Werbung/Ads
Menü

Themen:

David Meng und Klaus Mehnert (r.) mit Mehnerts Jagdstatistik. 57 Wildschweine weist die Statistik für das aktuelle Jagdjahr aus

Foto: Matthias BehrendBild 1 / 2

Wildschwein-Plage bereitet Sorgenfalten

Das Schwarzwild wird zum Problem für Landwirte. Nun droht eine gefährliche Krankheit. Dabei haben Jäger Lösungsvorschläge.

Von Matthias Behrend
erschienen am 12.02.2018

Falkenau. Es sind die milden Winter und die großflächig-intensive Landwirtschaft, die immer wieder als Ursache für die rasante Vermehrung der Wildschweine genannt werden. Auch Klaus Mehnert nennt zuerst einmal diese beiden Ursachen auf die Frage, warum das Wildschwein zum Problem geworden ist. Aber das ist nur ein Teil der Erklärung. Mehnert (65) ist seit 1970 Jäger. Sein Vater Heinz war Jäger, sein Sohn Andreas ist Jäger. Die Jagd ist nicht Mehnerts Hobby, sondern seine Leidenschaft. An seiner Jagd-Statistik lässt sich das Problem beziffern: Im laufenden Jagdjahr, das am 31. März endet, hat Klaus Mehnert in seinem rund 300 Hektar großen Revier bislang 57 Wildschweine erlegt, das sind bereits 24 mehr als im gesamten vergangenen Jagdjahr. Im Jagdjahr davor verzeichnet seine Statistik 28 erlegte Tiere, davor waren es 26. Vor allem im laufenden Jagdjahr ist die Tendenz also drastisch steigend. Klaus Mehnerts Revier, das er gemeinsam mit seinem Sohn Andreas (38) und David Meng (63) begeht, erstreckt sich entlang der Kapstraße hinauf zum Oederaner Wald sowie auf einer Fläche oberhalb des Skihanges am Plauberg. Nur zehn Prozent des Reviers ist Wald, der Rest Ackerfläche. Die ist von Frühling bis in den Herbst der bevorzugte Tummelplatz der Tiere - zum Ärger der Landwirte.

Die Jagdreviere sind kleiner geworden, die Ackerflächen größer. Das passt Mehnert zufolge nicht zusammen und biete den Schweinen gute Ausweichmöglichkeiten. Denn für einen Jäger ist an der Reviergrenze Schluss, für die Schweine nicht. Deshalb müsse systematisch und revierübergreifend gejagt werden, sagt Mehnert. Eine Intervalljagd hält er für erfolgversprechend. Während der Ruhepausen verlieren die Tiere Scheu und Argwohn und kehren an die zuvor bejagten Plätze zurück.

Wildschweine sind hochintelligent und lernen schnell. Deshalb sei die Schwarzwildjagd äußerst anspruchsvoll. Mehnerts Sohn Andreas hat in der Nacht zum Freitag oberhalb des Skihanges einem Keiler aufgelauert. Eine Viertelstunde lang stand das Tier in nicht mal 50 Meter Entfernung regungslos im Unterholz versteckt. "Mir sind beinahe schon die Hände abgefroren", sagt Andreas Mehnert, der ebenso regungslos auf dem Hochsitz hockte. Dann machte der Keiler doch den entscheidenden Fehler. David Meng war in derselben Nacht vergeblich unterwegs. Kurz nach 23 Uhr kehrte er nach Hause zurück. Eine Stunde später tummelten sich die Wildschweine dort, wo er zuvor gesessen hatte. Das hat Meng auf der Wildkamera gesehen. Solche Kameras haben die Jäger in ihrem Revier aufgestellt, um zu lernen, wann die Tiere wo sind und wie sie sich verhalten. "Wer als Jäger erfolgreich sein will, muss denken wie ein Wildschwein", sagt Klaus Mehnert.

