Ehrenämter sind ihm mindestens so wichtig wie Stift und Pinsel

Als Maler und Grafiker hat Klaus Hirsch überregionale Bedeutung. Doch daneben engagiert er sich stark in Vereinen und Gremien. Heute wird der Lugauer 75 Jahre alt.

Lugau.

Wer an Klaus Hirsch denkt, hat zuallererst wohl seine ausdrucksstarken Lithografien vor Augen. Vor allem damit hat er sich in der Kunstszene einen Namen gemacht. Dafür ist er bekannt und anerkannt. Daneben hat er freilich unzählige ebenbürtige Werke in anderen Techniken geschaffen.

Zu seinem Gesamtwerk gehören unter anderem Holzschnitte, Zeichnungen und Malerei. Etliche seiner Arbeiten befinden sich im öffentlichen Besitz. Wie wohl jeder Künstler empfindet Klaus Hirsch das letztlich als Ritterschlag: "Ausstellungen kann man viele machen, aber es ist eine besondere Ehre, wenn ein Museum Werke ankauft." Arbeiten von Hirsch finden sich unter anderem im Vogtlandmuseum Plauen, im Städtischen Museum Zwickau und im Kupferstichkabinett Dresden. Und doch darf man Hirsch nicht auf seine Kunst reduzieren, denn neben seinem gleichermaßen umfangreichen wie bedeutenden bildnerischen Schaffen engagiert er sich Jahrzehnten auch ehrenamtlich.

Klaus Hirsch wurde 1941 geboren, hat eine Malerlehre absolviert, als Geselle gearbeitet und angewandte Malerei in Magdeburg studiert. Danach hat er als Designer und Innenarchitekt in Magdeburg und Plauen gearbeitet, ehe er 1992 wieder in seine Heimatstadt Lugau zog. Im Zentrum seines Schaffens stehen seither Malerei und Grafik.

Daneben gibt es ein großes gesellschaftliches Engagement. 1991 wurde Klaus Hirsch zum ehrenamtlichen Kreisdenkmalpfleger berufen. "Dabei konnte ich bei der Sanierung vieler denkmalgeschützter Gebäude mitwirken. Oft begleitet man einen solchen Bau über Monate," erzählt er. Trotz des immensen Zeitaufwandes übt er das Amt auch nach 25 Jahren noch mit großer Liebe aus: "Das ist für mich positiver Stress und eine schöne Aufgabe." Zudem gehörte Klaus Hirsch zwölf Jahre lang zum Vorstand der Neuen Chemnitzer Kunsthütte, rund sechs Jahre war er dort stellvertretender Vorsitzender. Im Herbst 2015 hat er die Mitgliedschaft im Vorstand beendet, um etwas kürzer zu treten. Andere Ämter hat er nach wie vor inne. So gehört er seit 2003 zum Beirat der Sammlung Erzgebirgische Landschaftskunst, seit 2004 ist er im Galerierat des Heinrich-Hartmann-Hauses Oelsnitz. Als sogenannter "sachkundiger Bürger" ist er im Technischen Ausschuss der Stadt Lugau aktiv, wo er zwar kein Stimmrecht besitzt, aber seine fachkundige Meinung einbringt. "Gerade zu Handwerkern habe ich durch meinen ursprünglichen Beruf einen guten Draht."

Anlässlich des 75. Geburtstages von Klaus Hirsch ist ein neuer Katalog mit Lithografien, Kohlezeichnungen und Malerei in Arbeit, der voraussichtlich im März erscheint. Noch bis zum 29. Januar ist eine Ausstellung mit Druckgrafiken und Zeichnungen von Klaus Hirsch und Malerei von Vladimir Valeš im Kunstkeller Annaberg zu sehen. Weitere Ausstellungen in Vorbereitung. So werden die neuesten Arbeiten von Klaus Hirsch ab 19. März im Schloss Hinterglauchau gezeigt. Im Herbst sind seine Arbeiten im Neuberinhaus Reichenbach und in der Villa Facius Lugau zu sehen.


Das sagen Weggefährten

Jörg Seifert, Kunstkeller Annaberg:

"Oft kreisen Künstler nur um sich selbst. Klaus Hirsch nimmt Anteil an der Arbeit anderer. Ihn zeichnet aus, dass er sich an vielen Stellen engagiert und sich für seine Kollegen einsetzt. Er hat ein enormes zeichnerisches Vermögen, ist erstaunlich produktiv und menschlich sehr angenehm."

Alexandra Lorenz-Kuniß, Stadt Lugau: "Klaus Hirsch ist einer der bedeutendsten, wenn nicht sogar der bedeutendste Künstler von Lugau. Er ist ein Mann von Weltruf, aber auch sehr bodenständig. Er ist ein sehr besonderer Mensch. Für eine Stadt ist es viel wert, auf das Wissen einer solcher Koryphäe zurückgreifen zu können."

Alexander Stoll, Galerieleiter, Hartmann-Haus Oelsnitz: "Solche Menschen wie Klaus Hirsch findet man nicht alle Tage. Ein solches künstlerische Niveau und parallel das Engagement für das Allgemeinwohl kommen nur selten zusammen. Innerhalb des Galerierates hat er spannende Anregungen gegeben und viele Kontakte hergestellt."

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