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Randy Reichel will das Sächsische Haus in Bärenstein wieder zu einer Kulturfläche für jedermann gestalten. Aber auch private Feiern richtet er dort aus. Nun stehen Renovierungen an.

Foto: Bernd März

Junger Mann belebt ehrwürdiges Haus

Randy Reichel hält nicht viel von Landflucht - daher will er in Bärenstein das Sächsische Haus am Leben halten und es wieder füllen. Sein Traum: regelmäßige Tanzveranstaltungen.

Von Sarah Hofmann
erschienen am 15.11.2017

Bärenstein. Zum Feiern gehen die Bärensteiner ins Sächsische Haus. Zumindest wenn sie größere Räumlichkeiten für ihre Fete benötigen. Ob nun Hochzeiten, Geburtstage, Abschlussbälle, Tagungen oder auch der Karneval anstehen - schon seit Generationen finden die Feste in dem ehrwürdigen Haus im Bärensteiner Zentrum statt. Selbstverständlich ist das nicht.

Denn als Ende 2015 der Pächter das Handtuch warf, mussten die Bärensteiner das Ende dieser Einrichtung befürchten. Das Haus liegt nahe der Grenze, Gastronomie auf tschechischer Seite lockt seit jeher mit günstigen Preisen. Auf der Straße liegt der Erfolg der Lokalität also nicht, der jeweilige Pächter muss rechnen und mit besonderen Veranstaltungen punkten.

Daran versucht sich nun seit einem Jahr Randy Reichel. Er pachtet die 1600 Quadratmeter große Fläche und sorgt für Licht im Saal, offene Türen und gefüllte Gläser im Sächsischen Haus. Allerdings nicht mehr permanent wie zu früheren Zeiten, sondern nur während einzelner Veranstaltungen. Auch die Küche bleibt kalt, Catering für Feiern wird angeliefert, der Aufwand wäre sonst zu groß und die Sanierung der Küche zu teurer.

Für den gebürtigen Kühberger ist die Erhaltung des Hauses Ehrensache. "Mir macht die Arbeit in diesem Objekt sehr viel Spaß, schon weil ich mit dem Haus aufgewachsenen bin", sagt Reichel. Damit meint er den Hauptgrund seines Interesses am Haus: den Bärensteiner Karneval. Der ist in Reichelts Familie Tradition, solange er denken kann. Mit sieben Jahren trat der heutige Gastronom selbst der Kinderkarnevalstruppe "Knirpsenpolizei" bei. Seine Eltern sind ebenfalls seit Jahren im Bärensteiner Karnevalsverein. Und der feiert eben traditionell im Sächsischen Haus. Dass Randy Reichel dieses übernimmt, war vor wenigen Jahren noch nicht denkbar.

Auch wenn der Kühberger sich nie weit vom Haus entfernte. Während es viele seiner Mitschüler in größere Städte zog, blieb er im Erzgebirge. Reichel ließ sich zum Restaurantfachmann ausbilden. "Ich habe gleich nach der Lehre als Kellner im Schwarzen Ross gearbeitet", erzählt er. Kurz darauf, da war Randy Reichel erst 19 Jahre alt, übernahm er in dem Oberwiesenthaler Hotel die Gastronomie. Doch der rührige Erzgebirger wollte weiter hinaus. 2010 zog er nach Annaberg, wo er seitdem in der Innenstadt die Tanzbar Melodie betreibt. Darauf wollte sich der heute 28-Jährige jedoch nicht ausruhen: Als Bärenstein einen Pächter für das Sächsische Haus suchte, ergriff er die Chance und stellte sich der Herausforderung.

"Ich betreibe das Haus jetzt seit vorigem Januar und es hat sich ganz gut bewährt", sagt der Gastronom. Die Gaststube im Erdgeschoss des Hauses vermietet er ebenso an Privatleute wie den Großen Saal. Er kann auf ein festes Team von etwa 18 Helfern, Barleuten und Kellnern zurückgreifen, die Feste im Sächsischen Haus durchführen und zum reibungslosen Erlebnis machen. Das zahlt sich aus. Der Kalender des Pächters ist gerade in der Vorweihnachtszeit gut gefüllt und sein Angebot spricht sich herum. "Es baut sich langsam auf. Durch einen Abiball können schon zwei weitere folgen", erklärt Randy Reichel. Zwei hiesige Gymnasien feiern im kommenden Jahr ihre Abschlussbälle für die Abiturienten in Bärenstein, eine Verdopplung zu 2017.

Doch damit nicht genug. Randy Reichel plant Partys für jedermann, vor allem aber für Frauen und Männer über 30, die gerne Tanzen gehen möchten. "Es reden alle nur von Angeboten für Jugendliche - aber wenn meine Mutti mal Tanzen gehen will, wo soll sie denn hin", fragt er. Diese Altersgruppe wird in seinen Augen in der Region aktuell zu wenig bedacht, da will Reichel nun Abhilfe schaffen. Ihm schwebt eine Kulturfläche vor, wie es sie früher im Haus gab. Bevor der Gastronom damit startet, steht dem Sächsischen Haus zu Beginn des neuen Jahres eine Frischzellenkur an. Nach der grundlegenden Sanierung zur Jahrtausendwende ist es zwar in einem guten Grundzustand. Doch die Gemeinde Bärenstein will Geld in die Hand nehmen und das abgelaufene Parkett und einige andere Schönheitsfehler korrigieren. Bis dahin gibt es im Sächsischen Haus auch schon einige öffentliche Highlights zu erleben. Geplant ist beispielsweise ein Kinderfest zum Pyramidenanschieben am 1. Advent.

 
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Junger Mann belebt ehrwürdiges Haus
Vom Bauerngut zum Tanzlokal
 
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