Von Schalldämpfern und Nachtsichtgeräten, die ein gelockertes Jagdgesetz in Sachsen erlauben soll, halten die Jäger nicht viel. "Als Gehörschutz ist der Schalldämpfersicher nützlich", sagt David Meng. Aber für den Jagderfolg sei der nicht ausschlaggebend. Viel wichtiger seien der Austausch und die Zusammenarbeit zwischen den Jägern sowie mit den Eigentümern und Nutzern der Revierflächen. Zum Beispiel für die Organisation einer Drückjagd. Wenngleich die erste Drückjagd Mitte November im Waldgebiet am Falkenauer Berg mit 22 Jägern und drei Dutzend Treibern bei lediglich zwei erlegten Wildschweinen nur mäßig erfolgreich war. Mit der Agrar GmbH Flöha klappe die Zusammenarbeit sehr gut, sagt Klaus Mehnert. Eine Aufwandsentschädigung für den Abschuss von Schwarzwild könne möglicherweise Anreiz für Jäger sein, deren finanzieller und bürokratischer Aufwand inzwischen erheblich sei.

 
Seite 1 von 2
Wildschwein-Plage bereitet Sorgenfalten
Virus auf dem Vormarsch
 
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
1
Kommentare
1
Kommentieren (für Digital- und Printabonnenten)
  • 12.02.2018
    17:58 Uhr

    Haecker: Ob der Autor mit der Bezeichnung "Kapstraße" etwas anfangen konnte? Sicher nicht, sonst hätte er wohl "KAP-Straße" geschrieben, das ist so etwas wie "LPG-Straße". Die Erklärung für "KAP" spare ich mir.

    0 4
     

Lesen Sie auch

Bildergalerien
  • 01.02.2018
Deutsches Salzmuseum
Lüneburg: Wildschweinknochen und weißes Gold

Lüneburg (dpa/tmn) - Die Eintrittskarte ist ein kleines Tütchen Salz. «Industriedenkmal, Deutsches Salzmuseum» steht darauf. Willkommen in der Salzstadt Lüneburg. Mehr als 1000 Jahre lang hat das «Weiße Gold» das Leben der Hansestadt bestimmt, ihren Bürgern Reichtum gebracht. zum Artikel ... Galerie anschauen

 
  • 25.01.2018
Capcom
«Monster Hunter: World» im Test: Spieler auf Großwildjagd

Berlin (dpa/tmn) - Wäre «Monster Hunter: World» ein Brettspiel, es hätte gute Chancen auf die Auszeichnung «Kennerspiel des Jahres». Diesen Preis gibt es seit ein paar Jahren neben dem regulären «Spiel des Jahres». zum Artikel ... Galerie anschauen

 
  • 23.01.2018
Jens Uhlig
Polizeieinsatz in Crottendorf

Wegen eines per Haftbefehl Gesuchten hat es am Dienstag in Crottendorf einen Polizeieinsatz gegeben. ... Galerie anschauen

 
  • 19.01.2018
David Rötzschke
Abgehobene Dächer, belockierte Straßen: Aufräumen nach "Friederike"

In Sachsen hat Orkantief "Friederike" zahlreiche Schäden hinterlassen. Bäume kippten um, Dächer wurden abgedeckt und zahlreiche Haushalte saßen im Dunkeln. ... Galerie anschauen


 
 
 
Wetteraussichten für Flöha
So

4 °C
Mo

5 °C
Di

5 °C
Mi

2 °C
Do

1 °C
 
Unsere Youtube-Videos

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Freie Presse Immobilien
Immobilienangebote für Flöha und Umgebung

Finden Sie Ihre Wohnung in der Region Flöha

Immobilienportal

Mietangebote

Kaufangebote

 
 
 
 
Online Beilagen

Partystimmung auf Knopfdruck - bei MediMax.

Unsere aktuellen Angebote - auf einen Klick...

 
 
 
 
Ärztliche Notdienste
Apotheken und Ärzte der Region

Manchmal muss es schnell gehen. Notrufe und Notdienste der Apotheken und Ärzte finden Sie hier.

weiterlesen
 
 
 
 
Freie Presse vor Ort

Lokalredaktion Flöha: 
09557 Flöha, Gewerbekomplex "Am Anger", Augustusburger Straße 23
Telefon: 03726 5887-14341
Telefax: 0371 656-17434
Email: Red.Floeha@freiepresse.de

weiterlesen
 
 
 
 
 
 
 
 
Neu
Nachrichten aus Flöha bei Facebook

Die "Freie Presse" Flöha ist nun auch auf Facebook mit einer eigenen Seite vertreten. Dort finden Sie Neuigkeiten aus der Stadt und Umgebung und sind somit stets auf dem Laufenden.

Zum Facebook-Auftritt

 
 
 
 
 
|||||
mmmmm