Investor kauft Teilbereich von Hock Sachsen in Schwarzenberg

Metallpulverspritzguss ist eine Zukunftstechnologie. Eine Insolvenz brachte für dieses Geschäftsfeld der Firma Hock einige Monate der Ungewissheit. Ab dem 1. Februar gibt's mit der Reich MIM GmbH einen neuen Eigentümer - und damit neuen Optimismus.

Schwarzenberg.

Für die 44 Mitarbeiter des Geschäftsbereichs Metallpulverspritzguss der insolventen Hock Sachsen GmbH ist der nächste Mittwoch ein wichtiger Tag. An diesem 1. Februar wird die Reich MIM GmbH ihr Arbeitgeber. Geschäftsführer sind - wie auch am Stammsitz des Familienunternehmens in Mellrichstadt/Unterfranken, die Geschwister Nina und André Reich.

Die neue, rechtlich eigenständige Firma übernimmt am Schwarzenberger Bahnhof die Produktionsstätte des Zulieferers der Auto- und Elektroindustrie mit Grundstück, Werkhalle, Maschinen und Vorräten. Die bisherigen Mitarbeiter werden weiter beschäftigt. Mitte Januar gab es bereits Stellenausschreibungen - gesucht wurden Instandhalter, Ofenbediener und Qualitätskontrolleure.


Geschäftsführer André Reich ist optimistisch: "Wir haben hier eine bestens etablierte, zukunftsorientierte Technologie und motivierte Mitarbeiter." Synergieeffekte zwischen den Werken in Mellrichstadt und Schwarzenberg könnten durchaus Wachstumsmöglichkeiten für beide eröffnen. Als Experten für Metallpulverspritzguss schon bei Hock tätig, tragen der Schwarzenberger Alexander Raabe als Produktionsleiter und der aus Treuen stammende Ralph Schürer als Vertriebsleiter Verantwortung im neuen Unternehmen. Raabe: "Eine interessante und reizvolle Aufgabe." Schürer: "Unsere Kunden sind uns treu geblieben."

Mit dem Verkauf dieses Hock-Teilbereichs - über den Preis haben die beteiligten Partner Stillschweigen vereinbart - ist Stephan Thiemann, dem Insolvenzverwalter von Hock Sachsen, bereits die zweite übertragende Sanierung gelungen. Zum 1. Januar hatte er die Werkzeugbau Weigel GmbH an die J&S Werkzeugbau Weigel GmbH aus Wustermark (Brandenburg) veräußert. Alle 27 Arbeitsplätze am Standort Rittersgrün blieben erhalten.

Der Geschäftsbetrieb bei Hock Sachsen mit den anderen Bereichen geht in vollem Umfang weiter. Es laufen Gespräche mit Investoren. "Alle Kunden werden pünktlich beliefert, die Auftragslage ist gut", sagt der operative Werkleiter René Helmreich. Insgesamt sind bei Hock Sachsen rund 300 Leute beschäftigt.


Was bedeutet MIM?

Metal Injection Moulding (MIM) ist der englische und daher international genutzte Begriff für Metallpulverspritzgießen. MIM ist eine sehr gut geeignete Fertigungsmethode zum Herstellen von komplexen, einbaufertigen Formteilen aus metallischem Pulver, und zwar in mittleren und hohen Stückzahlen. Neben den neuen Möglichkeiten des konstruktiven Gestaltens und dem damit verbundenen Preisvorteil ist das Resultat - nahezu 100 Prozent dichte, metallische Teile mit einer homogenen Gefügestruktur - bemerkenswert. Zur Werkstoffpalette gehören Eisen/Nickel, Einsatz-, Vergütungs-, Werkzeug- und Edelstahl sowie diverse Magnetwerkstoffe. (stl)

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...