Tödlicher Spaziergang: Hund stirbt an Giftköder

Tierfreunde in Zwönitz sind beunruhigt: In der Stadt häufen sich Berichte über vergiftete Köder. Die Polizei hat eine Bitte.

Zwönitz.

Bei Sandra Meier* sitzt der Schock tief. Ihr kleiner Liebling, ein fast vier Jahre alter Labrador, ist jetzt völlig überraschend gestorben. "Er ist elend verreckt", sagt Meier wütend. Mehrere Tage habe der Hund um sein Leben gerungen, sich erbrochen, Durchfall gehabt und aus dem Fell geblutet. "Der Tierarzt hat getan, was er kann, aber am Ende konnte er nicht mehr helfen."

Zum Opfer fiel der Hund einem Giftköder. Da ist sich die junge Frau aus Zwönitz sicher, vermutlich war es Rattengift. Auch den Tatort will Meier kennen: Ein "Hundehasser" habe die Giftköder im Bereich des Bahndamms ausgelegt. Dort war sie immer mit ihrem Labrador spazieren gewesen. "Er ist wie Staubsauger, schnüffelt da, schleckt dort. Genau nachvollziehen, wo er den Köder fand, lässt sich leider nicht mehr." Für ihre Theorie spreche aber eine Meldung, die vor zwei Wochen im sozialen Netzwerk Facebook die Runde machte und bis heute fast 500 Mal geteilt wurde.

Darin berichtet eine Frau, dass im Bereich Lessingstraße in Richtung Richterbüschel Giftköder verteilt worden sind. Und weiter: "Es sind schon zwei Vierbeiner dran gestorben." In einem weiteren Beitrag erzählt eine andere Frau, dass auch ihr Hund an einem Giftköder gestorben sei. Sie schreibt: "Bitte achtet auf eure Knutschkugeln. Ist wohl schon bekannt in Zwönitz, dass hier Köder ausgelegt sind, besonders im Neubaugebiet."

Gibt es in der Stadt eine Serie mit vergifteten oder präparierten Hundeködern? Das Rathaus kann das nicht bestätigen. Der Beigeordnete Andy Kehrer sagt, es sei offiziell nichts bekannt. "Uns liegen keine Anzeigen vor." Registriert habe die Stadtverwaltung die Diskussion im Netz. "Aber bis jetzt sind das nur Mutmaßungen." Auch die Polizei hält sich auf Nachfrage bedeckt. Eine Anzeige zu Giftködern sei bislang nicht eingegangen, sagt Sprecher Andrzej Rydzik. "Gleichwohl ist unserem Bürgerpolizisten in Zwönitz Ähnliches zu Ohren gekommen. Allerdings konnten bislang keine entsprechenden Funde gemacht werden."

Beigeordneter Kehrer bittet die Betroffenen deshalb, alle Fälle anzuzeigen. "Es bringt nichts, das bei Facebook als großes Problem darzustellen. Wir können nur bei Gewissheit handeln." Auch Polizeisprecher Rydzik bittet: Sollte es tatsächlich geschädigte Hundehalter geben, sei es wichtig bei den Beamten Anzeige zu erstatten, um Ermittlungen führen zu können. Sandra Meier will das jetzt tun. Bisher habe sie gezögert, zur Polizei zu gehen, weil Unterlagen des Tierarztes fehlten und die Trauer über den Verlust ihres Lieblings so groß war. "Es geht an die Seele", sagt sie. "Der Hund war für mich wie ein Kind-Ersatz."

* Name von der Redaktion geändert

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