Kinder nehmen Zirkusplatz in Besitz

Der neue Spielplatz direkt am Flöha-Ufer ist gestern eingeweiht worden. Die Anlage hat das Potenzial zu einem Besuchermagnet.

Flöha.

Nach acht Wochen Bauzeit ist gestern der neue Spielplatz neben dem Festplatz an der Lessingstraße in Flöha eingeweiht worden. Zwar sind die neu angelegten Rasenflächen und die künftige Wildblumenwiese noch abgesperrt, aber die sechs Spielgeräte und die Sitzgelegenheiten können fortan genutzt werden. Die Kinder aus der nahe gelegenen Kita "Spielhaus Groß und Klein" hatten gestern eigens für die Einweihung ein kleines Programm vorbereitet. Erzieherin Eva-Maria Müller sagte, dass man den Spielplatz auch dank der Nähe zur Einrichtung häufig nutzen werde.

130.000 Euro hat dieser erste Abschnitt der Neugestaltung des Festplatzgeländes gekostet, der neben dem Kinderspielplatz die Sanierung der Wege und Flächen rings um das Ehrenmal für die Opfer des Nationalsozialismus umfasst. Das Vorhaben wurde mit rund 87.000 Euro aus dem Stadtumbauprogramm gefördert. Der nächste Bauabschnitt ist eine Jugend-Aktionsfläche mit Skaterbahn und Parcours-Elementen sowie der Festplatz selbst. Damit ist jedoch nicht vor 2018 zu rechnen, weil die Fläche zunächst als Baustelleneinrichtung für den Neubau der Stegbrücke gebraucht wird.

Die Spielgräte für Kinder sind aus Robinienholz, das als robust und besonders langlebig gilt. Bei regelmäßigen Kontrollen und mit ein wenig Pflege sei eine Lebensdauer von 20 Jahren zu erreichen, sagte Landschaftsarchitekt Stefan Leiste, dessen Büro sich mit dem thematischen Gestaltungsentwurf Zirkusplatz im Wettbewerb durchsetzen konnte. Der Spielplatz soll wie die anderen Plätze wöchentlich kontrolliert werden, sagte Stanimir Enew aus der städtischen Bauverwerwaltung, der auch auf wachsame Augen von Eltern und Anwohnern hofft.


Der lachende Elefant und ein Kletter-Zirkuszelt

Samira Riedel (6) und Levi Schlesier (6) aus der Kita "Spielehaus Groß und Klein" haben sich gestern auf dem neuen Spielplatz ausgetobt. Die Kinder sollten für die Spielplatzeinweihung ihr Lieblingskuscheltier mitbringen. Samira schlüpfte deshalb kurzerhand ins Affen-Kostüm ihrer Cousine. Die beiden Kinder haben gestern sehr schnell ihre Lieblingsspielgeräte gefunden:

Welches Spielgerät ihnen am besten gefällt?

Da sind sich die beiden einig: Der Rutschen-Elefant. Das ist das größte und zentrale Spielgerät mit Klettermöglichkeiten und einer Rüssel-Rutsche. Samira gefällt an diesem Gerät besonders, dass man dort hinein klettern kann. Levi findet den Elefanten toll, weil er lacht. Ein lachender Elefant? "Ja", sagt Levi und tatsächlich vermitteln die gebogenen Stoßzähne ein Elefanten-Lachen.

Welches Spielgerät ist besonders spannend?

Samira meint die Balancier-Strecke, die Geschick, Kraft und Mut erfordert. An den Hangel-Seilen ist sie schon abgestürzt, aber zum Glück auf den Füßen gelandet. Levi findet das Zirkuszelt mit den vielfältigen Klettermöglichkeiten reizvoll. Ihm gefällt auch der Affe, der darauf thront. (mbe)


Kommentar: Spielend anziehend

Spielplätze sind längst ein wichtiger Standortfaktor. Ein Beispiel: 2005 hat die Stadt Stollberg einen 250.000 Euro teuren Spielplatz am Walkteich eingeweiht, der größte Spielplatz Sachsens war das damals und der Kosten wegen ein umstrittenes Projekt. Die Kritiker sind rasch verstummt. Der attraktive Spielplatz ist ein Anziehungspunkt. Eltern nehmen weite Anfahrtswege in Kauf, um dort einen erlebnisreichen Tag mit ihren Kindern zu verbringen. Viele von ihnen kommen regelmäßig wieder.

Der gestern eingeweihte neue Spielplatz in Flöha hat das Zeug dazu, ein Anziehungspunkt für Besucher zu werden. Die Spielgeräte sind originell und nicht alltäglich, die Lage direkt am Fluss und am Radweg ist reizvoll. Die Investition ist gut angelegtes Geld.

Zwei Dinge sind jetzt wichtig. Erstens, dass das Vorhaben wie geplant fortgesetzt wird, der zweite Abschnitt mit Aktionsangeboten für Jugendliche ist unverzichtbar. Erst dann wird dieses Freizeitangebot wirklich komplett sein. Zweitens muss darauf geachtet werden, dass der neue Spielplatz attraktiv bleibt. Das heißt: Regelmäßige Kontrollen, die schnelle Reparatur möglicher Schäden und die Wartung der Spielgeräte sind genauso wichtig wie die Investition selbst.

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