Werbung/Ads
Menü

Themen:

Ein Hund schnüffelt am Boden: Ausgelegte Giftköder sind für die Tiere eine Gefahr.

Foto: Maurizio Gambarini

Tödlicher Spaziergang: Hund stirbt an Giftköder

Tierfreunde in Zwönitz sind beunruhigt: In der Stadt häufen sich Berichte über vergiftete Köder. Die Polizei hat eine Bitte.

Von Jürgen Freitag
erschienen am 12.10.2017

Zwönitz. Bei Sandra Meier* sitzt der Schock tief. Ihr kleiner Liebling, ein fast vier Jahre alter Labrador, ist jetzt völlig überraschend gestorben. "Er ist elend verreckt", sagt Meier wütend. Mehrere Tage habe der Hund um sein Leben gerungen, sich erbrochen, Durchfall gehabt und aus dem Fell geblutet. "Der Tierarzt hat getan, was er kann, aber am Ende konnte er nicht mehr helfen."

Zum Opfer fiel der Hund einem Giftköder. Da ist sich die junge Frau aus Zwönitz sicher, vermutlich war es Rattengift. Auch den Tatort will Meier kennen: Ein "Hundehasser" habe die Giftköder im Bereich des Bahndamms ausgelegt. Dort war sie immer mit ihrem Labrador spazieren gewesen. "Er ist wie Staubsauger, schnüffelt da, schleckt dort. Genau nachvollziehen, wo er den Köder fand, lässt sich leider nicht mehr." Für ihre Theorie spreche aber eine Meldung, die vor zwei Wochen im sozialen Netzwerk Facebook die Runde machte und bis heute fast 500 Mal geteilt wurde.

Darin berichtet eine Frau, dass im Bereich Lessingstraße in Richtung Richterbüschel Giftköder verteilt worden sind. Und weiter: "Es sind schon zwei Vierbeiner dran gestorben." In einem weiteren Beitrag erzählt eine andere Frau, dass auch ihr Hund an einem Giftköder gestorben sei. Sie schreibt: "Bitte achtet auf eure Knutschkugeln. Ist wohl schon bekannt in Zwönitz, dass hier Köder ausgelegt sind, besonders im Neubaugebiet."

Gibt es in der Stadt eine Serie mit vergifteten oder präparierten Hundeködern? Das Rathaus kann das nicht bestätigen. Der Beigeordnete Andy Kehrer sagt, es sei offiziell nichts bekannt. "Uns liegen keine Anzeigen vor." Registriert habe die Stadtverwaltung die Diskussion im Netz. "Aber bis jetzt sind das nur Mutmaßungen." Auch die Polizei hält sich auf Nachfrage bedeckt. Eine Anzeige zu Giftködern sei bislang nicht eingegangen, sagt Sprecher Andrzej Rydzik. "Gleichwohl ist unserem Bürgerpolizisten in Zwönitz Ähnliches zu Ohren gekommen. Allerdings konnten bislang keine entsprechenden Funde gemacht werden."

Beigeordneter Kehrer bittet die Betroffenen deshalb, alle Fälle anzuzeigen. "Es bringt nichts, das bei Facebook als großes Problem darzustellen. Wir können nur bei Gewissheit handeln." Auch Polizeisprecher Rydzik bittet: Sollte es tatsächlich geschädigte Hundehalter geben, sei es wichtig bei den Beamten Anzeige zu erstatten, um Ermittlungen führen zu können. Sandra Meier will das jetzt tun. Bisher habe sie gezögert, zur Polizei zu gehen, weil Unterlagen des Tierarztes fehlten und die Trauer über den Verlust ihres Lieblings so groß war. "Es geht an die Seele", sagt sie. "Der Hund war für mich wie ein Kind-Ersatz."

* Name von der Redaktion geändert

 
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
0

Lesen Sie auch

Kommentare
0
Kommentieren (für Digital- und Printabonnenten)
Bildergalerien
  • 20.10.2017
-
Bilder des Tages (20.10.2017)

Jamaikaner, Tag der Polizei in Südkorea, Zuschauer, Kann fliegen, Verhakt, Kopf hoch!, Nussknacker ... ... Galerie anschauen

 
  • 19.10.2017
Kristin Palitza
Jeden Tag sterben 15 000 Kinder unter fünf

Genf (dpa) - Rund 15.000 Kinder unter fünf Jahren sterben nach Angaben der Vereinten Nationen jeden Tag auf der Welt. Im vergangenen Jahr waren das insgesamt 5,6 Millionen Kinder. zum Artikel ... Galerie anschauen

 
  • 18.10.2017
Kristin Palitza
Bild von gewildertem Nashorn ist Wildlife-Foto des Jahres

London (dpa) - Das Bild eines gewilderten Spitzmaulnashorns mit abgehackten Hörnern ist zur Wildlife-Fotografie des Jahres 2017 gekürt worden. Fotograf Brent Stirton erhielt dafür am Dienstagabend im Londoner Natural History Museum den «Wildlife Photographer of the Year Award». zum Artikel ... Galerie anschauen

 
  • 17.10.2017
Niko Mutschmann
Pickup mit Erzgebirgsbahn zusammengestoßen

Ein Zug der Erzgebirgsbahn und ein Pick-up sind am Dienstagmittag auf einem Bahnübergang in Niederzwönitz zusammengeprallt. ? ... Galerie anschauen


 
 
 
 
 
 
Wetteraussichten für Aue
Mo

8 °C
Di

13 °C
Mi

16 °C
Do

16 °C
Fr

12 °C
 
Unsere Youtube-Videos

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Freie Presse Immobilien
Immobilienangebote für Aue und Umgebung

Finden Sie Ihre Wohnung in der Region Aue

Immobilienportal

Mietangebote

Kaufangebote

 
 
 
 
Ärztliche Notdienste
Apotheken und Ärzte der Region

Manchmal muss es schnell gehen. Notrufe und Notdienste der Apotheken und Ärzte finden Sie hier.

weiterlesen
 
 
 
 
Freie Presse vor Ort

08280 Aue
Schneeberger Str. 17
Telefon: 03771 594-0
Öffnungszeiten:
Mo. bis Fr. 9.00 - 17.30 Uhr

weiterlesen
 
 
 
 
 
 
 
 
Neu
Nachrichten aus dem Erzgebirge bei Facebook

Die "Freie Presse" Erzgebirge ist nun auch auf Facebook mit einer eigenen Seite vertreten. Dort finden Sie Neuigkeiten aus den "Freie Presse"-Lokalredakionen Annaberg-Buchholz, Aue, Schwarzenberg, Stollberg, Marienberg und Zschopau und sind somit stets auf dem Laufenden.

Zum Facebook-Auftritt

 
 
 
 
 
|||||
mmmmm