Marktplatz im Internet soll Händler einen

Annaberger Geschäftsleute setzen bislang eher auf Präsenz vor Ort und wagen sich nur zögerlich mit ihren Läden ins Internet. Citymanager Florian Hegewald will das ändern - mit einer gemeinsamen digitalen Marktplattform.

Annaberg-Buchholz.

Einzelhandel hin oder her, beim Einkauf im Internet kann der Kunde bequem auf seiner Couch sitzen bleiben und muss nicht erst einen Parkplatz in der Innenstadt suchen. Da haben die Einzelhändler der Stadt Annaberg-Buchholz schlechte Karten, was die Bequemlichkeit des Einkaufens angeht.

Das soll sich nun ändern, meint Citymanager Florian Hegewald. "Was das Thema anbelangt, haben wir keine andere Wahl. Der stationäre Einzelhandel funktioniert zwar jetzt noch in seiner aktuellen Form - der Onlinehandel verzeichnet aber zweistellige Zuwachsraten", sagt Hegewald. In der Bergstadt jedoch zögern viele Händler noch immer, sich im Netz zu präsentieren. Vielen fehle es am nötigen Wissen, oder aber am Personal, sich um einen eigenen Internetauftritt zu kümmern. Eine Recherche der "Freien Presse" im Vorjahr ergab, dass unter den Mitgliedern des städtischen Gewerberings nur ein Bruchteil der Einzelhändler einen eigenen Online-Shop betreibt. Das Geschäft findet in der Stadt statt.

Um das zu ändern, hat Florian Hegewald schon eine Lösung parat: Die hiesigen Gewerbetreibenden sollen ebenfalls den Schritt ins Internet wagen - allerdings nicht alleine, sondern gemeinsam. Aktuell prüft die Stadt verschiedene Anbieter von Modulen, um damit ihre eigene Seite zu kreieren. Was Florian Hegewald sich für Annaberg-Buchholz vorstellt, ist zwar neu, jedoch nicht völlig unerprobt.

Seit einer Weile läuft das Modell- und Forschungsprojekt "digitale Dörfer" des Fraunhoferinstituts IESE in Kaiserslautern, welches erforscht, wie Orte im ländlichen Raum die digitale Wende schaffen. Schon jetzt testen einige Orte in Westdeutschland umfassende Modellversuche, an denen sich auch irgendwann die Bergstadt orientieren könnte. Vorerst stellt Hegewald jedoch nur zwei Forderungen an den künftigen Internetauftritt: "So kompakt und pflegeleicht wie möglich" soll die Webseite sein. Schließlich sollen auch die Gewerbetreibenden selbst die Möglichkeit bekommen, an ihrem eigenen Online-Profil zu arbeiten, sodass nicht alle Inhalte über die Stadt laufen müssen.

Wer will, kann seinen Onlineshop anbinden, laut dem Citymanager ist das aber nicht das Hauptziel des Internetauftrittes. "Die Onlineplattform soll nicht nur dem Verkauf dienen, sie soll Händler sichtbar machen", sagt er.

Während das Projekt nun umgesetzt werden soll, denkt Florian Hegewald schon weiter in die Zukunft. Denn warum sollte sich die Marktplattform allein auf Annaberg-Buchholz beziehen? Er spielt mit dem Gedanken, sein Projekt auf das gesamte Erzgebirge auszudehnen, schließlich werde das Gebiet ja auch touristisch schon jetzt in seiner Gesamtheit vermarktet. Sein vorläufiger Arbeitstitel: "Einkaufshaus Erzgebirge". Doch vorerst gilt es, die Händler im Stadtgebiet durch einen gemeinsamen Internetauftritt zu vereinen.

www.digitale-doerfer.de

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