Plan soll Baurecht für neues Wohngebiet schaffen

Die Kreisstadt will einen weiteren Eigenheimstandort erschließen lassen. Nun wartet sie auf die Genehmigung dafür.

Annaberg-Buchholz.

Die Stadt Annaberg-Buchholz hat weitere Schritte für die Erschließung eines neuen Eigenheimstandorts an der Alten Poststraße veranlasst. Dort sind Baugrundstücke für bis zu 15 Häuser vorgesehen. Geplant ist das auf einem Gelände zwischen Lönsweg und der Strecke Am Flößgraben nahe dem Pöhlberg. Den dafür nötigen Bebauungsplan hat der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig beschlossen. Nun muss das Landratsamt über dessen Genehmigung entscheiden. Dafür gibt es eine Frist von drei Monaten.

Im Zusammenhang mit dem neuen Wohngebiet hat der Rat auch mehrheitlich einen Grundstückskauf befürwortet. Dabei geht es um eine 20.300 Quadratmeter große Fläche, die künftig unter anderem für die Straßenentwässerung benötigt wird. Bisher würden entsprechende Gräben des Lönsweges durch eine Verrohrung über ein Privatgrundstück entwässert. Doch zur weiteren Nutzung erhält die Stadt keine Zustimmung mehr. Daher wurden die Verhandlungen über den Kauf eines Nachbargrundstücks aufgenommen. Mit dem Ergebnis, dass die Fläche nun für 61.200 Euro erworben wird. Eine teilweise landwirtschaftliche Nutzung des Areals sei mit dem neuen Eigenheimstandort für die bisherigen Besitzer - zwei Agrargenossenschaften - nicht mehr rentabel. Denn eine Zufahrtsmöglichkeit für große Maschinen entfällt.

Als weiteren Schritt für das neue Wohngebiet hat der Rat einen Abwägungsbeschluss gefasst. Das heißt, dass in einer bestimmten Frist eingegangene Stellungnahmen von Behörden, Nachbarn und anderen Beteiligten betrachtet worden sind und darüber entschieden wurde, ob und wie sie berücksichtigt werden. Gerade Anwohner hatten ihre Chance genutzt, auf verschiedene Bedenken aufmerksam zu machen. Das geht etwa aus einem gemeinsamen Schreiben von 42 Einwohnern hervor. Sie befürchten zum Beispiel, dass es nach der Erschließung und Bebauung des neuen Geländes auf umliegenden Grundstücken durch wild abfließendes Wasser zu Problemen kommen kann - bei Starkregen auch durch Schmutzwasser aus der Kanalisation. Daher wäre ein zentrales Regenrückhaltebecken aus ihrer Sicht besser gewesen als die geplante Lösung, dass die künftigen Bauherren neben dem Abwasseranschluss selbst auf ihren Flächen für die Versickerung von Niederschlagswasser verantwortlich sind. Weitere Punkte wurden auch bei einer Einwohnerversammlung diskutiert. Eine Sorge galt etwa teils vorhandenem Altbergbau. Stellungnahmen des Sächsischen Oberbergamts flossen auch in die Planung ein. Berücksichtigt wird unter anderem, dass ein festgelegter Bereich des Trainer-Stollens im Regelfall nicht überbaut werden darf beziehungsweise auszuschließen ist, dass Bauvorhaben und Stollen sich beeinflussen.

Wie geht es weiter? Zunächst wird die Stadt die Genehmigung des Bebauungsplans abwarten. Für die Erschließung des Areals soll dann mit einem Erschließungsträger zusammengearbeitet werden, was laut Baubürgermeister Thomas Proksch noch vertraglich zu regeln ist.

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