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Die im Jahr 1910 gebaute 99 1568 (rechts) ist ein typischer Vertreter der Baureihe IV K.

Foto: Lothar Müller

Kultlok begeht Geburtstag auf hiesiger Strecke

Die Museumseisenbahner im Preßnitzal lassen an ihren Fahrtagen verschiedene Epochen wieder lebendig werden.

Von Lothar Müller
erschienen am 27.09.2017

JÖHSTADT. Die IG Preßnitztalbahn widmet sich an den Fahrtagen vom 30. September bis 3. Oktober einem ganz besonderen Lokomotivgeburtstag. Im Rahmen seiner Thementage erinnert der Verein an "125 Jahre sächsische IV K". Ab 1892 ist die Lok von der Sächsischen Maschinenfabrik Chemnitz 29 Jahre lang, bis 1921 gebaut worden. Dabei sind 96 Stück von der unverwüstlichen "Viere K" entstanden. Die Museumseisenbahner lassen an den Fahrtagen gleich verschiedene Epochen, in denen die 210 PS starken Maschinen durch die Gegend dampften, wieder lebendig werden.

So verkehrt ein Zug aus der Zeit der Jahrhundertwende mit zweiachsigen sächsischen Wagen. Ebenso wird die Zeit der 1960er-, der 1970er- und der 1990er-Jahre nachgestaltet. Stilecht wohlgemerkt. Damit alle Zuggarnituren mit einer IV K, die bei den Eisenbahnfreunden längst als Kultlok gilt, verkehren können, hat sich der Verein extra einen "Dampfer" dieser Gattung aus Zittau geholt.

Die IG Preßnitztalbahn selbst verfügt über vier Maschinen dieser Baureihe. Eine davon, die 99 1594-3, wird derzeit in Meiningen wieder aufgearbeitet. Die Eisenbahner wissen nach wie vor die Vorzüge der Lok zu schätzen, kennen ihre Tücken und wissen, dass sie allerhand zu leisten vermag. "Und sie liegt durch ihre Drehgestelle ruhig auf der Schiene", berichtet Gerald Seifert, Geschäftsführer des Vereins.

Allerdings räumt er auch ein, dass der Umgang mit einer solchen "alten Dame" auch allerhand Gefühl erfordert. Immerhin 22 Exemplare der Gattung sind bis heute erhalten geblieben, ein ganzer Teil davon betriebsfähig. Sie dampfen unter anderem auch auf der Museumsbahn Schönheide. Und es gab wohl keine Schmalspurstrecke in Sachsen, wo die Baureihe nicht zum Einsatz gekommen ist. Bis "Toresschluss" dampften die Loks unter anderem zwischen Grünstädtel und Oberrittersgrün oder auf den inzwischen fast vergessenen Strecken Mulda-Sayda oder Hetzdorf-Eppendorf. Auch in die Prignitz und auf die Insel Rügen verschlug es die Sachsen. Übrigens kann bei den Oldtimern nur bedingt von uralt gesprochen werden. In den 1960er-Jahren haben 30 IV K eine sogenannte Großteilerneuerung erhalten, was eigentlich einem Neubau gleichkam.

Die Züge der Museumsbahn fahren vom 30. September bis 3. Oktober stündlich zwischen Jöhstadt und Steinbach.

 
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
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