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Am Standort der alten Turbokompressoren-Zentrale in Bad Schlema liegen große Mengen des Kunststoffs Polystyrol im Freien.

Foto: Georg Dostmann Bild 1 / 2

Ärger um Schandfleck im Poppenwald

Mitten in dem beliebten Naherholungsgebiet in Schlema hat ein Spaziergänger einen großen Haufen mit Plastikabfällen entdeckt. Der Eigentümer sieht darin kein Problem.

Von Georg Dostmann
erschienen am 17.06.2017

Bad Schlema. Der malerische Poppenwald soll bis heute so manches Geheimnis hüten. Eines davon hat jetzt Axel Schlenkrich gelüftet, als er Anfang Mai zusammen mit seiner Frau im Wald zum Forschen unterwegs war. Seine Freude darüber hält sich jedoch in Grenzen.

"Ich wollte schauen, ob es neue Entdeckungen über die Geheimnisse um den Poppenwald gibt", sagt er. Auf dem Stollenweg kam er schließlich an der ehemaligen Turbokompressoren-Zentrale der Wismut vorbei - einer alten Ziegelhalle, auf deren Dach bereits Bäume sprießen. Doch es war nicht der Anblick der baufälligen Halle, sondern ein großer Haufen des Schaumstoffs Polystyrol davor, der den 60-Jährigen aus Schwarzenberg schockierte.

"Ich habe meine Kamera gezückt und das Ganze fotografisch festgehalten." Da das Gelände verlassen aussieht und der Kunststoff teilweise zerkrümelt ist, nimmt er an, dass das Material seit längerem dort liegt. "Ich denke, das ist gesundheitsgefährdend. Waldtiere könnten die Krümel fressen", ist er besorgt.

Das Gelände, auf dem sich die Ablagerungen befinden, gehört der Firma WBW im Ortsteil Wildbach, die Polystyrolhartschäume verarbeitet. Der frühere Geschäftsführer Werner Becher erklärt, dass das Material im Außengelände gelagert wurde, da im Gebäude kein Platz mehr dafür war. Stück für Stück werde das Areal nun beräumt. "Es besteht keine Umweltgefahr. Lebensmittel wie Torten können auch in Polystyrol eingepackt sein", erklärt Becher. Viele Kubikmeter des Kunststoffs habe man bereits entsorgt.

Trotz Sicherheitsmaßnahmen sei in der Vergangenheit allerdings bereits mehrfach in das Gelände eingebrochen und auch anderer Müll abgelagert worden. Der 67-Jährige aus Wildbach erstattete daraufhin Anzeige bei der Polizei. "Ich erhielt jedes Mal ein Schreiben der Staatsanwaltschaft, dass der Täter nicht gefasst werden konnte", sagt er.

Trotz dieser Erklärung beschäftigen die von Schlenkrich entdeckten Plasteabfälle im Poppenwald inzwischen auch das Landratsamt des Erzgebirgskreises. Wie Sprecher Stefan Pechfelder berichtet, ermittelt man wegen "Beseitigung von Abfällen außerhalb zugelassener Anlagen". Strafbar ist das als Verstoß gegen das Kreislaufwirtschaftsgesetz. Ein Ergebnis liege noch nicht vor. Zugleich betont er: "Eine akute Umweltgefährdung durch die Ablagerungen ist nicht zu befürchten."

Die Gemeinde Bad Schlema möchte aufgrund der Ermittlungen des Landkreises selbst derzeit keine Stellungnahme abgeben.

In Schlema sind es nicht die ersten Abfälle im Grünen, die für Ärger sorgen. Erst vor wenigen Wochen hatte eine Spaziergängerin an einer schlecht einsehbaren Stelle der Langenbacher Straße zwischen Wildbach und der Gemeinde Langenweißbach eine illegale Mülldeponie entdeckt.

Mehrere Glasflaschen, Grünschnitt, ein Waschbecken, Autoreifen und alte Brote türmten sich dort zu einem kleinen Hügel. Daneben lag eine tote Katze.

 
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