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Kati Scheiter (rechts) und Jana Meinig sorgten bei Bänken und am Zollwärterhäuschen am Brückenübergang für einen frischen Anstrich.

Foto: Christof HeydenBild 1 / 2

Mitmachen statt Meckern

In Braunsdorf schwärmen engagierte Helfer seit elf Jahren aus, um Dreckecken und Winterschmutz zu beseitigen. Für die Teilnehmer ist das eine Herzensangelegenheit, für den Ortsvorsteher ist das wahrer Lokalpatriotismus

Von Christof Heyden
erschienen am 16.04.2018

Braunsdorf. Mit Ausdauer, handwerklichem Geschick, guter Laune und kleinen Tricks sind die Braunsdorfer am Sonnabend zum Frühjahrsputz ausgerückt. So gehörte bei der Neuauflage des seit elf Jahren stattfindenden ehrenamtlichen Einsatzes eine Flasche mit Essigessenz zur Ausrüstung der Putzkolonne. Aufmerksamen Kunden des Nahverkehrs dürfte die pfiffige Idee der Putzexperten nicht entgehen. "Nach 25 Jahren haben wir endlich die alten Aufkleber und den Reklamerest von den Scheiben und Metallteilen unserer beiden Bushäuschen herunterbekommen", sagte Margitta Fischer. War es ohnehin höchste Zeit, die blinden Scheiben der Wartestände einmal von Schmutz, Fliegendreck und Schmierereien zu befreien, erwies sich ein vorab vollzogener Praxistest als Volltreffer. "Das ist wirklich eine Geheimwaffe, alle bisher versuchten Putzmittel packten das nicht. Mit der Essigessenz hat sich der alte Leim gelöst", zeigte sich auch Kerstin Maywirth begeistert. Zusammen mit Rosemarie Maywirth brachten die Frauen in einem der Arbeitsteams die Buswartehäuschen wieder auf Hochglanz.

Mit Pinsel und Farbtopf ausgestattet waren Kati Scheiter und Jana Meinig ab den frühen Morgenstunden im Zschopautal unterwegs. "Wir streichen Bänke entlang der Wanderwege und das Zollhäuschen am Brückenübergang", sagte Kati Scheiter, die mit ihrer Kollegin zum Karnevalverein Braunsdorf gehört. Gut gelaunt rückten sie ausgetrocknetem und verwittertem Holz zu Leibe und brachten dabei vorbei gehende Wanderer zum Staunen.

Die mehr als 30 Teilnehmer am Frühjahrsputz wollen nicht nur über die Dreckecken meckern, sondern etwas dagegen tun. "Sie zeichnet eine gehörige Portion Lokalpatriotismus aus und sie zeigen, dass ihnen ihr Heimatort am Herzen liegt", sagte Mitorganisator Holger Maywirth. "Wenngleich wir unseren Aufruf an die Einwohner aller drei Gemeindeteile gerichtet hatten, kamen 90 Prozent der Leute aus Braunsdorf", so der Ortsvorsteher. So mancher von ihnen begleite seit Jahren ehrenamtliche Funktionen - sei es als Gemeinde- oder Ortschaftsrat, als Mitglied im Förderverein Braunsdorf, dem Kanuverein oder einer touristischen Schlossinitiative. "Mancher hat auch einfach nur Lust, Hand anzulegen, damit es schön aussieht." Zu denen zählten auch Anita und Egon Biber. Ausflüglern dürfte das Ehepaar als Gastronomen bekannt sein. "Wir wissen, dass die Fremdenverkehrsbranche vom Publikum lebt, also braucht das Rahmenbedingungen, es muss ihm gefallen. Dazu tragen wir bisschen mit bei", so der fast 30 Jahre als Koch und Gaststättenchef tätige Einheimische. Zusammen mit seiner Frau hatte er sich dem Arbeitsteam Bachreinigung angeschlossen.

Im Bereich der Eisenbahnunterführung am Aufgang zum Harrasfelsen beseitigte ein weiteres Team Bäume und Äste, die der Sturm abgeknickt hatte. Mitarbeiter des Bauhofs der Gemeinde transportierten das geschnittene Holz und die Äste per Multicar ab. Weitere Trupps reparierten das Geländer entlang des Wanderwegs Richtung Fischerkessel auf der Seite der Schlossmühle. Die beliebte Wehrwiese wurde von Unrat befreit, und entlang des Flussufers wurden Totholz und Gestrüpp ausgeästet, der Überlauf des aus dem Schlossgelände kommenden Bacheinlaufs gesäubert sowie altes Gras und Laub beseitigt. Auch Wanderwegweiser des Braunsdorfer Rundwanderwegs wurden zwischen Harrasallee und Harrasfelsen gereinigt, zerstörte Sitzgelegenheiten sind abmontiert worden.

Die Organisatoren des Frühjahrsputzes hatten für Verpflegung gesorgt. "Das ist eine Initiative der Gastronomen und von Bäckermeister Holger Schimmel. Wer Leistung bringt, muss Kraft auftanken", sagte Thomas Lämmel. Der Gastronom servierte im Kanu-Domizil ein zünftiges Frühstück. Am frühen Nachmittag zogen alle Beteiligten beim gemeinsamen Mittagessen Bilanz: "Ein gelungener Aktionstag. Man sieht, was wir geschafft haben", sagte Holger Maywirth zufrieden.

 
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