erfordert einen gewissen Aufwand, macht aber Spaß wenn sich mehrere Puzzle zusammensetzen lassen", so der Heimatfreund. Er verweist darauf, dass es auf diesem Gebiet viele Quellen zu erschließen und verschiedene Archive zu durchstöbern gilt. Lahl ist dafür bekannt, dass er akribisch recherchiert und nichts dem Zufall überlässt. Für seine Veröffentlichungen bekam er mehre Preise. Er ist mit 76 Jahren kein bisschen leise und für andere Hobbys bleibt da eigentlich gar keine Zeit. "Aber früher war das anders", verrät er. "Ich habe Handball und Fußball gespielt und bei Skifahren sogar einige Preise gewonnen".

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