Unerschrocken in die Fluten

Von Eis konnte gestern zwar keine Rede sein. Dennoch wurde in Oederan mit einem Bad ins neue Jahr gestartet.

Oederan.

Mit einem kernigen "Eis frei" auf den Lippen ließen sich die Oederaner Winterschwimmer zum traditionellen Neujahrsbaden in das kühle Element gleiten. Der Parole, von Schornsteinfegermeister Detlef Fröbel von einem vom auf einen Startblock am Bassin ausgerufen, hätte es gestern in dieser Form vielleicht gar nicht bedurft: Bei Sonnenschein und blauem Himmel samt sechs Grad Lufttemperatur war das Nass am Neujahrstag 2018 längst vom Eispanzer befreit. Keiner der Kreislauf-Enthusiasten musste vor dem Bade körperlich schwere Arbeit mit einem Pickel leisten. Mit Fotoapparaten bewaffnete Chronisten am Beckenrand wussten zu berichten, dass allenfalls zu Beginn der zurückliegenden Adventstage einmal eine mit Kristallen geformte geschlossene Wasseroberfläche zu verzeichnen war.

"Zum 21. Mal frönen wir unserer Leidenschaft", wusste Monika Babst mit einem Blick in das Tagebuch der Eisbader von den gastgebenden Blau-gelben Eishaien zu berichten. Und die zeigten sich gut gerüstet, denn neben heißem Glühwein und kalorienhaltigen Torten gehörten auch leckere Fischsemmeln zum Imbiss nach dem Schwimmvergnügen. Und das war für die gestählten Körper durchaus eine Herausforderung: Gerade mal vier Grad Celsius im Wasser zeigte das Thermometer an. So vollzogen die Akteure, mit roten und blau-gelben Zipfelmützen ausgerüstet, nach dem Einstieg ins Wasser einige wenige Schwimmstöße, um dem Zwicken und Zwacken schnell wieder zu entgehen. Das Fluidum sorgte für gesunde und mitunter ähnlich rote Hautfarbe wie die Kopfbedeckungen bei den erfahrenen Blutdruck-Kaskadeuren.

Neben den Oederanern und Memmendorfern gingen auch Flöhaer und vor allem Falkenauer Winterschwimmer an den Start. Die Truppe um Wolfgang Eichler, Micha Friedel und Gerhard Loth probte schon mal für die große Eisbaderschau in den heimischen Gewässern in 14 Tagen, wenn sich Sachsens Eisbader-Elite im schmucken Naturbad einfinden wird.

Mit dem Leitspruch "Heute muss es sein, wer weiß, ob es in dieser Saison noch einmal so schön wird", stieg Arnd Talkenberger als einer der ersten in die Fluten. Vor ihm war bereits Detlef Menzel abgetaucht. Der Chemnitzer war erstmals in Oederan dabei. "Seit Herbst trainiere ich, habe diese Disziplin für mich entdeckt", so der Sportsmann, der im Naturbad Niederwiesa einmal wöchentlich seine Runden dreht und seit Jahren in der Schwimmhalle des Chemnitzer Sportforums seine Bahnen zieht. "Vor allem die Füße muss man schnell wieder warm bekommen", wusste der Neueinsteiger einen Tipp zu geben.

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