Containerparade ist umgezogen

Der Standortwechsel des Wertstoffhofes in Flöha hat reibungslos geklappt. Und es gibt Neuigkeiten für die Altstoff-Sammler.

Flöha.

Eine Woche nach dem Umzug des Wertstoffhofes von der Kohlenstraße ins Gewerbegebiet Flöha-Falkenau zieht Uwe Krombholz ein positives Fazit: "Mir ist nichts Negatives zu Ohren gekommen", sagt der Prokurist und für die zehn Wertstoffhöfe des Abfallwirtschaftsbetriebes EKM zuständige Abteilungsleiter. Krombholz' Bedenken, ob der neue Wertstoffhof gefunden wird oder wie das Anstellen funktioniert, wurden rasch zerstreut. Am Eröffnungstag vergangenen Mittwoch fuhr der erste Kunde bereits eine halbe Stunde vor Beginn der Öffnungszeit vor - ein älterer Herr in einem Mercedes-Cabrio mit Anhänger. Was er geladen hatte, wusste Uwe Krombholz nicht mehr. Das Gespann sei jedenfalls für einen Wertstoffhof-Transport sehr ungewöhnlich gewesen.

Nach gut drei Monaten Bauzeit hat der neue Wertstoffhof am 31. Januar den Betrieb aufgenommen. Der alte Standort an der Kohlenstraße wird stillgelegt. "Wir haben am Donnerstag ein Umzug-Schild angebracht", sagt Krombholz, "und kurz darauf lag ein Sofa davor."

Der alte Standort war gemietetes Gelände und ließ keine Erweiterung zu. Deshalb der Umzug. Mit rund 2500 Quadratmetern Nutzfläche gehört der Wertstoffhof im Gewerbegebiet Flöha-Falkenau zu den größten neu errichteten Wertstoffhöfen der landkreiseigenen EKM. Rund 450.000 Euro hat der Neubau gekostet. Betrieben wird die Anlage von der Firma Becker Umweltdienste.

In den nächsten Tagen soll noch ein Windschutz am Büro-Container montiert und das Gelände beschildert werden. Ein Hinweisschild an der B 173 wird es wohl nicht geben. EKM müsste das Schild bei der Verkehrsbehörde der Stadt Flöha beantragen. "Wir prüfen, ob die nötigen Voraussetzungen erfüllt sind", sagt die Leiterin der Verkehrsbehörde, Katrin Jope. Die Einrichtung, auf die hingewiesen werde, müsse überregional bedeutsam sein, und es müsse absehbar sein, dass es ohne die Beschilderung zu Problemen im Verkehrsablauf kommt, sagt Jope. Beides sei auf den ersten Blick nicht der Fall. Der Wertstoffhof sei im Gewerbegebiet verortet, und das Gewerbegebiet sei bereits gut ausgeschildert.

Auch an der Rohstoffannahmestelle auf dem Gelände der Buntpapierfabrik an der Augustusburger Straße in Plaue gibt es Neuigkeiten. Holger Sedlmeier und Manuela Lorenz, die in Oederan seit gut zweieinhalb Jahren Rohstoffe annehmen, haben ihren Geschäftsbetrieb nach Flöha ausgedehnt. Die Annahmestelle war zuletzt nur noch sporadisch und unregelmäßig geöffnet. "Das macht es jetzt erst mal schwer", sagt Holger Sedlmeier.

Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Wertstoffhof und Rohstoffannahmestelle? "Kurz gesagt, wir dürfen keinen Müll annehmen - Sperrmüll also oder Grünschnitt", so Sedlmeier. Bei ihm wird man Papier und Pappe, alle Arten von Textilien oder Schuhe, Metallschrott oder Buntmetalle, Geschirr, leere Druckerpatronen oder CDs los - und bekommt dafür einen kleinen Obolus. Sedlmeier und Lorenz haben einst in München einen Rohstoffhandel betrieben. Aus familiären Gründen kamen sie vor drei Jahren zurück nach Oederan und machten hier weiter. Grundsätzlich funktioniere das Geschäft mit Rohstoffen hierzulande besser als in der bayerischen Landeshauptstadt, sagt Sedlmeier.

Das liegt wohl an der Sero-Vergangenheit. Sero war in der DDR die Abkürzung für Sekundärrohstoffe - das waren vor allem Flaschen, Gläser und Altpapier, und das alles wurde leidenschaftlich gesammelt. Heerscharen von Schulkindern zogen mit Handwagen durch Wohngebiete und sammelten Glas und Altpapier, um sich damit ein paar Pfennige zu verdienen.

Service Der Wertstoffhof im Gewerbegebiet Flöha-Falkenau hat Mittwoch und Freitag, 14 bis 18 Uhr und Samstag, 8 bis 12 Uhr, geöffnet. www.ekm-mittelsachsen.de

Die Rohstoffannahmestelle an der Augustusburger Straße 118 hat Montag bis Donnerstag, 9 bis 12 Uhr, geöffnet; Telefon 0152 23859690. Eine weitere Rohstoffannahmestelle gibt es in Flöha an der Bergstraße 20, geöffnet ist Dienstag, Donnerstag und Freitag, 10 bis 18 Uhr sowie Samstag, 9 bis 12 Uhr; Telefon 0172 3773792.

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