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Im Archiv wurde Marlis Rokitta fündig und entdeckte Briefe der Eltern an Grete Wendt während ihrer Studienzeit an der Königlichen Kunstakademie in Dresden.

Foto: Matthias DegenBild 1 / 4

Tierisch Märchenhaftes aus dem Musterschatz der Manufaktur

Bei Wendt & Kühn in Grünhainichen ist die Sonderausstellung "Im Reich der Fantasie - Märchen-, Tier- und Kinderfiguren" eröffnet worden. Sie zeigt auch Inspirationsquellen von Grete und Olly Wendt.

Von Holk Dohle
erschienen am 16.04.2018

Grünhainichen. Was macht "Hänschen im Blaubeerenwald" in Grünhainichen? Was wollen Eulen und Pinguine in einer Engelmanufaktur? Und was hat der "Rattenfänger von Hameln" im Erzgebirge verloren? Bei Wendt & Kühn sind Märchen- und Fabelwesen eingezogen. "Im Reich der Fantasie - Märchen-, Tier- und Kinderfiguren" lautet der Titel der neuen Sonderausstellung, die seit Samstag in der Erlebniswelt der Firma an der Chemnitzer Straße zu sehen ist. Insgesamt 56 Figuren aus dem Musterschatz der Engelmanufaktur werden im historischen Bereich gezeigt. Einige davon zum ersten Mal. Aber warum sind in den drei Vitrinen neben seltenen Skizzen und Zeichnungen auch Kinder- und Märchenbücher ausgestellt?

"Im Hause Wendt wurde schon immer viel gelesen", sagt Marlis Rokitta. Und die Helden aus den Anfang des 20. Jahrhunderts erschienenen Kinder- und Jugendbüchern sowie alten Märchen dienten den Gestalterinnen Grete und Olly Wendt als literarische Vorlagen für die Entwürfe neuer Figuren, so die Kuratorin der Sonderschau weiter.

Die Grünhainichener sind also auch von den Märchen der Gebrüder Grimm, Hans Christian Andersens und Ludwig Bechsteins und den Geschichten der schwedischen Kinderbuchautorin Elsa Beskow inspiriert worden. "Wir haben uns in dieser Schau wieder ganz bewusst einem sehr speziellen und noch unbekannten Thema gewidmet", so Marlis Rokitta. "Sie geht ins Detail und soll den Blick über den Elf-Punkte-Engel hinaus erweitern."

Da ist es nicht verwunderlich, dass auch Rotkäppchen und der Wolf, der Gestiefelte Kater und das Hässliche Entlein zur Sonderschau gehören. Aschenbrödel übrigens hat es als einzige der ausgestellten, zwischen in den 1930er- und 1960er-Jahren entworfenen Figuren auch wieder in den aktuellen Wendt & Kühn-Katalog geschafft. Laut Vertriebschef Thomas Rost sollen weitere Märchenfiguren folgen.

Die neue Sonderausstellung hat täglich von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist kostenlos.

 
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
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