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Auf zirka zwei Kilometer Länge zwischen ehemaligem Bahnhof Bockau und Bockau ist der Muldentalradweg gesperrt worden.

Foto: Georg Ulrich Dostmann

Radler müssen Umleitung über Bundesstraße in Kauf nehmen

Im Tal der Mulde bei Bockau wird Platz gemacht für Baufahrzeuge. Auch Freizeitsportler müssen weichen.

Von Heike Mann
erschienen am 26.08.2017

Bockau/Aue. Auffällig viele Radfahrer sind zurzeit auf der Bundesstraße 283 im Bereich Bockau unterwegs. Die machen das nicht aus Spaß, sondern weil sie müssen. Denn ein Teilabschnitt des Muldentalradwegs ist gesperrt worden. Der Grund sind laut Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) Baumfällungen in Vorbereitung der Bauarbeiten für die Brücke über die Zwickauer Mulde bei Bockau.

Das kam überraschend - auch für den Zweckverband Muldentalradweg. "Wir haben das erst mitbekommen, als sich Radfahrer bei uns über die Sperrung und die Umleitung beschwerten", sagt Holger Pansch vom Tourist-Service-Center Eibenstock.

"Hätte ich von der Umleitung gewusst, wäre ich eine andere Tour mit meiner Tochter gefahren", sagt Frank Wagner aus Schwarzenberg, der am Donnerstagnachmittag mit der achtjährigen Luisa auf dem Radweg unterwegs war. "Die Umleitung müsste so gemacht sein, dass sie von allen gefahren werden kann. Über eine Bundesstraße, das ist gerade mit Kindern schlecht." Der Schwarzenberger ist Mitglied im Radverein, ist viel mit dem Rad im Erzgebirge und Tschechien unterwegs. "Grundsätzlich ist der Bau der neuen Brücke zu begrüßen, zumal dort ja ein Radweg integriert ist", sagt der Schwarzenberger. "Dann ist das Rechenhaus als einzige Einkehrmöglichkeit am Muldentalradweg zwischen Aue und Blauenthal auch nicht mehr abgeschnitten." Für die jetzige Umleitung hätte er sich gewünscht, dass schon früher auf der Strecke ein entsprechendes Hinweisschild aufgestellt worden wäre.

Auch Holger Pansch hat ans Landratsamt, von dem am 17. August die verkehrsrechtliche Anordnung kam, Verbesserungsvorschläge für die Beschilderung. Außerdem will er statt des jetzt als Umleitung empfohlenen Schotterweges einen anderen, asphaltierten Weg vorschlagen.

Laut Lasuv bleiben der Muldentalradweg und der Floßgrabenweg bis November 2018 gesperrt. Eibenstocks Bürgermeister Uwe Staab (CDU), der Vorsitzender des Zweckverbandes Muldentalradweg ist, hat das Landesamt für Straßenbau und Verkehr um ein Gespräch gebeten, "um offene Fragen zu klären", denn auch mit ihm wurde die Sperrung des Radweges vorab nicht besprochen. Ihm macht Sorgen, dass ein Teil des Weges auch als Baustelleneinrichtung genutzt wird und voraussichtlich Felsen gesprengt werden müssen.

Zunächst einmal sind im Tal der Mulde aber nur die Sägen zu hören, die das Baufeld frei machen. Für die Autofahrer wird es ab kommendem Montag ernst, wenn die Rechenhausbrücke voll gesperrt wird. Das hat gestern das Landratsamt mitgeteilt. "Eine Umleitung ist aus Richtung Eibenstock über Neidhardtsthal, Schneeberg und Aue ausgewiesen", heißt es aus dem Sachgebiet Verkehrslenkung. Ab 4. September erfolgt zusätzlich die Vollsperrung der B 283 im Bereich von Brücke, Bahnhofstraße und Fahrbahnteiler Richtung Bockau. Die bleibt laut Lasuv ebenfalls bis November 2018 bestehen. In dieser Zeit bleibe der Verkehr, mit minimalen Einschränkungen, zwischen Aue und Bockau aufrecht erhalten. Der Verkehr von Bockau in Richtung Blauenthal und zurück wird über Aue (B 283), Zschorlau und Albernau umgeleitet.

Nicht nur die Brücke über die Zwickauer Mulde wird neu gebaut, sondern auch die über den Bockauer Dorfbach. Im Zuge des Ausbaus im Bereich der Brückenbauwerke werden mehrere Stützbauwerke neu errichtet und vorhandene Felsböschungen gesichert. Gegen den Abbruch des alten Brückenbauwerkes, der laut Lasuv für 2019 vorgesehen ist, hat eine Bürgerinitiative mobil gemacht.

Die Bauzeit beträgt rund 2,5 Jahre, bis November 2019. Die Gesamtbaukosten belaufen sich auf rund 6,4 Millionen Euro. Kostenträger ist der Bund.

 
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