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Feuerwehrleute aus Oederan, Breitenau und Schönerstadt sprühen die Grünfläche nach dem Unfall in Hausdorf mit Wasser aus dem Tanker ab.

Foto: Bernd März

Gefahrguteinsatz: Aus Anhänger fließt Pflanzenschutzmittel

Bei Unfällen wie dem am Mittwoch in Hausdorf setzt die Feuerwehr auf den mobilen Zugriff aufs Internet. Erst dann gibt es den Einsatzbefehl.

Von Katrin Kablau
erschienen am 16.06.2017

Hausdorf/Oederan. Gefahrguteinsatz. Diese Alarmierung sorgt bei Feuerwehrleuten für ein besonders mulmiges Gefühl. Für Mike Wessel, der am späten Mittwochnachmittag den mehrstündigen Einsatz in Hausdorf leitete, war es der dritte in 33Jahren Feuerwehr-Zeit. "So eine Alarmierung haben wir nicht alle Tage", bestätigte Oederans Stadtwehrleiter gestern. Hier gilt dringend: Eigenschutz vor Unfallhilfe.

Warum der Anhänger eines Traktors in der Feldzufahrt an der Alten Dorfstraße umkippte, das müssen nun die Unfallexperten der Polizei ermitteln. Die Vermutung liegt nahe, dass der 30-jährige Landwirt mit dem Gefährt auf den unbefestigten Seitenstreifen der Kap-Straße geriet und deshalb die Kontrolle verlor. Im Anhänger befanden sich 500 Liter Fungizid - ein Pflanzenschutzmittel, dessen Wirkstoff Pilze und deren Sporen abtötet. Ein Teil der Ladung ergoss sich auf die angrenzende Grünfläche sowie in Richtung des Dorfbaches.

Um die Gesundheit seiner Einsatzkräfte nicht zu gefährden, ließ Wehrleiter Mike Wessel den Unfallort in einem Radius von 50 Metern absperren. "Das ist das Minimum. Je nach Gefahrgutladung kann es bei einem ABC-Einsatz dann auch sein, dass dieser Absperrradius auf mehrere 100 Meter erweitert wird." (Als ABC-Schutz wird der Schutz vor atomaren, biologischen und chemischen Gefahren bezeichnet.)

Die Stoffnummer der Ladung brachte eine Entspannung der Lage: Den Feuerwehrleuten genügt die Eingabe dieser in ein I-Pad, und binnen weniger Minuten war am Einsatzort klar, dass es sich um einen wasserlöslichen Stoff im Anhängertank handelte. Mike Wessel wies an, die ausgelaufene Flüssigkeit wegzuspülen. Dafür nutzten die Feuerwehrleute die 5500 Liter Wasser aus dem neuen Breitenauer Tanklöschfahrzeug sowie weitere 2000 Liter aus einem Oederaner Tanker.

Das Pflanzenschutzmittel werde ja nur in verdünnter Form gespritzt, so der Wehrleiter weiter. Im Fall von Fungizid seien es 200 Liter Wasser auf einen Liter Konzentrat. Das heißt im Umkehrschluss: Beim Unfall in Hausdorf könnten maximal 2,5 Liter des Mittels ins Erdreich gelangt sein. Die Chance, zu verhindern, dass ein Teil des chemischen Wirkstoffs in den Bach floss, habe nicht bestanden. "Wir konnten ja nicht so was wie eine Ölsperre errichten", so Mike Wessel. Dafür habe das Bachwasser zusätzlich für eine Verdünnung der Substanz gesorgt.

Mit der Arbeit seiner Einsatzkräfte war der Feuerwehrchef sehr zufrieden. Er koordinierte 35 Feuerwehrleute aus Schönerstadt, Breitenau und Oederan. Unterstützt wurde er von einem Gefahrgutberater. Dieser agiert ehrenamtlich im Auftrag des Landkreises. Der Spezialist war zur Beratung eingesetzt.

Dass Oederan seine elf Ortswehren über die Jahre erhalten hat, dieser Beschluss habe sich erneut bezahlt gemacht. "Natürlich kostet das viel Geld, aber die Ortskenntnis der Kameraden aus den Dorffeuerwehren ist von großem Vorteil", sagte Wessel. Und oft werde man um die Einsatzstärke beneidet. "Wir können tagsüber gut besetzt ausrücken. Bei Ernstfällen können wir mithilfe der Ortsteilwehren schnell aufstocken." Auf diese Zusammenarbeit werde bei gemeinsamen Übungen Wert gelegt, so der Oederaner weiter.

In Hausdorf blieb der Traktorfahrer laut Polizeibericht unverletzt. Es sei ein Sachschaden von 5000 Euro entstanden, hieß es. Mit Eintreffen der Feuerwehren war es den Landwirten bereits gelungen, den Anhänger wieder aufzurichten. Deshalb konnte der Einsatzleiter auch auf die Nachalarmierung der Frankenberger Wehr, zuständig für Hausdorf, verzichten. Für die Reinigung war die Dorfstraße für längere Zeit gesperrt. Laut Wessel war der Einsatz gegen 18.15Uhr beendet.

Für einen schwereren Gefahrguteinsatz sind die freiwilligen Feuerwehren in der Region nicht ausgerüstet. In einem solchen Fall müsste Spezialtechnik der Chemnitzer Berufsfeuerwehr oder der Freiberger Feuerwehr angefordert werden.

 
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