Fernsehteam zu Gast in "dr Supp"

Beim MDR-Fernsehen laufen die Vorbereitungen für eine neue Serie. Darin geht es um den Alltag auf dem Dorf. Am Wochen- ende war ein Drehteam in Neudorf.

Neudorf.

Die Neudorfer sind bekannt. Räucherkerzchen, Suppenkönigin, Lichtlohmd und Arschleder-WM. An abgedrehten Ideen mangelt es den Neudorfern nicht. Das hat sich sogar bis in die MDR-Zentrale in Leipzig herumgesprochen. Und dort entschied man: Neudorf muss unbedingt in das neue Serienkonzept "Unser Dorf hat Wochenende". In der Reihe, die am 7. Februar beginnt, werden 32 Dörfer aus dem Sendegebiet vorgestellt. Derzeit sind die Dreharbeiten in vollem Gange. Ein Fernsehteam aus Erfurt war jetzt in "dr Supp", wie Neudorf spöttisch-liebevoll genannt wird.

"Auf Neudorf sind wir bei unserer Recherche gekommen, weil dort so viel los ist. Außerdem haben wir die Orte auch jahreszeitlich ausgewählt. Und im Winter muss man einfach ins Erzgebirge", sagt Autorin Heike Opitz vom Landesfunkhaus Erfurt. Sie ist mit einem fünfköpfigen Team angereist, um den Neudorfern auf den Zahn zu fühlen. Gerade laufen die Dreharbeiten in der "Gaststub zr Bimmelbah". Dort wird Chefin Kerstin Jahn nach allen Regeln der Kunst ausgefragt. Aber die bleibt entspannt. Den Kontakt mit den Medien ist die Chefin gewöhnt. Da macht es auch nichts, dass auch noch der "Freie Presse"-Reporter kommt. "Hier waren schon so viele von Zeitung, Radio oder vom Fernsehen. Das ist immer lustig. Aber weil das Fernsehen da ist, musste ich extra noch mal zum Friseur."

Allzu viel Zeit zum Plaudern hat die Chefin nicht. Denn vor der Kneipe steht schon die angekündigte Reisegruppe: Eine Busladung voller Dauercamper aus Brandenburg. "Die wollen unser berühmtes Neudorfer Suppen-Buffet ausprobieren. Wir haben sechs verschiedene Suppen gekocht. Alles Siegersuppen der vergangenen Jahre", erklärt Jahn. Bei der inzwischen berühmten Kirmes im Suppenland werden jedes Jahr eine Siegersuppe und eine Suppenkönigin gekürt. Im vorigen Jahr wurde die Kartoffelsuppe Danziger Art zur besten Suppe gekürt. Die ist auch heute in einem der Töpfe.

Dem Drehteam gefällt es in Neudorf. "Was mir besonders auffällt, ist die Herzlichkeit und Unkompliziertheit der Leute", sagt Regisseurin Heike Opitz. "Und der Dialekt", ergänzt Aufnahmeleiterin Julia Schade.

Den auf den ersten Blick vielleicht merkwürdigen Titel "Unser Dorf hat Wochenende" erklärt Opitz so: "Wir wollen einfach mal zeigen: Was macht das Landleben aus? Wie sieht es wirklich auf dem Dorf aus?" Und weil am Wochenende am meisten los sei, zeige die Reportage das Dorf von Freitag bis Sonntag. Ist so etwas denn auch für Städter interessant? "Ich denke schon, dass die das interessiert. Viele haben ja so eine diffuse Vorstellung oder lesen Illustrierte wie 'Landlust'oder 'Landliebe'. Ich denke mal, wir werden auch mit einigen Klischees aufräumen", ist sich die Fernsehredakteurin sicher. "Außerdem leben zwei Drittel der Zuschauer im Sendegebiet auf dem Land", so Opitz. Für die sei das doch auch interessant.

In der offiziellen Ankündigung des Senders liest sich das so: "Die MDR-Sendereihe fürs Landleben. Ein Wochenende lang fangen Reporter, Kamera und Ton Lebensgefühl, Alltag und Höhepunkte, das Miteinander und die Zankereien, das Tun und Lassen, Freuden und Sorgen, skurrile und emotionale Momente von Dorfbewohnern in Mitteldeutschland ein."

Obwohl ein Wochenende recht lang ist, haben die zwei Kamerateams einen vollen Terminplan. "Als nächstes fahren wir auf den Hang. Dort geht es um den Neudorfer Skiverein - zum Glück liegt ja Schnee. Dann wollen wir später noch ein paar Neudorfer Abendimpressionen filmen." Eisenbahn und Kirche stehen noch auf dem Plan und die Probe der Neudorfer Band Gebirgsluft ist noch nicht im Kasten. Das MDR-Team rüstet sich schon wieder zum Aufbruch. "Bevor ihr geht, gibt es aber noch ne Supp", sagt Bimmelbahn-Chefin Jahn bestimmt. Dieser Anordnung fügen sich die Fernsehleute gern.

Die Sendung "Unser Dorf hat Wochenende" läuft erstmals am Sonntag, 7. Februar ab 9 Uhr. Im Mittelpunkt der ersten Ausgabe steht Viernau im Kreis Schmalkalden in Thüringen.

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