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Blick auf die Straße am Altmarkt in Oederan. Schön ist anders, allerdings sind die großen Dellen im Pflaster erst einmal begradigt.

Foto: Knut Berger

Warum eine Pflasterstraße nun mit Asphalt geflickt wird

Die Große Kirchgasse und der Altmarkt in Oederan sind seit Jahren in einem miserablen Zustand. Jetzt wurden die großen Dellen begradigt. Die Angst der Einwohner ist nun, dass der Flickenteppich zu einer Dauerlösung wird.

Von Knut Berger und Thomas Reibetanz
erschienen am 14.09.2017

Oederan. Wer derzeit durch die Große Kirchgasse und über den Altmarkt in Oederan fährt, fühlt sich an DDR-Zeiten erinnert. Denn damals glich die Fahrbahn einem großen Flickenteppich. Seit einigen Tagen zieren die gepflasterte Straße wieder schwarze Asphaltflecken. Diese Art der Straßensanierung hat bei Einwohnern der Stadt zunächst heftiges Kopfschütteln verursacht.

Doch Lothar Hofmeister vom Oederaner Stadtbauamt erklärt, warum diese Technologie angewandt wurde. Bei der innerstädtischen denkmalgerechten Sanierung des Ortskerns in den 1990er-Jahren sei die Straße nach Vorgaben des Denkmalsschutzes gepflastert worden. Durch die Belastung der Straße, die durch eine enge Kurve sowie Gefälle noch verstärkt wird, kam es dazu, dass die Fahrbahn beschädigt wurde. Dadurch bildeten sich Wellen, in denen bei Regen Pfützen standen.

"Die Instandsetzung der Straße ist schon lange Thema bei uns im Bauausschuss. Da es sich dabei aber um eine Kreisstraße handelt, ist das Landratsamt Mittelsachsen dafür zuständig", sagt Hofmeister. Seinem Kenntnisstand entsprechend werde derzeit an einer Lösung für das Problem gearbeitet und ein Gutachten erstellt. Erst dann kann die Sanierung erfolgen. Der Denkmalschutz habe zunächst die teilweise Asphaltierung der Straße genehmigt.

Die Aussagen von Lothar Hofmeister untermauert André Kaiser, Pressesprecher des Landratsamtes. "Es ist richtig, dass die gesamte Pflasterstrecke der Kreisstraße zum denkmalgeschützten Stadtkern gehört und uns deshalb eine vollflächige Asphaltbefestigung untersagt wurde", beantwortet Kaiser eine Anfrage der "Freien Presse". Da sich aber immer wieder Pflastersteine gelöst und die Senken im Pflaster bei Regen und die damit verbundene Pfützenbildung zu Verschmutzung der Gebäude geführt haben, seien nun die "schlimmsten Stellen" übergangsweise geflickt worden. Die Kosten dafür würden unter 20.000 Euro liegen.

"Perspektivisch arbeiten wir an einer Ausbauvariante, die dem Denkmalschutz entgegenkommt und auch den technisch notwendigen Parametern einer Kreisstraße mit den vorhandenen Verkehrsbelastungen entspricht", sagt Kaiser weiter. Dabei würden auch Gespräche mit Vertretern der TU Dresden geführt.

Auch wenn die Verantwortung für den Abschnitt beim Landkreis liegt, sei für die Oederaner Verwaltung das Thema nicht vom Tisch. "Wir werden weiterhin die Planung kritisch begleiten. Neben dem Denkmalschutz sind sicherlich auch Aspekte des Lärmschutzes mit zu beachten", sagt Lothar Hofmeister von der Stadtverwaltung. Die Anwohner wird das freuen, wie eine nicht repräsentative Umfrage direkt am Altmarkt ergab.

Ihre Namen wollten die befragten Oederaner zwar nicht in der Zeitung lesen, eine Meinung hatten sie aber alle. "Ich gehe mal davon aus, dass wir uns wieder an das Bild des Flickenteppichs gewöhnen dürfen", sagte ein Autofahrer. "Das Pflaster darf ja aus Denkmalschutzgründen nicht weg, es hält aber auch nicht. Also wird geflickt. Ist doch die einfachste Lösung für ein Amt."

Eine junge Oederanerin sagte: "Die Straße ist zu wichtig, um sie für Autos zu sperren. Und das Pflaster scheint wohl offensichtlich einfach nicht zu halten. Da hilft nur komplett asphaltieren."

 
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