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Sportvereins-Präsident Enrico Hartwig und Bürgermeisterin Claudia Kluge mit den Aue-Sitzen auf dem Deutschneudorfer Bergsportplatz.

Foto: Jan Görner

Sitz-Trend der Saison: himmelblau und veilchenlila

Auf dem Sportplatz in Deutschneudorf haben 50 Sitzschalen aus dem alten Stadion des FC Erzgebirge Aue ein neues Zuhause bekommen. Doch es ist nicht der einzige Ort in der Region, an dem derartiges Interieur verbaut ist.

Von Holk DOhle, Jan Görner und Sven Wagner
erschienen am 15.06.2018

Deutschneudorf. Das erste Mal im Stadion des FC Erzgebirge Aue hat schon gereicht und es war um Claudia Kluge geschehen. Damals hatte die Mannschaft gerade um den Aufstieg in die Zweite Bundesliga gekämpft. "Seitdem schlägt mein Herz für den Verein", sagt Deutschneudorfs Bürgermeisterin. Und das gelte auch für ihre Kommune.

Dass das stimmt, kann inzwischen jeder sehen: 14 violette und 14 weiße Sitzschalen aus dem inzwischen umgebauten Auer Erzgebirgsstadion befinden sich auf dem Bergsportplatz in Deutschneudorf. Im Zuge der Stadionsanierung wurden die Sitzschalen der Nord- und Südtribüne erneuert und die alten im vergangenen Jahr Fans zum Kauf angeboten. "Ich hatte das gesehen und dachte gleich an unseren SV Blau-Weiß", so Kluge. Sie kontaktierte den Vereinsvorsitzenden Enrico Hartwig, der sich mit Helfern nach Aue aufmachte, um 50 Sitze zu demontieren und nach Deutschneudorf zu bringen. Jede Schale kostete fünf Euro. Für die Anschaffung konnte Deutschneudorfs Bürgermeisterin Sponsoren gewinnen.

Um die besondere Beziehung zu Aue weiß der Vereinsvorsitzende genau: "Zu unserem 90-jährigen Vereinsjubiläum vor fünf Jahren haben wir hier ein Freundschaftsspiel ausgetragen. Damals waren über 1200 Gäste da." Das Ganze ging auf die Initiative von Olbernhaus Bürgermeister Heinz-Peter Haustein zurück, der damals noch im Bundestag war und den Kontakt herstellte. Nun hoffen Hartwig und seine Sportsfreunde auf ein erneutes Freundschaftsspiel zum kommenden 95-Jahre-Jubiläum des Deutschneudorfer Vereins. "Wir sind in Kontakt", so der Vorsitzende. In den kommenden Wochen entscheide sich, ob es noch in diesem Jahr eine Neuauflage gibt.

Dann könnten die Auer Kicker ihre alten Stadionsitze begutachten, die nun hier installiert sind. Eine Seiffener Firma hat dafür eigens ein Stahlgestell angefertigt, weil die ursprüngliche Aufhängung für den Bergsportplatz zu kompliziert war. Nachdem der Test mit den ersten 28 Exemplaren gelungen sei, sollen die restlichen Sitzschalen Hartwig zufolge nun den Sommer über angebracht werden.

Die Sitzschalen-Aktion in Aue war offenbar ein großer Erfolg: Wie das Landratsamt des Erzgebirgskreises mitteilt, sind im Zuge dessen damals 2148 rote Sitze der Nordtribüne abmontiert und verkauft worden sowie 3255 Sitze in lila und weiß von der Südtribüne. Einzelpersonen und Vereine haben zugeschlagen - größter Abnehmer der VfB Auerbach mit rund 1.300 Sitzen. Rund 40 Sitzschalen aus dem Lößnitztal orderte damals auch die SG Rotation Borstendorf. "Lilafarbene, aber auch rote und weiße", berichtet Ronald Göttlich. Denn einige Borstendorfer Fans würden wohl lieber stehen, als auf einem Sitz in der Vereinsfarbe der Veilchen Platz zu nehmen, so der Fußballchef des Vereins weiter. Glück hätten die Plastiksitzmöbel aus dem Schacht den SG-Kickern nicht unbedingt gebracht. "Die Erste hat ihr Level gehalten, aber die Zweite mussten wir aus Spielermangel abmelden", sagt Göttlich.

Doch nicht nur einen Aue-Anstrich haben hiesige Sportplätze sich in der Vergangenheit gegeben - zur Freude vieler leidgeprüfter Anhänger der Himmelblauen. Als der Chemnitzer FC vor vier Jahren begann, das Inventar des alten Stadions zu veräußern, schlugen ebenfalls Kommunen, Vereine und Privatpersonen zu. Neben Sitzschalen kamen damals auch die Wechselbänke, Blockschilder, Eckfahnen, Lautsprecher und sogar ganze Wellenbrecher aus den Stehplatzbereichen des Kessels an der Gellertstraße unter den Hammer.

Die Stadt Marienberg erwarb von den Himmelblauen für 18.000 Euro eine mobile Tribüne mit insgesamt etwa 550 Sitzplätzen. Die Anlage wurde auseinandergebaut und an Sportplätzen der Stadt aufgestellt. Fans des FSV Motor Marienberg und des VfB Zöblitz können seitdem auf echten CFC-Sitzen ihren Mannschaften zujubeln.

Die SV Olbernhau hat sich 2015 ebenfalls Sitzschalen von der "Fischerwiese" zugelegt. Für 1500 Euro wurden insgesamt knapp 300 CFC-Sitze im Fußballstadion der Sieben-Täler-Stadt installiert. Die Investition hat sich gelohnt. Nach dem Gewinn des Doubles - Meisterschaft und Pokal - 2016 sowie dem Aufstieg in die Landesklasse schafften die Olbernhauer nun sogar den Sprung in die Landesliga. (mit anr)

 
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